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Feuerwehr-Kritik an Solaranlagen: Strom behindert Löscharbeiten

Für Feuerwehrmänner sind Solaranlagen auf Häuserdächern alles andere als harmlose Stromerzeuger. Die Gefahr: Viele Anlagen lassen sich im Notfall nicht abschalten. Den Einsatzkräften drohen Stromschläge.

Solaranlagen stehen bei Hausbesitzern hoch im Kurs: sauberer Strom durch Sonnenlicht, dazu eine langfristige Förderung vom Staat. Einmal auf dem Dach installiert, liefert eine Photovoltaikanlage jahrzehntelang zuverlässig Strom. Doch genau das stellt die Feuerwehr immer häufiger vor Probleme: Da sich die Anlagen oft nicht komplett ausschalten lassen, droht den Einsatzkräften bei den Löscharbeiten ein elektrischer Schlag. "Solange Licht auf eine Photovoltaikanlage fällt, produziert sie auch Strom", erklärt Carsten Pix vom Deutschen Feuerwehrverband. Dies mache Löscharbeiten zwar nicht unmöglich, könne sie aber erschweren oder verzögern. Probleme gebe es immer dann, wenn die Feuerwehr nicht nur aus sicherer Entfernung einen Wasserstrahl auf das Gebäude richte, sondern zur Rettung oder Brandbekämpfung direkt aufs Dach oder ins Haus müsse. "Man weiß ja nie, ob durch den Brand Kabel beschädigt sind, also müssen die Einsatzkräfte erst mal mehrere Meter Abstand halten, um einen Stromschlag zu vermeiden", erklärt Pix. Gerade bei Dachstuhlbränden, bei denen häufig ein Teil des Daches abgetragen werden müsse, sei das ein Problem.

Anlagen lassen sich oft nicht ausschalten

In nordrhein-westfälischen Rösrath kam es Anfang 2009 beim Brand eines Einfamilienhauses bereits zu einem Unfall: Ein Feuerwehrmann übersah im verrauchten Keller eine beschädigte Leitung, erlitt einen Stromschlag und musste zur Beobachtung mehrere Tage im Krankenhaus bleiben. Man habe die Situation damals einfach falsch eingeschätzt, weil die Photovoltaikanlage vom Boden aus nicht zu sehen war, erinnert sich der Einsatzleiter. Doch selbst wenn die Rösrather Feuerwehr um die Gefahr gewusst hätte, wäre das Risiko schwer zu kalkulieren gewesen: Zwar gibt es mittlerweile an einigen Photovoltaikanlagen eine Möglichkeit zum Ein- und Ausschalten, diese Technik ist aber laut dem Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen bisher so uneinheitlich, dass sie am Grundproblem wenig ändert. Hintergrund der Schwierigkeiten beim Abschalten sind die verschiedenen Stromkreisläufe einer Photovoltaikanlage: In den Solarmodulen selbst wird Gleichstrom erzeugt, erst im sogenannten Wechselrichter, der häufig nicht auf dem Dach, sondern im Keller steht, wird dieser in netzüblichen Wechselstrom umgewandelt. Gibt es an den heutigen Anlagen überhaupt einen Ein- und Ausschalter, befindet er sich in der Regel am Wechselrichter. Folge: Der Wechselstrom und das Gerät selbst werden abgeschaltet, der Gleichstrom fließt weiter. Und zwar in einer solchen Stärke, dass der Kontakt nach Angaben der Feuerwehr lebensgefährlich sein kann.

Hersteller suchen nach Lösung

"Um ganz sicher zu gehen, dass alles stromfrei ist, bräuchte man im Prinzip in jedem einzelnen Solarmodul einen Schalter, der automatisch reagiert, wenn der Wechselrichter ausgeschaltet wird", erklärt Andreas Steinhüser, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme. So eine Technik stehe im Moment aber noch nicht zur Verfügung. Zudem sei zweifelhaft, ob sie überhaupt zu finanzieren sei. "Das geht vielleicht noch bei einem Einfamilienhaus mit 20 bis 300 Modulen, aber nicht mehr bei einer Industriehalle mit Zehntausenden", so Steinhüser. Die Hersteller selbst sehen eher eine andere Schwierigkeit: "Solaranlagen halten Jahrzehnte, daher ist für jede Weiterentwicklung entscheidend, dass sie ebenfalls jahrzehntelang zuverlässig funktioniert", sagt Thomas Hielscher, Bereichsleiter Technik beim Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW). Ob ein Sicherheitssystem diesen Anforderungen genüge, könne sich erst nach längeren Studien zeigen. Um trotzdem möglichst bald eine dauerhafte Lösung zu finden, hat der BSW im Herbst 2009 einen Arbeitskreis gegründet, in dem sich die Hersteller mit Feuerwehren, Wissenschaftlern und Installateure austauschen. "Wir nehmen das Thema ernst", versichert Hielscher. Der Deutsche Feuerwehrverband begrüßt diesen Schritt: "Eine klare Notfallstrategie ist auf jeden Fall wünschenswert, schließlich wird in Zukunft auf immer mehr Häusern Solarstrom produziert werden", sagt Carsten Pix. Bundesweit gibt es laut BSW zurzeit etwa eine halbe Millionen Photovoltaikanlagen. Schätzungsweise 90 Prozent davon sind auf Dächern installiert.

Christina Peitz/DPA / DPA
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.