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Flughafen-Sicherheit: Neuartiger Detektor zur Erkennung von Flüssigkeiten entwickelt

In die Diskussion um das Flüssigkeiten-Verbot für Handgepäck im Flugzeug bringen Wissenschaftler des Forschungszentrum Jülich Bewegung: Sie haben den Prototypen eines neuen Detektors entwickelt, der zuverlässig und blitzschnell zwischen Flüssigsprengstoff und harmlosen Substanzen unterscheiden kann, wie Institutsleiter Knut Urban am Dienstag berichtete.

In die Diskussion um das Flüssigkeiten-Verbot für Handgepäck im Flugzeug bringen Wissenschaftler des Forschungszentrum Jülich Bewegung: Sie haben den Prototypen eines neuen Detektors entwickelt, der zuverlässig und blitzschnell zwischen Flüssigsprengstoff und harmlosen Substanzen unterscheiden kann, wie Institutsleiter Knut Urban am Dienstag berichtete. «Explosive Flüssigkeiten oder flüssige Komponenten, aus denen sich an Bord eines Flugzeugs Sprengstoff herstellen lässt, können mit unserer Methode in Bruchteilen einer Sekunde identifiziert werden.» Urban sagte, dass neuartige Verfahren der Flüssigkeitskontrolle sei somit nicht nur weit schneller als andere, es sei auch viel zuverlässiger. Das neuartige Gerät nutzt den Angaben zufolge eine besondere Form der Spektroskopie, mit der man Substanzen mithilfe elektromagnetischer Strahlung analysieren kann. Jede Flüssigkeit absorbiere und reflektiere Strahlung verschiedener Wellenlängen auf unterschiedliche Weise und könne so anhand ihres spezifischen «Fingerabdrucks» identifiziert werden. Die Idee, elektromagnetische Strahlung zu verwenden, um gefährliche Flüssigkeiten aufzuspüren, ist nicht neu, wie das Forschungszentrum mitteilte. Die bisherigen Systeme nutzten aber nur einen sehr engen Frequenzbereich der elektromagnetischen Strahlung und identifizierten dadurch nur einen kleinen Ausschnitt des Fingerabdrucks. Damit würden sich gefährliche Substanzen nicht zuverlässig von harmlosen Flüssigkeiten trennen lassen, und bei Mischungen verschiedener Flüssigkeiten bestehe die Gefahr falscher Ergebnisse. Die umstrittene Sicherheitsvorschrift war 2006 eingeführt worden. Die EU reagierte damit auf Erkenntnisse der britischen Sicherheitsbehörden, wonach Terrorverdächtige im Sommer 2006 Anschläge mit Flüssigsprengstoff auf Transatlantikflüge planten.

AP / AP