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Fotolabore: Die große Bilderflut

Der größte Fotodrucker der Welt steht in Oldenburg. Ob per Internet eingeschickt oder in der Drogerie abgegeben - Milliarden Bilder, die bei Cewe Color jährlich entwickelt werden, landen am Ende in der richtigen Fototasche.

Von Stéphanie Souron

Am Rande von Oldenburg wird Deutschland täglich ins Kleinbildformat zerlegt. Grillpartys, Fußballfeste, Kindstaufen und Urlaubsschnappschüsse rauschen unter den Schneidemaschinen der Firma Cewe Color vorbei. 14 Erinnerungsschnipsel produziert der Packautomat pro Sekunde, 60.000 pro Stunde, bis zu fünf Millionen am Tag. In Oldenburg steht das größte Fotolabor der Welt. "Die Deutschen sind eben Weltmeister im Fotografieren", sagt Wulf Schmidt-Sacht zufrieden.

Schmidt-Sacht, 65, blaue Augen und charmantes Lächeln, ist im Vorstand von Cewe Color für die Abteilung Forschung zuständig. Er hat nicht nur zahlreiche Bildentwicklungstechniken erforscht, sondern auch das Kameraverhalten deutscher Knipser. Er weiß, dass rund 50 Prozent aller Fotos im Urlaub entstehen und dass Frauen ihre Bilder lieber im Laden bestellen als im Internet. Er kennt die durchschnittliche Verweilzeit eines Films im Fotoapparat, und wenn er Weihnachten meint, spricht er von "einer Phase des Schenkens". Um diese Zeit nämlich "muss oft noch schnell ein Porträt für Oma her".

60.000 Handelspartner zählt Cewe europaweit zu seinen Kunden. Egal, ob der Film bei Schlecker, DM, Saturn, Media Markt, Kaufhof oder Karstadt abgegeben wurde, alle Fotos landen am Ende in einem der Cewe-Fotolabore - die meisten davon in der Halle in Oldenburg. "Nirgendwo auf der Welt werden pro Jahr mehr Bilder entwickelt", sagt Michael Fries, der bei Cewe die Logistik koordiniert.

Menschen wären zu langsam

Nachts rollen die großen Lkw-Kolonnen auf das Firmengelände, unter ihren Planen liegen Tausende von Filmen, CDs und Speicherkarten, alle ordentlich verpackt in bunte Fototaschen. Um sechs Uhr morgens laufen die Bänder an, dann scannt die erste Maschine die Tüten ein und sortiert die Kundenwünsche: digital oder analog? 10 x 15 Zentimeter glänzend oder 9 x 13 matt? Poster oder Puzzle? All das geht vollautomatisch, Menschen wären für diese Aufgabe viel zu langsam. Je nach Kreuzchen fallen die Tüten in große Plastiksäcke, wo sich die Konkurrenz zum bunten Tütenchaos vermischt.

Die folgenden Minuten verbringen die Filme in einer Art vollautomatischer Miniwerkstatt, die nicht größer ist als eine Hundehütte. Hinter dem dicken Glas rattert und fiept es, auf winzigen Transportbändern drehen sich Filme von links nach rechts, und hinten fallen leere Patronen auf ein Förderband. Schmidt-Sachts Erklärungen lassen nicht lange auf sich warten. "Im Innern des 'Splicers' werden die Filme aus Papiertüten und Patronen entfernt. Film und Tasche erhalten einen Code, damit sich beides am Ende wieder vereinigen lässt", doziert er. Und man fängt an, die Dimensionen zu verstehen: Ein Film besteht im Durchschnitt aus 28 Bildern, 500 Filme passen auf eine Spule und werden zu 14.000 Fotos auf 2500 Meter Zelluloid zusammengefügt. Käme jetzt Licht an die Filme, wären alle Erinnerungen futsch.

Chemikalien werden selbst gemischt

Bevor die fotografierwütigen Deutschen sich ihre Urlaubsbilder auf Papier anschauen können, müssen aus den Filmen Negative entwickelt werden. Dafür wandern die Filme durch ein Chemiebad aus Entwickler, Bleicher und Fixierer. Was genau in der Mischung herumschwimmt, ist geheim: Cewe brodelt seine Chemikalien in einem eigenen Labor auf dem Firmengelände. Dann kommen die Filme wieder auf die Rolle und werden durch den nächsten Apparat gejagt.

Immer häufiger stecken neben Filmen auch CDs und Speicherchips in den Taschen, ein Drittel aller Digitalfotos werden zudem bereits via Internet bestellt. Die digitalen Kameras haben die Lust am Fotografieren neu geweckt: 2005 wurden bei Cewe über 60 Prozent mehr Digitalbilder in Auftrag gegeben als noch im Vorjahr. Trotzdem kommen immer noch mehr als zwei Drittel der Filme aus einem analogen Fotoapparat. Bei der digitalen Bildentwicklung fällt die Negativverarbeitung weg: Die Daten werden elektronisch eingelesen und über Rechner an den Printer versandt. Der surrt wie eine Nähmaschine, und jedes Mal, wenn er wieder für 200 Millisekunden anhält, belichtet er ein Bild auf das Fotopapier.

Nicht mehr nur Fotopapier

Bei Cewe denkt man längst über Papierabzüge hinaus: Neben Tassen, T-Shirts und Teddybären ist jetzt auch ein Fotobuch im Angebot. "Jedes Bild hält einen Moment fest, der nie mehr wiederkommt", sagt Schmidt-Sacht. "Und dafür bieten wir den Menschen den passenden Untergrund." Über seinem Kopf zuckeln nun bunte Körbchen Richtung "Pricer". Dort werden alle Taschen nach Herkunft sortiert und mit dem Preis der jeweiligen Handelskette bedruckt.

Schmidt-Sacht sagt, das Urlaubsgeschäft sei vorüber, doch bevor die "Phase des Schenkens" beginne, "haben wir noch einiges mit unserem Großereignis zu tun". In Oldenburg rattern auch Wochen nach dem Finale immer noch jede Menge jubelnde WM-Fans durch die Maschinen.

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.