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Grundlagen: Roboter in der Realität

Der gemeine Roboter ist aus Metall, kann nicht gehen, und man sieht ihm von weitem an, dass er nichts anderes ist als ein Werkzeug. Doch die Zeiten ändern sich...

Schließen wir zunächst einmal aus, um welche Art von Robotern es hier nicht gehen soll. Um Software, die selbstständig das Internet durchsucht und dabei einen Index mit URLs und damit verbundenen Inhalten bzw. Schlagwörtern erzeugt. Diese Art von Robotern wird auch "Spider" oder "Crawler" genannt.

Automaten, die man anfassen kann

Wir beschäftigen uns an dieser Stelle mit Robotern, "die man anfassen kann". Solche, die die Microsoft Encarta 2003 wie folgt beschreibt: "Roboter, selbstständiges, programmierbares, elektromechanisches Gerät, das in der Industrie und wissenschaftlichen Forschung für jeweils eine spezielle Aufgabe oder eine begrenzte Anzahl von Aufgaben eingesetzt wird. Roboter stellen eine Unterkategorie von Automaten dar. Obwohl keine generell anerkannten Kriterien existieren, die Roboter von anderen Automaten unterscheiden, werden Roboter als vielseitiger und anpassungsfähiger (oder umprogrammierbar) angesehen als weniger leistungsfähige Geräte. Sie bieten den Vorteil, feststehende Routineaufgaben schneller, kostengünstiger und an gesundheitsgefährdenden Orten durchzuführen."

Wichtig ist auch, dass moderne Roboter weitgehend ohne menschlichen Eingriffe funktionieren und sich "mithilfe von Sensoren, Software usw. auf äußere Bedingungen einstellen und - in hoch entwickelter Form - auch seine Aktionen optimieren" (Duden Informationstechnologie).

Anfänge im 18. Jahrhundert

Die ursprüngliche Aufgabe von Robotern lag in der Automatisierung einiger oder aller Arbeitsschritte in der Fabrikation. Die ersten Geräte dieser Art wurden im 18. Jahrhundert in der Textilindustrie gebaut. Einige Webstühle aus jener Zeit wurden von gelochten Papierstreifen gesteuert. Mit dem Beginn der industriellen Revolution baute man Fabriken, die einen höheren Automatisierungsgrad für wiederholte Arbeitsschritte am Fließband hervorbringen sollten. Bis zur Erfindung des Computers in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts und der fortschreitenden Miniaturisierung von Computerbauteilen waren leistungsfähige Roboter, wie sie heutzutage in der Industrie anzutreffen sind, nicht möglich. Einer der ersten echten Roboter war ein Experimentalmodell mit dem Namen "Shakey",der von den Forschern am Standford Research Institute (USA) in den späten sechziger Jahren entworfen wurde. Er konnte einzelne Bausteine aufstapeln, wobei eine Fernsehkamera als visueller Sensor diente. Die Informationen verarbeitete der Roboter mit Hilfe eines kleinen Computers.

Die menschliche Form ist nicht unbedingt vorgesehen

Irgendeine Ähnlichkeit mit Blechmännern hat die Robotik also zunächst für ihre Maschinen nicht vorgesehen: Die meisten Industrieroboter bestehen auch heutzutage nur aus einem oder mehreren Armen und sind festinstalliert. Und was in den Laboren entwickelt wird, ähnelt in den meisten Fällen gar keinen bekannten Lebensformen oder orientiert sich auch gerne an der Tierwelt, speziell an Insekten. Das Ziel ist klar: Irgendwann sollen sich mobile Roboter autonom durch die Welt bewegen können, ohne irgendwo gegenzulaufen oder in unwegsamem Gelände umzufallen - und auch noch ihre Aufgaben erledigen. Für dieses Unterfangen erscheint die menschliche Form nicht wirklich nützlich.

In Japan allerdings...

Etwas anders sehen das allerdings vor allem japanische Roboterbauer, die verstärkt mechanische Mensch- und Tierwesen bauen - mit dem expliziten Ziel, dass diese irgendwann einen festen Platz im Alltag eines jeden Japaners einnehmen (mehr zu den Unterschieden zwischen westlichen und asiatischen Roboterentwicklern in dem Artikel "Freunde fürs Leben"). Angesichts der ungeheuren technischen Fortschritte in den vergangenen Jahre erscheint die Entwicklung eines "Androiden", einer menschlich aussehenden Maschine nur noch eine Frage der Zeit. Damit wäre das erreicht, was den Ursprung des Wortes "Roboter" begründet hat.

Der Ursprung des Worts "Roboter"

Der Begriff Roboter stammt von dem tschechischen Wort robota, das so viel wie "Zwangsarbeit" bedeutet. Er wurde zuerst 1921 in dem Stück "R.U.R." des tschechischen Dramatikers Karel Capek verwendet. Capek beschreibt in seinem Stück ein mechanisches Gerät, das wie ein Mensch aussieht, aber aufgrund der fehlenden menschlichen Seele nur automatische, mechanische Tätigkeiten ausführen kann. Im Fortgang der Geschichte erlangen die Maschinen immer weiter gehende Fähigkeiten und töten schließlich ihre Erbauer. Ein Thema, das bis jetzt - zum Glück - nur in der Science-Fiction-Literatur relevant war. Womit wir bei den bei den fiktiven Robotern angelangt wären.

Ralf Sander
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