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Marine: Das stärkste Kampfschiff der Bundeswehr sorgt noch vor dem Bau für Kostenexplosion

Mit dem MSK 180 soll die Bundeswehr ein zeitgemäßes Kampfschiff bekommen. Bislang sind für den Bau noch nicht einmal die Aufträge vergeben. Aber klar ist jetzt schon: Das wird viel teurer als gedacht.

Kampfschiff MSK 180

So könnte das neue Kampfschiff MSK 180 aussehen.

Das neue Mehrzweckschiff 180 gilt als Prestigeobjekt der Bundeswehr. Die neuen rund 170 Meter langen Schiffe sollen die kampfstärksten sein, über die die Bundeswehr je verfügt hat. Neuste Technik macht den Einsatz der Schiff von der Arktis bis zum Äquator möglich. Doch der Preis für den Bau dieser Schiff schnellen schon vor Auftragsvergabe in die Höhe, erfuhr das "Handelsblatt" aus Berliner Kreisen. Eigentlich waren für den Bau von vier Schiffen 3,5 Milliarden Euro veranschlagt worden. Doch das scheint längst nicht auszureichen. Schon im vergangenen Jahr waren die Kosten auf 4,5 Milliarden geklettert. Nun gibt es einen erneuten Preis-Schock: Die Kosten werden nun für vier Einheiten auf mehr als 5,3 Milliarden Euro geschätzt. Sollte das Ministerium doch sechs Schiffe des Typs haben wollen, wird es wohl noch einmal deutlich teurer.

Das Verteidigungsministerium erklärt, dass die höhere Summe durch "Projektbereinigung" entstehe. So würde das "Betonschiff", eine Art Einsatz-Simulator an Land, nun dem Projekt zugeordnet. Außerdem haben sich die Anforderungen an die IT erhöht und das Ministerium gehe bei der Risikoteilung deutlich auf die Industrie zu, berichtet das "Handelsblatt" weiter.

MSK 180: Finale Angebote in der kommenden Woche

Industrieseitig bewerben sich zwei Interessenten: Zum einen die niederländische Damen-Gruppe und German Naval Yards, die  mit ThyssenKrupp zusammenarbeiten wollen. Die beiden Bieter sollen in der kommenden Woche ein finales Angebot abgeben, zitiert das "Handelsblatt" aus Branchenkreisen. Der Bundestag  soll im November im Zuge des Haushalts 2019 über den Kostenrahmen zustimmen, im Sommer 2019 soll dann der Zuschlag für den Bau der Schiffe erfolgen.

Erst Anfang 2018 hatte sich der Wehrbeauftragten des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), gegen weitere Marine-Einsätze ausgesprochen, denn "der Marine gehen die einsatzfähigen Schiffe aus", sagte er der "BamS". Das liege an zu zeitaufwendigen Reparaturen, da die Marine nicht über die nötigen Ersatzteile verfüge.

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kg