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Feuriger Fehlstart: Deutsche Fregatte "Sachsen" von eigener Rakete abgefackelt

Die Pannenserie bei Bundeswehr und Marine reißt nicht ab. Vor Norwegen hat eine Luftabwehrrakete die Fregatte "Sachsen" in Brand gesetzt. Glücklicherweise wurden nur zwei Seeleute leicht verletzt.

Der verbrannte Raketen-Starter

Der verbrannte Raketen-Starter

Hersteller

Die Bundesmarine hat es nicht leicht in den letzten Monaten. Die erste Fregatte der Baden-Württemberg-Klasse wurde auf der ersten Fahrt noch zum Superschiff hochgejazzt, bis kurz darauf die Wahrheit ans Licht kam: Das neue Schiff F125 ist so fehlerhaft und unausgereift, dass bis auf Weiteres an einen Einsatz nicht zu denken ist. Dann fiel die komplette U-Boot-Flotte aus. Das Bundesverteidigungsministerium hatte an den Ersatzteilen gespart, sodass fällige Reparaturen nicht durchgeführt werden können.

Explosion beim Raketenstart

Nun hat sich auch noch die Fregatte "Sachsen" bei einer Übung selbst in Brand gesteckt. Dieser Fregatten-Typ ist explizit für die Luftverteidigung entwickelt worden. Anders als moderne Zerstörer sind Fregatten häufig auf eine Aufgabe spezialisiert. Die "Sachsen" soll einen größeren Flottenverband vor Luftangriffen schützen. Vor Norwegen ging der Start einer SM-2 Abwehrrakete gründlich schief. Diese Raketen werden aus dem Mk.41 Launcher heraus gestartet. Das ist eine Batterie von kleinem quadratischen Silos, die in Gruppen vertikal unter Deck installiert sind.

Hier startete das Triebwerk, aber aufgrund eines noch unbekannten Fehlers verließ die Rakete nicht die Box. Eine Explosion und ein Feuerregen folgten auf den Fehlstart. Auf Twitter und Youtube wurde ein Video des Vorfalls gepostet - deftige Flüche inklusive.

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Die spektakulären Havarien im Jahr 2017 haben offenbar nichts mit technischen Mängel zu tun. Sie sind auf Fehler der Besatzung zurückzuführen. 

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Begrenzter Schaden

Das Feuer konnte sofort gelöscht werden. Die Panzerung des Launchers hielt der Belastung glücklicherweise stand, sodass nicht weitere Raketen in den benachbarten Startboxen ebenfalls explodierten. Diese Starter sind für Kampfschiffe entwickelt. Eine der wichtigsten Anforderungen ist es daher, dass eine Explosion in einer Box eingedämmt werden kann. "Wir standen vor einer gleißenden und glühend heißen Feuerwand", berichtete Fregattenkapitän Thomas Hacken, der Verbandsführer der Übung, auf der offiziellen Internetseite der "Sachsen".

Das MK 41 Vertical Launching System wurde bereits 1986 erstmals in Dienst gestellt. Es ist weit verbreitet und gilt als ausgereift. Damals löste es die vorhergehenden Starter ab, bei denen zwei Raketen an den Armen einer Batterie befestigt waren. Jeder MK 41 besteht aus jeweils acht Modulen. Der Vorteil des neuen Systems: Alle Raketen können fast gleichzeitig gestartet werden. Zudem können die einzelnen Startvorrichtungen mit verschiedenen Raketentypen bestückt werden. Die SM 2 (SM steht für Standard Missiles) Medium Range besitzt eine Reichweite von 167 Kilometer und wiegt 708 Kilogramm, der explosive Gefechtskopf hat immerhin ein Gewicht von über 100 Kilogramm. Vor dem Start der Rakete soll es keine Hinweise auf technische Mängel am Startersystem gegeben haben, so die Marine. Kurz zuvor hatte die "Sachsen" eine andere SM 2 problemlos gestartet. Die Flugkörper seien vor dem Start überprüft worden und sollen sich in einwandfreiem Zustand befunden haben.

Nur zwei Seeleute wurden leicht verletzt, die inzwischen wieder wohlauf sind. Inzwischen ist die "Sachsen" im Hafen. Wie lange eine nötige Reparatur dauern wird, ist unbekannt.

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