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Marine: Deutsche Fregatte brüstet sich mit Abschüssen. Wen hat die Marine vom Himmel geholt?

Die deutsche Fregatte "Lübeck" gibt mit zehn Abschussmarkierungen an. Tatsächlich hat die Besatzung Markierungen für zehn "Kills" auf einen Raketenwerfer gemalt. Ganz Unrecht haben die Matrosen damit nicht.

Die "Lübeck" noch ohne Markierungen.

Die "Lübeck" noch ohne Markierungen.

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Aus alten Western kennt man die Kerbe im Revolver – jede Vertiefung steht für einen toten Gegner. Weltweit wird beim Militär diese Tradition hochgehalten: Abschüsse werden mit Ringen oder Strichen markiert. Seit wenigen Tagen rätselt das Internet über solche Markierungen an Bord der "Lübeck". Das Schiff hat zehn Striche auf seinem Boden-Luft-Raketenwerfer aufgemalt, daneben zeigt eine Zeichnung eine Drohne im Predator-Stil. Am Montag, dem 27. August, hat AegeanHawk Bilder der "Lübeck" im Mittelmeer gepostet, auf denen die Markierungen hervorgehoben sind. AegeanHawk postet regelmäßig Marinefotos aus dem Mittelmeer.

Auf dem Bild sind zwei Waffensysteme zu sehen. Das eine ist das leichte "76/62 Compact"-Geschütz von Oto Melara. Die vollautomatische Waffe ist gedacht für die Bekämpfung von See- und Luftzielen. Die andere Waffe ist ein Mk.-29-Starter, von dem aus Luftabwehrraketen vom Typ Sea-Sparrow verschossen werden.

Wen hat die Bundesmarine vom Himmel geholt?

Das Besondere an den : Die Bundesmarine nimmt an gar keinen Einsätzen teil, bei denen feindliche Drohnen abgeschossen wurden. Und dann gleich zehn auf einen Streich, denn kurz zuvor waren diese Markierungen nicht zu sehen.

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Im Netz wurde sofort munter drauflos spekuliert – und natürlich wurde auch an Russen- aus Syrien gedacht.

Tatsächlich haben die deutschen Fregatten " " und "Sachsen" im Juni vor Norwegen ihre Flugabwehrraketen erprobt. Unterstützt vom Andoya Test Center (ATC) im äußersten Norden Norwegens wurde die Abwehr von Drohnen geübt. Eine einzelne Drohne ist kein schweres Ziel, doch Anfang 2018 erlebten die russischen Streitkräfte in Syrien eine unangenehme Überraschung, als ihre Luftbasis von ganzen Drohnen-Schwärmen angegriffen wurde. Denkbar, dass die deutschen Fregatten so ein Szenario durchspielten.

Für diese Markierungen hat Fred Christensen mit seiner P47 in 107 Einsätzen sein Leben riskiert und dabei 22 feindliche Flugzeuge vom Himmel geholt.

Für diese Markierungen hat Fred Christensen mit seiner P47 in 107 Einsätzen sein Leben riskiert und dabei 22 feindliche Flugzeuge vom Himmel geholt.

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Auszeichnung für Scheibenschießen

Auf die Übung spielen die Markierungen an. Auf Anfrage teilte die mit: "Die Fregatte "Lübeck" war im Juni in Norwegen und testete ihre Waffensysteme. Die Bordbesatzung entschloss sich, die Gesamtzahl der abgeschossenen Drohnen im Übungszeitraum visuell zu kennzeichnen."

Wegen der Kosten ist zu vermuten, dass es sich bei den Drohnen um Übungsziele handelte. Normalerweise wird die "Kill"-Markierung in einem echten Einsatz verdient, der mit Gefahr für die Besatzung verbunden ist. Den begehrten Strich für ein Scheibenschießen anzubringen, ist zumindest ungewöhnlich.