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HMS Vigilant : Parties und Drogen an Bord eines Atom-U-Boots - Sex-Skandal erschüttert britische Marine

Mit ihren Trident-Raketen sollten sie die atomare Abschreckung Großbritanniens sichern. Doch die Matrosen der HMS Vigilant feierten lieber eine wochenlange Drogenparty, während der Kapitän und sein Stellvertreter Sex-Affären mit untergebenen Frauen pflegten.

Ein U-Boot der Vanguard-Klasse taucht auf

Die U-Boote der Vanguard-Klasse tragen bis zu acht Trident-Raketen mit Atomsprengköpfen

Die HMS Vigilant ist der Stolz der britischen Marine. Der Anspruch des Vereinigten Königreiches, nach wie vor als Großmacht zu gelten, basiert nicht zuletzt auf der atomaren Bewaffnung der Vigilant. Doch das stolze Schiff macht der Marine in jüngster Zeit nichts als Schande. Eine ganze Reihe von Sex- und Drogenskandalen geht von dem U-Boot aus. Anstatt die Russen in Schach zu halten, ließ es die Besatzung an Bord hoch her gehen.

Drogenparty nach langer Reise

Jüngster Skandal: Gleich neun Matrosen müssen die Vigilant verlassen, weil harte Drogen in ihrem Blut nachgewiesen wurden. Als das Boot in den USA vor Anker lag, um nukleare Sprengköpfe an Bord zu nehmen, sollen die Matrosen in ihrem Hotel Drogen-Partys gefeiert haben. Ein Mann soll dabei Sex mit einer Prostituierten in einem Schwimmbad gehabt haben.

Im TV erklärte ein Navy-Quelle: "Diese Jungs waren 91 Tage unter Wasser gewesen - was glaubst du, was wird passieren? Es war dann eine Riesen-Party. Die HMS Vigilant ist bekannt geworden als das Partyboot."

Kommandant in Sex-Skandal verwickelt

Diese Verfehlungen folgen einem anderen Sex-Skandal. Schon zuvor mussten vier Offiziere das Schiff verlassen. Gegen alle Regeln sollen sie untereinander Affären gehabt haben. Auch dabei soll es nicht bei romantischer Zweisamkeit geblieben sein. So offensichtlich waren die Sex-Abenteuer an Bord, dass fünf andere Offiziere des Schiffes in einem beispiellosen Schritt gedroht hatten, den Dienst zu quittieren.

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Besonders peinlich: Im Zentrum des Skandals stehen der Kommandant und sein Stellvertreter. Der zweite Kommandant des U-Boots, Lieutenant Commander Michael S., 36, soll eine außereheliche Affäre mit einem weiblichen technischen Offizier - Hannah L., 27 – unterhalten haben. Kapitän, Kommandant Stuart A., 41, soll in eine Affäre mit Unterleutnant Rebecca E., 25, verstrickt sein. Kommandant und Stellvertreter sind übrigens die einzigen Personen an Bord mit persönlichen Kabinen.

Alle wurden aus dem aktiven Dienst entfernt, die Untersuchung über ihr Fehlverhalten ist noch nicht abgeschlossen. Details, die bekannt wurden, erinnern allerdings an einen Soft-Porno. So sollen die weiblichen Offiziere halbnackt in der Uniform des Kapitäns posiert haben.

Besondere Rolle im Falle eines Atomkrieges

Das Fehlverhalten von erstem und zweitem Kapitän ist beispiellos, aber durch die Rolle der Vigilant erhält es ein besonderes Gewicht. Die HMS Vigilant ist eines der vier U-Boote der Vanguard-Klasse, die bis zu acht Trident-Raketen mit Atomsprengköpfen tragen.

Im Falle eines Atomkrieges haben der  Kapitän des U-Boots und sein Stellvertreter als einzige Offiziere an Bord Zugang zu einem grauen Tresor. Dort liegen in einem versiegelten Umschlag letzte Anweisungen des Premierministers für die Besatzung für den Fall, dass Großbritanniens mit Atomwaffen angegriffen wird und die Regierung keinen Kontakt mehr zu ihrem Schiff aufnehmen kann. Dann müssten die beiden Offiziere selbstständig über den Einsatz ihrer Atomraketen entscheiden.

Etwa zehn Prozent der 168 Mann starken Besatzung von HMS Vigilant sind in Skandale verwickelt, andere, minder schwere Disziplinarfälle eingerchnet. Die Politik ist so entsetzt, dass der Verteidigungsminister den Ersten Seelord, Admiral Sir Philip Jones, angewiesen hat, Drogentests in der gesamten U-Boot-Flotte durchzuführen.

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