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S-80 Isaac Peral Upps – Spaniens neues U-Boot passt nicht mehr ins Dock

Konzept-Studie der S-80.
Konzept-Studie der S-80.
© Hersteller
Spaniens Pannen-U-Boot ist für einen neuen Skandal gut. Zuerst konnte das Boot nicht tauchen. Nachdem das Problem gelöst wurde, ist das U-Boot nun so groß, dass es nicht mehr in sein Dock passt. Dafür wurde die S-80 doppelt so teuer wie geplant.

Einst baute Spanien die mächtigsten Flotten der Welt, heute blamiert sich Madrid beim Versuch, ein U-Boot herzustellen. Es geht um die "Isaac Peral", das erste Boot der S-80-Klasse. Die gesamte Geschichte des Tauchbootes ist voller peinlicher Pannen. Kurz vor Fertigstellung kommt nun die Krönung:

Die spanische Tageszeitung "El País" berichtet, dass die U-Boote nicht mehr in ihre Docks in Cartagena passen. Grund dafür sind zahlreiche Nachbesserungen. Um das Kampfboot überhaupt schwimmfähig zu halten, wurde nachträglich eine Sektion eingefügt. Dadurch sind die Boote deutlich länger geworden. Der ursprüngliche Entwurf sah ein 71 Meter langes, 2200 Tonnen schweres U-Boot vor, nun ist die S-80 Plus 81 Meter lang und verdrängt 3000 Tonnen.

Damals hätten die Verantwortlichen natürlich aufhorchen müssen. Aber vermutlich wollte niemand darüber nachdenken, dass die Verlängerung Probleme im Dock verursachen könnte. An einen Zufall kann man kaum glauben, denn die S-80 wird in unmittelbarer Nachbarschaft zu den U-Boot-Docks gebaut. 

Tauchen bis zum Meeresgrund

Das Drama geht auf das Jahr 2013 zurück. Damals bemerkte man, dass das Boot 100 Tonnen schwerer war als geplant. Die Folge war fatal; das U-Boot konnte zwar prima abtauchen. Das Volumen an Bord reichte allerdings nicht, um das Boot wieder auftauchen zu lassen. Im Einsatz wäre die "Isaac Peral" vermutlich ohne Feindeinwirkung auf den Boden des Meeres gesunken.

Ein ehemaliger Beamter sagte der Nachrichtenagentur AP, der Ursprungs-Fehler sei entstanden, weil in einer Tabelle eine Dezimalstelle verrutscht sei. Immerhin fand man mit der Verlängerung eine Lösung, um das U-Boot zu retten. "El País" schätzt die Kosten auf eine Milliarde Euro pro Boot, die Kosten hätten sich damit glatt verdoppelt. Nicht mitgerechnet sind die Kosten für den nun folgenden Umbau der Docks.

Extrem teures U-Boot

Eine S-80 Plus wäre demnach teurer als ein chinesischer Lenkwaffen-Zerstörer des Typs 055. Er gilt weltweit als das modernste Schiff seiner Klasse – mit einer ungleich höheren Zerstörungsfähigkeit als die S-80.

Insgesamt wurden vier S-80 Kampf-U-Boote bestellt, um die alte Agosta-Klasse abzulösen. Der neue Antrieb arbeitet unabhängig von Luft, sodass die Boote länger unter Wasser bleiben können als andere diesel-elektrische U-Boote. Die S-80er sind mit sechs 533-Millimeter-Torpedorohren bewaffnet. Damit können Torpedos aber auch Anti-Schiffsraketen vom Typ Harpoon und Tomahawk-Marschflugkörper abgeschossen werden.

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