VG-Wort Pixel

Leichtbau Morgenstern-50 – diese Solardrohne soll ewig fliegen und Satelliten ersetzen

Die Doppelrumpfdrophne wirkt sehr filigran.
Die Doppelrumpfdrophne wirkt sehr filigran.
© PR
Leicht, groß und nur mit Photovoltaik angetrieben – Solardrohnen können in der Stratosphäre kreisen und sollen Satelliten ersetzen. Die Morgenstern hat 50 Meter Spannweite und startete zu ihrem Jungfernflug.

Die größte solarbetriebene Drohne der Welt, die Qimingxing-50, hat ihren ersten Testflug hinter sich gebracht. Die Drohne war dabei nicht einmal eine Stunde in der Luft, gebaut ist sie aber, um "ewig" zu fliegen. Möglich wird das, weil die Drohne nicht mit Akkus oder Treibstoff angetrieben wird, sondern durch Solarenergie. Fortschritte bei den Solarpanels machen es möglich, eine große Flügelfläche mit leichten Solarzellen zu versehen.

Die Qimingxing-50 – übersetzt Morgenstern-50 – ist wie alle ähnlichen Modelle sehr leicht gebaut. Es ist nicht daran zu denken, so einen Solarsegler als Fracht- oder Passagierflugzeug zu nutzen. Die Drohne soll in eine Höhe von 20.000 Metern aufsteigen, dort fliegt sie weit über den Wolken. In der Stratosphäre sind diese Leichtbauflieger vor Stürmen und Unwettern geschützt.

Billiger Satellitenersatz

In dieser Höhe können Drohnen wie der Morgenstern-50 alle Aufgaben übernehmen, die heute Satelliten leisten. Sowohl im zivilen wie auch im militärischen Bereich. Damit entlasten sie den "überfüllten" erdnahen Weltraum, nebenbei werden sie auch nichts zum Problem der Weltraumtrümmer beitragen.

Hauptvorteil ist allerdings, dass diese Drohnen keinen Raketenstart benötigen. Das drückt die Kosten enorm, man ist nicht auf die begrenzten Kapazitäten der Startslots angewiesen, und auch Staaten ohne Weltraumprogramm können diese "Pseudo-Satelliten" in eigner Regie nutzen.

Morgenstern-50 wurde von der Aviation Industry Corporation of China (AVIC) gebaut und ist der größere Bruder eines Vorgängers. Das neue Modell besitzt eine Spannweite von 50 Metern, der Vorgänger erreichte 28. Das Modell hat einen doppelten Rumpf und nutzt sechs Propeller, um vorwärtszukommen. Nach dem Jungfernflug von 26 Minuten werden weitere Test erwartet, letztlich soll der Morgenstern mehrere Monate in der Luft bleiben.

Auch Airbus arbeitet an einem ähnlichen Programm. Die Spannweite der Zephyr S ist mit 25 Metern nur halb so groß wie von Morgenstern-50. Zephyr S sollte den Rekord für den längsten Flug brechen, leider stürzte sie nach 64 Tagen ab.


Mehr zum Thema



Newsticker