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Sommerspiele 2020 in Tokio: Japan plant Innovation: Die nächsten Olympia-Goldmedaillen bestehen aus ...

Japan wird 2020 die nächsten Olympischen Spommerspiele ausrichten. Um das Sportturnier nachhaltiger zu gestalten, planen die Organisatoren eine Innovation bei der Herstellung der Medaillen.

Usain Bolt beißt auf seine Goldmedaille

Usain Bolt beißt auf seine Goldmedaille

Die letzten Olympischen Spiele in Rio sind gerade einmal ein paar Monate her, da richtet die Sportwelt schon wieder der Blick nach Japan. Das Land wird vom 24. Juli bis zum 9. August 2020 in Tokio die 32. Olympischen Sommerspiele ausrichten.

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Um dem größten Sportturnier der Welt einen nachhaltigeren Anstrich zu verpassen, haben sich die Organisatoren etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sämtliche der 5000 verliehenen Medaillen sollen aus Elektroschrott bestehen.

Japans Sportdirektor Koji Murofushi sagte der BBC: "Ein Projekt, das die Menschen Japans am Herstellungsprozess der Medaillen beteiligt, ist eine gute Sache. Es gibt nur eine begrenzte Menge an Ressourcen auf der Erde. Indem wir Dinge recyceln, denken wir intensiver über die Umwelt nach." Im ganzen Land werden ab April Sammelboxen in Bürgerämtern und Mobilfunkgeschäften platziert, in die man etwa alte und nicht mehr benötigte Handys werfen kann. Zwar wurden auch bei den letzten Medaillen recycelte Rohstoffe verwendet, doch in Japan werden sie erstmals aus Materialien alter Gadgets bestehen.

Wie funktioniert das Recycling?

Moderne technische Geräte wie Smartphones und Tablets enthalten neben Glas und Metallen auch zahlreiche seltene Erden, darunter Platin, Palladium, Gold, Silber, Lithium, Kobalt und Nickel. Auch Haushaltsgeräte enthalten signifikante Mengen von Eisen, Kupfer oder Zink. Mit Hilfe chemischer Prozesse können die wertvollen Rohstoffe von den übrigen Metallen getrennt werden.

Aus purem Gold bestand die Medaille für den Erstplatzierten übrigens schon in Rio nicht. Die 500 Gramm schwere Medaille bestand laut offiziellen Angaben zu 99 Prozent aus Silber, das mit lediglich sechs Gramm Gold ummantelt wurde. Damit liegt der Materialwert der Goldmedaille bei rund 500 Euro. Den Athleten geht es aber ohnehin um den symbolischen Wert. Deshalb dürfte es nur die wenigsten stören, dass sie im größten Moment ihrer Karriere streng genommen auf Müll beißen.

Die Pechvögel der Olympischen Spiele 2016
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