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Militär-Basis: So luxuriös sieht Putins Eis-Festung aus

Russland befestigt seine Nordgrenze. In der Arktis wurde nun eine futuristische Militär-Basis eingeweiht. Sie soll den russischen Luftraum sichern und fremde Schiffe aus dem Nordmeer fernhalten.

Drei große Kuppeln umrunden das Kleeblatt im Zentrum.

Drei große Kuppeln umrunden das Kleeblatt im Zentrum.

Der Kreml befestigt seine Nordgrenze. Neben einem gigantischen Programm zum Bau neuer Eisbrecher und der Indienststellung eigens für das Eismeer konstruierter Kriegsschiffe, gehört auch der Bau von großen Basen zu dem Programm. Nun wurde eine von ihnen fertig – das "Kleeblatt der ", so der lyrische Name. Sie liegt auf der Insel Alexandraland im Franz-Josef-Archipel. Die Namen stammen übrigens von einer österreichisch-ungarischen Forschungsreise.

Das zentrale Gebäude der Basis hat die Form eines Kleeblatts. Permanent sollen dort 150 Soldaten stationiert werden, die nun veröffentlichten Bilder der Gebäude lassen aber vermuten, dass die Zahl zumindest zeitweise aufgestockt werden könnte. Doch die 150 Mann können autonom 18 Monate lang ausharren.

Großangelegtes Programm

Auf der benachbarten Kotelny-Insel wird eine noch größere Basis für 250 Soldaten errichtet. Insgesamt wird an 13 Stationen gebaut. In der Einsamkeit müssen die Soldaten komplett auf sich gestellt leben können. Der Strom muss selbst erzeugt, alle Lebensmittel müssen herbeigeschafft werden. Für die Stammbesatzung soll ein großes Unterhaltungsprogramm bereitgestellt werden.

Damit die Soldaten bei 44 Grad minus im arktischen Winter nicht depressiv werden, gibt es ein Sportstudio, ein Kino, ein Billardraum und sogar ein Kunstatelier im . Um etwas urbanes Lebensgefühl aufkommen zu lassen, wurde die Basis um einen großen und lichten Innenraum herum konstruiert.

Drei Ziele verfolgt Moskau

Diese Basen sollen es ermöglichen, Truppen aufzustellen, die unter den extremen Bedingungen der Arktis einsatzfähig sind. Welche Waffensysteme dort genau aufgestellt werden sollen, ist naturgemäß geheim. Zu erwarten ist der Aufbau moderner Radaranlagen und die Installation von Raketenbatterien zur Luftverteidigung. In den letzten Monaten brachten russische Militärs sogar die Möglichkeit ins Spiel, dort Kampfflugzeuge oder Bomber zu stationieren.

Besetzt wird die Basis von Truppen der Ersten Luftverteidigungsdivision der 45. Armee der Nordflotte. Diese Armee wurde 2015 eigens für das Eismeer aufgestellt. Es wird erwartet, dass die Armee auf der Siegesparade am 9. Mai ihre Waffen vorstellen wird, die speziell für die Arktis angepasst worden sind. 

Zu der Agentur Sputnik sagte der russische Militärexperte Viktor Litovkin, dass es drei strategische Ziele für Russland in der Arktis gibt. Das erste Ziel sei das Freihalten der nördlichen Schiffsroute und ihre Etablierung als internationaler Handelsweg. Das zweite sei das Sichern der russischen Bodenschätze. "Und das dritte Ziel: Es ist entscheidend, dass wir diese Gewässer vor fremden Schiffen mit Lenkwaffen an Bord freihalten können."