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Selfmade Energy Solaranlage – erfahren Sie in 30 Minuten, ob eine Fotovoltaikanlage auf das Dach passt und was sie kostet

Autonom Strom erzeugen und auch noch Geldsparen - diese Faktorem treiben den Solarboom an.
Autonom Strom erzeugen und auch noch Geldsparen - diese Faktorem treiben den Solarboom an.
In wenigen Minuten kann man bei Selfmade Energy erfahren, ob und wenn ja welche Solaranlage aufs eigene Haus passt. Und fast noch wichtiger, wie lange man auf die Anlage warten muss.

Solaranlagen sind "in" – sie sind so angesagt, dass es gar nicht so leicht möglich ist, eine Anlage auf das eigene Dach zu bekommen. Das Portal "Selfmade Energie" kürzt den Weg zum eigenen Strom deutlich ab. Auf der Seite findet sich ein Solarrechner, der ziemlich genau berechnet, was auf dem eigenen Dach geht – und was nicht. Und kann man über das Portal schnell konkrete Angebote und Kostenvoranschläge bekommen.

Im Moment erlebt Solarenergie einen Boom, sagt der Gründer von Selfmade Energy Tim Rosengart. "Generell kann man sagen, dass das Interesse seit dem Krieg in der Ukraine explodiert."

Furcht vor dem Black-Out

In der aktuellen Lage fürchtet man nicht nur stark steigende Strompreise, sondern sogar einen Zusammenbruch der Stromversorgung. Das führt ab er auch zu Problemen: "Die Preise für Solarpanel sind in den letzten Jahren stark gefallen, doch in der letzten Zeit haben sie angezogen. Und dazu haben wir einen Fachkräftemangel. Diese Anlagen müssen installiert werden, und es ist im Moment gar nicht so leicht, jemanden zu bekommen."

Die Motivation, sich eine Solaranlage zuzulegen, hat sich mit den Jahren verändert. Zunächst waren es vor allem Umweltbewegte, die diesen Schritt gegangen sind. Dann wurden die Anlagen immer billiger, der Netzstrom aber immer teurer. Eigenstrom lohnte sich, heute kann man grob kalkulieren, dass man Solarstrom für 10 bis 12 Cent produzieren kann, während der gekaufte Strom 35 Cent kostet – teilweise auch deutlich mehr. Im Laufe der Jahre wird der Netzstrom teurer werden, der Preis des Eigenstroms steigt dagegen nie.

Eigenstrom ist superbillig

So wurde Solar etwas für Sparfüchse. "Vor dem Krieg war der größte Treiber die Anschaffung eines E-Autos. Über 70 Prozent unserer User waren gerade dabei, sich eines zu kaufen und haben dann festgestellt, dass dieses E-Auto nicht mit Luft und Liebe fährt, sondern Strom verbraucht und wenn man diesen Strom aus dem Netz bezieht, wird das Ganze teuer. Da kann man auch das eigene Dach dafür nutzen und eigenen Strom zu erzeugen."

Seit dem Krieg kommt die Black-Out-Panik hinzu. "Wir schauen den Kunden nicht in den Kopf, aber wir sehen, dass sie nicht besonders preissensibel sind. Wenn ein Kunde über unsere Plattform Angebote erhält, ist für viele eine schnelle Installation das entscheidende Kriterium und nicht der Preis. Wann ist die Anlage verfügbar, ist die wichtigste Frage."

Das Portal soll den Weg zu einer eigenen Solaranlage möglichst einfach machen. Tim Rosengart hatte die Idee dazu, als er seinen Eltern helfen sollte, eine Solaranlage zu bekommen. "Meine Eltern wollten ein E-Auto und eine Solaranlage. Also habe ich Angebote eingeholt – oder wollte das tun." Er machte das wie alle anderen auch. Man ruft bei dem Elektriker an, der damals die Hausanlage installiert hat, oder man fragt einen Nachbarn, der schon eine Solaranlage hat. "Ich musste immer Vorort-Termine machen, damit ich in ein paar Wochen ein Angebot bekam. Das hat mich total genervt." Bei einer Anlage zum Preis von über 20.000 Euro wollte Rosengart verständlicherweise mehrere Angebote einholen. "Für die Firmen ist das auch dumm – die müssen 10 Termine machen, um einen Auftrag zu bekommen."

Tim Rosengart hat das Portal Selfmade Energy gegründet, weil er beim Versuch, seinen Eltern eine Solaranlage zu besorgen, fast verzweifelte.
Tim Rosengart hat das Portal Selfmade Energy gegründet, weil er beim Versuch, seinen Eltern eine Solaranlage zu besorgen, fast verzweifelte.

Hiflosigkeit des Kunden

Dann kam das nächste Problem, die Kostenvoranschläge unterschieden sich alle. Manche Anlagen waren größer als andere, die Komponenten kamen von anderen Herstellern. "Als Kunde hat man eine gewisse Vorstellung, was ein Auto kostet, was man für einen TV ausgeben will, aber bei einer Solaranlage ist der Laie komplett hilflos." Außer den Solarmodulen sagen dem Kunden die Komponenten nichts, er kann auch die Wertigkeit einzelner Hersteller, deren Namen er noch nie gehört hat, nicht abschätzen.

Das macht der Solarrechner nun deutlich einfacher. Tim Rosengart: "Es war ganz wichtig, dass wir möglichst sparsam mit den Daten umgehen." Tatsächlich ist die Hemmschwelle sehr gering. Zuerst gibt man seinen Strombedarf ein, den man jetzt schon hat, vielleicht soll aber noch etwas Reserve für ein E-Auto oder eine Wärmepumpe dabei sein. So bekommt man eine Zahl in Kilowattstunden. "Das ist der theoretische Bedarf, im nächsten Schritt prüfen wir die konkreten Möglichkeiten."

Und hier kommt die Besonderheit des Solarrechners ins Spiel. Nur mit der Adresse berechnet er relativ genau, wie viel Solarleistung auf ein konkretes Gebäude passt und wie viel Strom man damit erzeugen kann. "Dafür zapfen wir die Solarkataster der Bundesländer an. Jedes Land hat diese Kataster angefertigt. Aus der Luft hat man Lasercans von den Dächern angefertigt. Und über diese Daten lassen wir eine künstliche Intelligenz laufen."

Manche sind auf der Sonnenseite und können 100 QM auf dem Dach installieren und haben dann noch weitere Flächen auf Carport und Nebengebäude. Beim Haus der Eltern von Rosengart sieht das anders aus. Da gibt es eine Gaube, dort einen Schornstein, der einen Schatten wirft. Dann die Nordseiten. Wenigsten wirft der Baum im Garten keinen Schatten auf das Dach. Es bleiben nur 42 Quadratmeter für Solar. Ein Modulplatzierer rechnet genau aus, wie viele konkrete Panel auf die Fläche passen. "Wenn der Rechner das alles weiß, zieht er sich vom Wetterdienst die historischen Sonneneinstrahlungsdaten." Damit berechnet er, wie viel Strom man im Jahr erzeugen kann. Bei diesem Haus sind es 13 Module und damit kann man 4190 kWH erzeugen. "Das reicht nur für eine Autonomie von 52 Prozent. Wünschenswert wären 23 Module, doch die passen leider nicht sinnvoll auf das Haus."

Kosten und Zeiten

Nach der Registrierung mit einer Mailadresse erhält man innerhalb weniger Minuten die ersten Angebote. Das geht so fix, weil dahinter große Firmen stecken, die ein Angebot automatisch erstellen. In den nächsten Tagen können dann weitere Angebote hinzukommen. Für den User ist der Service kostenlos. Wenn man sich für ein Angebot interessiert, wird es nachgeschärft. Mit weiteren Angaben und detaillierten Fotos. Wer mag, kann auch einen Solarexperten zurate ziehen, der will dann aber bezahlt werden.

Fazit

Den Solarrechner von Selfmade Energy sollte jeder Interessent besuchen. Vor allem Laien erhalten hier viele Informationen zusammengefasst und etwa auch nach Bundesländern sortiert. Die Angebote des Portals kann man nutzen, muss man aber nicht. In jedem Fall bekommt man schnell einen Eindruck über die Kosten, die auf einen zukommen und mit welchen Terminen man rechnen kann. Selbst wenn man über das Portal am Ende gar keinen Vertrag abschließt, helfen die detailliert aufgeführten Leistungen und das Raster von Kriterien, den Kostenvoranschlag auch einer dritten Firma zu beurteilen. Und das Ganze ohne nennenswerten Aufwand. Wichtig auch: Selfmade Energy ist nur eine neutrale Vermittlungsplattform, das ist etwas ganz anderes als die Solarrechner großer Anbieter, bei denen man nur das Angebot einer Firma erhalten kann.

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