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Ecoflow Powerkits So einfach wie Lego - komplette Stromversorgung für Camper oder Tinyhouse

Für das Pressefoto haben die Boxen den beste  Platz im Wagen bekommen, man kann  sie aber auch verstecken.
Für das Pressefoto haben die Boxen den beste  Platz im Wagen bekommen, man kann  sie aber auch verstecken.
© PR
Ecoflow will den Markt für die Stromversorgung in Campern und Hütten revolutionieren. Mit den "Powerkits" kommt ein System für anspruchsvolle Aufgaben auf den Markt, das ohne spezielle Kenntnisse zusammengesteckt werden kann.

Powerboxen sind ein Nischenmarkt, der rasant wächst. Die einen wollen damit ihre Hütte beleuchten, die anderen das Vanlife verstromen und Dritte denken an die Ersparnis durch eine mobile Solaranlage. Dazu kommen Häuser ohne Stromanschluss, in Deutschland ist das eher selten, in vielen Ländern auch der EU auf dem Land aber nicht ungewöhnlich. Die Energiekrise macht die Vision einer autarken Stromversorgung spannender.

Mehr als nur eine Box

Bislang wurden Powerboxen auch von Ecoflow als "Kiste" angeboten. Der Vorteil: Der Kunde muss sich um nichts kümmern. Der muss sie nur aufladen – ob aus dem Netz, dem Kfz oder dem Solarpanel. Und schon kann er an den Anschlüssen der Box den Strom anzapfen. Über das Innenleben können sich die Techniker der Firma Gedanken machen, der Kunde muss das nicht. Das Modell kommt an Grenzen, wenn nicht nur ein mobiler Arbeitsplatz oder ein Zelt mit Strom versorgt werden soll, sondern größere Einheiten. Wie eine Wochenendhütte, ein Tiny House oder ein großes Wohnmobil. Systeme, die nicht nur eine oder zwei Strippen zur Box benötigen, sondern ein ganzes Netz an Leitungen Schaltungen und Steckdosen versorgen sollen.

Dieses Dilemma will Ecoflow nun lösen. Die Firma wurde mehrmals ausgezeichnet, weil ihre Solarsysteme die Grenzen von stationären und mobilen Einrichtungen auflösen. Sie bringt nun Kits mit einem sogenannten Powerhub auf den europäischen Markt. Einfach gesagt, wird hier die Box auf zwei Teile verteilt. Einmal in den Akku. Die komplexe Elektronik wandert in ein anderes Modul, den Hub. Der Hub ist nicht dafür da, dass man seinen Verbraucher einsteckt, es ist das Herz der Stromversorgung, von dem aus Netze gespeist werden. Hauptunterschied: Der Hub wird installiert und ist nicht mehr mobil.

Kompakt und narrensicher

Im Prinzip machen die Boxen und der Hub auch nichts anders, als was man aus verschiedenen Komponenten selbst zusammenstellen kann. Nur hier sind keinerlei Kenntnisse erforderlich. Es werden keine Leitungen gelötet, die Teile werden mit normierten Steckkabeln verbunden. An sie können eine mobile smarte Powerbox, "dumme" Akkus oder Solarpanel angeschlossen werden. Die Batterien gibt es mit 2000 und 5000 Wh und sie lassen sich zu höheren Leistungen clustern und aufeinanderstapeln. Und natürlich ist es auch möglich, die Module einfach umzurüsten. Man kann normalerweise Akkuspeicher und Solarzellen in ein häusliches System einbinden und für den Urlaub in den Camper transferieren.

Das System basiert auf einer 48-Volt-Technik, so werden starke Ströme möglich, ohne dass die Kabelquerschnitte immer fetter werden. Das hilft auch, wenn immer stärkere Solarmodule verbaut werden. Der Power Hub gibt eine maximale Leistung von 3600 Watt ab. Das reicht, um so ziemlich alles anzutreiben, was mit einem 230-Volt-Schukostecker ausgerüstet ist. Nur Waschmaschine und Backofen wird man nicht parallel anwerfen können. In dem Hub sind immer mehrere Geräte integriert: zwei Solarladegeräte, ein Gleichstromladegerät, um das System von der Lichtmaschine laden zu gehen, einen Wechselrichter, der den 230-Volt-Strom erzeugt, und einen Transformator, der die internen 48 Volt auf 12-Volt-Gleichstrom bringt.

Große Leistungsbandbreite 

Die Kits gibt es in drei Stufen – wenn die angeschlossenen Kreise größer und komplexer werden, muss man nach den besser ausgestatteten Sets greifen. Zugleich werden die drei Linien mit unterschiedlich starken Speichern ausgestattet. Die sinnvollen Kombinationen hängen vom Einsatz ab. In einem kleinen Camper genügen 2000 Wattstunden Kapazität und ein Solarpanel von 400 Watt Leistung. Will damit ein ganzes Ferienhaus verstromen, müsste man zu mehr Speicher und dann auch entsprechend mehr Solarkapazität greifen, damit der Speicher gefüllt werden kann. Entsprechend groß die Spannbreite der Preise. Das 2000 Wh-Kit startet bei etwa 5000 Euro und reicht bis 7350. Rüstet man auf 15.000 Wattstunden auf – das entspricht schon einer soliden Hausanlage – liegen die Preise zwischen 17.000 und fast 20.000 Euro. Jeweils für die Zusammenstellung eines Komplettsystems. Nach Markteinführung wird man ein Set voraussichtlich auch selbst zusammenstellen können, doch meist hat ein Bundle einen großen Preisvorteil gegenüber den Einzelkomponenten.

Fazit

Die Preise lassen einen schon erst mal schlucken. Aber grundsätzlich ist die Energiewende nicht umsonst. Trostpflaster ist, dass der Strom später umsonst ist. Dazu entfällt die Rechnung für die Installation, beziehungsweise dürfte sie weitaus geringer ausfallen. Für Camper, Wohnmobile und Hütten reicht ein Bundle in der 2000-Watt-Klasse, bei dem später bei Bedarf eine weitere Batterie angehängt wird. Spannend ist die Abwärtskomptabilität zur 12-Volt-Technik. So behält man den Zugang zu dem breiten Angebot an Verbraucher, und könnte relativ einfach ein altes Wohnmobil mit Bleibatterien auf die Ecoflow Technik inklusive Solarpanel umstellen. Das Ecoflow-System vereinfacht die Installation, Verkabelungsfehler dürften praktisch ausgeschlossen sein. Abzuwarten bleibt, ob auch Fremdkomponenten integriert werden können, ohne dass die Smartheit der Anlage beeinträchtigt wird.

Ecoflow 


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