TV-Qualität Und was ist mit Fußball?


Kabel, Satellit, Internet - welcher Empfangsweg ist der richtige, wo gibt es die beste TV-Qualität? Der stern-Ratgeber hilft weiter.
Von Hartmut Krafczyk

Analoger Kabelempfang

Vorteile:

Bequemer geht es nicht - an die Buchse in der Wand kann jedes TV-Gerät ohne weitere Zusatzboxen oder Decoder angeschlossen werden. Zur Freude aller Zapper sind die Umschaltzeiten kurz.

Nachteile:

Rund 15 Euro monatliche Kabelgebühr für etwa 33 Sender sind ein stolzer Preis. Der analoge Kabelempfang ist eine aussterbende Art, der größte Netzbetreiber "Kabel Deutschland" vergibt ihn an Neukunden schon gar nicht mehr.

Empfehlung:

Immer noch okay für Normalzuschauer, die sich nicht um Technik kümmern wollen.

Digitaler Kabelempfang

Vorteile: Viel mehr Programme! Sparten-, Fremdsprachen- und Bezahlsender, ebenso Spezialkanäle wie der ZDF-Dokukanal und Sat 1 Comedy gehören zum Angebot. Filme wie "Casino Royale", die noch nicht im Fernsehen liefen, gibt es für etwa drei Euro im Bestellabruf. Schon für die Grundgebühr von rund 16 Euro im Monat hat der Kunde mehr als hundert Kanäle, weitere lassen sich hinzuabonnieren - darunter auch die Bundesliga-Übertragungen von Premiere. Bild und Ton haben deutlich bessere Qualität.

Nachteile:

Nur in wenige TV-Geräte ist ein digitaler Kabeltuner eingebaut. Man braucht also eine Zusatzbox - und für verschlüsselte Programme eine Decodierkarte ("Smart Card"). Die Erstausstattung gibt es vom Kabelanbieter oft vergünstigt - aber die reicht nur für einen Fernseher. Der Anschluss der Boxen kann kompliziert sein.

Empfehlung:

Ideal für Fern-Seher, die schon Analogkabel haben und sich verbessern wollen.

Analoger Satellitenempfang

Vorteile: Analoge Empfangsboxen ("Sat- Receiver") sind schon für weniger als 40 Euro zu haben.

Nachteile:

Für den Satellitenempfang muss eine Schüssel auf Dach oder Balkon. Programmauswahl und Empfangsqualität sind geringer als beim Digitalempfang.

Empfehlung:

Ideal für - niemanden. Die Zeit des analogen Sat-Empfangs ist vorbei.

Digitaler Satellitenempfang (DVB-S)

Vorteile: Noch kostet der Empfang per Satellit keine laufenden Gebühren; der Receiver findet mehrere Hundert Kanäle. Sogar Sender mit hochauflösendem Fernsehen ("HDTV") wie Sat 1 HD und Pro Sieben HD gibt es kostenlos, wenn der Sat- Receiver die Technik beherrscht. Pay-TV lässt sich mit einer kostenpflichtigen "Smart Card" vom Anbieter entschlüsseln - auch hier gehört Fußball von Premiere dazu.

Nachteile:

Der Installationsaufwand ist wegen der Schüssel höher als beim Kabelfernsehen.

Empfehlung:

Ideal für Vielseher und Liebhaber ausländischen Fernsehens.

Digitaler Antennenempfang (DVB-T)

Vorteile: Es genügen eine Zimmerantenne und ein DVB-T-Receiver, der ab 50 Euro zu haben und in vielen neuen TV-Geräten schon eingebaut ist. Je nach Region sind bis zu 30 Programme zu sehen. Der Empfang ist kostenlos.

Nachteile:

DVB-T wird nicht überall ausgestrahlt, in einigen Regionen sind nur öffentlich- rechtliche Sender zu sehen (siehe www.ueberallfernsehen.de). Die Bildqualität ist schlechter als bei DVB-C und -S. Pay-TV- und HDTV-Sender gibt es nicht.

Empfehlung:

Ideal für alle, die nicht viel oder mobil fernsehen möchten.

TV per Internetleitung (IPT V)

Vorteile: Alles geht über einen Anschluss - nämlich die DSL-Leitung. Telekom und Alice bieten das für ihre schnellsten Internetanschlüsse in manchen Regionen an. Dann wird per DSL oder VDSL nicht nur im Netz gesurft und telefoniert, sondern auch das TVProgramm genossen. Eine spezielle Box entschlüsselt die Signale so, dass sie wie gewohnt auf dem Bildschirm angezeigt werden. Das kann günstiger als ein Kabelanschluss sein: Bei Alice zahlt man für "Home TV" 9,90 Euro im Monat für 60 Programme. Zudem bietet IPTV Dienste wie den Einzelfilmabruf ("Video on demand") und Zugriff auf TV-Archive. Bei T-Home ist auch die Bundesliga zu haben.

Nachteile:

Man braucht DSL oder sogar VDSL und eine Extrabox. Zudem ist IPTV nur punktuell verfügbar - mit T-Home und Alice Home TV gibt es erst zwei Anbieter, Arcor will als dritter folgen.

Empfehlung:

Reizvoll für Technikbegeisterte, die als Erste das Neueste wollen.

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