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Produkttest Warentest prüft Kinderwagen – Chemiealarm bei Markenprodukten

Eine Kinderwagen muss mit dem Kind wachsen (Symbolfoto)
Eine Kinderwagen muss mit dem Kind wachsen (Symbolfoto)
© Bojanstory / Getty Images
Für die Kinder sollte das Gute gerade gut genug sein. Doch beim Test von Kinderwagen erreichten nur zwei Kandidaten eine gute Note. Auch bei Markenprodukten gab es Chemiealarm.

Kleine Kinder schlafen viel, darum brauchen sie eine bequeme und ergonomische Babywanne. Die Stiftung Warentest hat zwölf Kombi-Kinderwagen getestet. Besondere Herausforderung der Hersteller: Die Wagen sollen vom Säugling bis zum Kleinkind perfekt passen. Acht der Modelle sollen sogar noch für Vierjährige geeignet sein.

Und daran hapert es, wie der der Test zeigte. Nur zwei der Wagen erhielten das Prädikat "Gut". Vier Mal gab es ein "Ausreichend" und zwei Mal sogar die Negativnote "Mangelhaft". Eltern wollen für das Kind das Beste und angesichts des allgemein hohen Preisniveaus dürfen sie das auch erwarten.

Chemienachweis in zwei Wagen 

Nicht erwarten sollten sie hingegen giftige Chemikalien, die für die beiden mangelhaften Noten verantwortlich sind. Im Sicherheitsgurt eines Kinderwagens fanden sie zum Beispiel Benzo(ghi)perylen. Einen Umtausch und Rückruf sieht der Hersteller Hauck nicht als geboten an. Die Auskunft der Firma lautet: "Wir sehen keine Veranlassung, einen Umtausch anzubieten, da keine Überschreitungen von Grenzwerten vorliegen." Die Warentester schreiben dazu, dass die gefundene Menge des Schadstoffs den Grenzwert des Geprüfte-Sicherheit-Zeichens (GS) sehr wohl überschreite und ihrer Meinung die Chemikalie im Kontaktbereich von Kleinkindern gar nichts zu suchen habe.

Müssen große Spanne abdecken 

Größte Herausforderung bei der Konstruktion des Kinderwagens ist eine bequeme Position des Kindes über die Dauer der Nutzung. In dieser Zeit wächst der Nachwuchs nicht nur satte 35 Zentimeter, die Gewohnheiten ändern sich auch noch massiv. Während ein Säugling im Wesentlichen bequem schläft, will das Kind später sitzend die Welt beobachten.

Fast genauso so knifflig ist die Handhabung. Ein Kinderwagen will nicht nur bewegt und zusammengeklappt werden, er verfügt dazu über zahlreiche Möglichkeiten der Verstellbarkeit. Das sollen die Eltern alles bewältigen, ohne ein kompliziertes Handbuch auswendig zu lernen und ohne dass sie sich verrenken müssen.

Billiger im Vorjahr

Überzeugen konnten am Ende nur zwei Kandidaten. Am besten schnitt der Kinderwagen Lila XP von Maxi-Cosi ab. Mit der Oria XXL-Babywanne verfügt er über die größte und beste Babywanne. Das gibt die Note 2,2. Auch in sitzender Position ist der Lila XP sehr lange einsetzbar. Der Preis liegt mit 950 Euro im oberen Bereich der Testkandidaten. Die Größe des Modells hat aber auch einen Nachteil. Auch zusammengeklappt benötigt der Lila XP viel Platz, das kann bei einem Kleinwagen im Kofferraum eng werden. Ebenfalls gut (Note 2,3) schnitt der Hartan Yes GTS2 ab. Er kostet sogar 1100 Euro. Seine Besonderheit: Ihn kann man so anpassen, dass er auch von sehr großgewachsenen Eltern bequem geschoben werden kann.

Wenn Preise um die 1000 Euro herum die Haushaltskasse überfordern, empfehlen die Warentester günstige und gute Modelle aus dem Test des Vorjahres. Die Testkriterien haben sich zwar geringfügig geändert, dennoch sind die Modelle einen Blick wert. Der Hauck Saturn R Duoset und Kinderkraft Moov bekamen eine gute Note. Den Saturn R Duoset gibt es für 400 Euro und der Kinderkraft Moov ist ein echtes Schnäppchen. Er kostet nur 260 Euro. Unseren Artikel zum Test von 2019 finden Sie hier.

Den ganzen Test 2020 können Sie gegen eine Gebühr hier einsehen.

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