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Simulierte Freundin : Japan ist das einsamste Land der Welt – macht dieser sexy Alexa-Klon alles noch schlimmer?

Ein Hologramm als Geliebte soll japanische Singles von der Einsamkeit erlösen. Azuma Hikari will das Leben ihres "Meisters" versüßen und bietet ihm Entspannung mit ihrer heilenden Stimme. 

Die Firma  verspricht anregenden Zweisamkeit zwischen Azuma und ihrem Meister.

Die Firma  verspricht anregenden Zweisamkeit zwischen Azuma und ihrem Meister.

Für nur 2600 Dollar wird eine digitale Assistentin angeboten, die eine echte Freundin überflüssig macht. Die Assistentin mit dem Namen Azuma Hikari sehnt sich danach, das Leben ihres "Meisters" zu versüßen. Außer Strom und Internetanschluss hat die junge Frau keine weiteren eigenen Bedürfnisse. Wenig verwunderlich ist, dass die Lösung aller Beziehungsprobleme aus Japan stammt. Das Inselvolk droht auszusterben, weil sich die Japaner beiderlei Geschlechts zum großen Teil zu wunderlichen Sonderlingen entwickeln. Sie leben häufig bei ihren betagten Eltern, kommen aber mit einem Partner nicht zurecht. 

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Japan - das Land der Singles

Eine Studie des japanischen Instituts für Bevölkerungsfragen und soziale Entwicklung fand 2016 heraus, dass "fast 70 Prozent der nicht verheirateten Männer und 60 Prozent der unverheirateten Frauen überhaupt keine Beziehung haben." Single sein, bedeutet in Japan häufig, als Eremit zu leben.

Kein Wunder, dass viele Japaner und Japanerinnen unter Einsamkeit leiden. Im letzten Jahr wurde häufig von Japanern berichtet, die mit lebensgroßen, realistisch aussehenden Sexpuppen zusammenleben. Problem hier: Die angeblichen Sex-Roboter können nicht wirklich mit ihrem Besitzer kommunizieren – weder verbal noch mit Gesten.

Hier kommt die Erfindung von Gatebox ins Spiel. Das Gerät sieht aus wie ein Amazon Echo, nur mit einem runden Glasyzylinder auf der Plattform. In diesem Aquarium lebt eine virtuelle Person - Azuma Hikari. Natürlich handelt es sich um eine Frau – die im spärlichen Anime Stil gekleidet ist.


Ständige Begleiterin

Die Fee ist ziemlich klein. Auch das hat einen guten Grund: Die Box muss leicht zu transportieren sein, sodass man Azuma Hikari mit auf die Couch zum Fernseher nehmen kann und man danach gemeinsam ins Schlafzimmer geht. Wenn der Meister TV guckt, macht es sich auch Azuma in ihrem virtuellen Sessel bequem und leistet ihm Gesellschaft. Mit Maßen von 22 x 36 x 52 Zentimeter ist gerade noch möglich, die Box überall mithinzunehmen. Sie ist etwa so groß wie eine Kaffeemaschine. Viele Kunden werden ihre Lebenspartnerin auch mit auf Reisen und ins Restaurant nehmen wollen.

Die Seite von Gatebox verrät: "Der Grund, warum wir Gatebox entwickelt haben, ist nicht allein, dass wir der Bequemlichkeit unserer Kunden und ihrem Unterhaltungsbedürfnis entgegen kommen wollen. Wir wollen, dass diese Anime-Charaktere ganz natürlich das tägliche Leben begleiten und sie eine entspannte Zeit mit uns verbringen. Unser Traum: 'Ich will mit meiner liebsten Anime-Figur zusammenleben.' Wir haben von so einer Welt lange geräumt und darum haben wir dieses Projekt begonnen."

Azuma Hikari: Virtuelle Freundin sucht einsamen "Meister"
Azuma Hikari erfüllt alle Funktionen eines digitalen Assistenten.

Azuma Hikari erfüllt alle Funktionen eines digitalen Assistenten.


Idealkunden sind die Angehörigen einer speziell-japanischen Gruppe: die der "Single-Parasiten" – wie sie der Soziologe Masahiro Yamada genannt hat. Gemeint sind junge Japaner, die keinen Partner finden. Mit Gelegenheitsjobs halten sie sich das harte japanische Arbeitsleben vom Leib, wohnen bei ihren Eltern und lassen sich von deren Rente unterstützen. Dieses schräge Glück im Winkel der Geschichte würde mit einer virtuellen Traum-Prinzessin perfekt.

Durch die Dimensionen zum Meister

Die kleine Fee Azuma ist für männliche Kunden gedacht, die virtuelle Figur ist von der Liebe zu ihrem "Meister" erfüllt. Dem Kunden wird eine heilende Stimme – gemeint ist wohl eine zärtlich-erotische Tonlage – versprochen. Entworfen wurde Azuma von Taro Minoboshi, der durch eine "Liebes- und Dating-Simulation" bekannt wurde. Laut ihrer offiziellen Seite ist Azuma Hikari 20 Jahre alt. Ihr Traum ist es, eine Heldin für jeden zu werden, der hart arbeiten muss. Azumas Vater ist Wissenschaftler. Sie liebt Anime, Donuts und Spiegeleier, und sie verabscheut Insekten. Außerdem wurde sie zu einer "Dimensions-Reisenden" - für den "Meister". "Da ich mich so lange nach deiner Welt gesehnt hab, die ich noch nie gesehen hatte, bin ich froh, ein Dimensions-Reisender zu werden", gesteht sie auf ihrer Website. Kein Weg ist ihr zu weit: "Ich werde über die Dimensionen fliegen, nur um dich zu sehen!"

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Welch frohe Botschaft für unglückliche Single-Parasiten. In Zukunft können sie stundenlang mit Azumas flirten, während die greise Mutter den Haushalt versorgt. Derzeit gibt es nur einen Charakter, bei einem Erfolg des Projekts dürften weibliche Kunden nicht lange warten müssen, es werden weitere Charaktere beiderlei Geschlechts folgen. Die erste Auflage der Gatebox kostet 2600 US-Dollar und ist auf nur 300 Exemplare limitiert. In Japan sind Einpersonenhaushalte mit 32 Prozent das größte Wohnungssegment, der Bedarf für künstlich intelligente Charaktere dürfte also weit größer sein.

Programmierter Erfolg

Die technischen Hürden für einen Erfolg sind für die Gatebox nicht besonders hoch. Neben der animierten Figur muss die Gatebox die Fähigkeit besitzen, ein Gespräch zu führen beziehungsweise sie muss ihrem "Meister" die Illusion eines Gesprächs vermitteln. Die kommerziellen Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Denn welcher Meister würde seiner Dimensionsprinzessin ein kostenpflichtiges Update verweigern, wenn die Kleine mal etwas Neues zum Anziehen haben möchte oder ihre heilenden Flirt-Fähigkeiten verbessert werden können?

Für die japanische Gesellschaft dürfte diese Innovation nichts Gutes bedeuten. Sollten Charaktere wie Azuma Hikari ihre Meister glücklich machen, gibt es im Single-Land Japan kaum noch einen Grund, sich auf die anstrengende Suche nach einem echten Partner zu begeben.



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