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Android-Smartphone Google Pixel 6a im Test: Ein solides Smartphone, das so aber nicht sein sollte

Google Pixel 6a Rückseite
Sehr minimalistisch: Das Google Pixel 6a hat – wie das Pixel 6 auch – einen wirklich schönen Rücken.
© stern / Christian Hensen
Das neueste Pferd im Android-Stall von Google heißt Pixel 6a. Eigentlich setzt die Hardware-Abteilung des Konzerns damit eine erfolgreiche Serie fort – verirrt sich aber diesmal auf seltsame Weise.

Kompakt, leistungsstark und günstig: Wenn Google die A-Reihe des jeweils aktuellen Pixel-Modells auf den Markt bringt, freuen sich Fans und Pfennigfuchser gleichermaßen. Denn seit Jahren versprechen die günstigen Einstiegsmodelle eine erstaunlich gute Ausstattung zu fairen Konditionen. In diesem Jahr ist das Pixel 6a an der Reihe – und schließt die Lücke zwischen Pixel 6, Pixel 6 Pro und dem für den Herbst angekündigten Pixel 7. Im Test soll sich zeigen, ob Google die Erfolgsgeschichte um ein Kapitel erweitert, oder das Gerät den gewohnten Ansprüchen nicht gerecht wird.

Pixel 6a ist nicht viel kleiner als das Pixel 6

Zunächst die Fakten: Das Google Pixel 6a setzt auf einen 6,1-Zoll-Bildschirm und ist damit wie üblich der kleinste Vertreter der Reihe – aber nur um 0,3 Zoll. Das OLED-Display löst mit 1080x2400 Pixeln auf und stellt Inhalte im Verhältnis 20:9 dar. Im Gegensatz zum Pixel 6 oder 6 Pro bietet es nur eine Bildwiederholrate von 60 Hertz, zieht also in puncto Darstellung schneller Filmszenen oder actionreicher Spiele den Kürzeren.

Google Pixel 6a Display
Das Display ist im Alltag absolut ausreichend: Google verbaut im 6a auch einen OLED-Bildschirm. Nur bei hektischen Inhalten und Spielen hat es im Vergleich das Nachsehen – nur 60 Hertz sind einfach nicht zeitgemäß.
© stern / Christian Hensen

Als Prozessor kommt Googles Eigengewächs Tensor zum Einsatz, steht den größeren Modellen dahingehend also in nichts nach. Die Leistung reicht für den Alltag völlig, das Smartphone reagiert pfeilschnell und die Menüführung ist ruckelfrei. Auch Spiele und aufwendigere Anwendungen meistert das Pixel 6a vorbildlich. Mit 6 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte Speicherplatz bietet das Gerät alles, was eine alltagstaugliche Mittelklasse braucht. Bedauerlich: Das Gerät gibt es nur in dieser Speichergröße und erweiterbar über eine externe Karte ist es nicht.

Die Kamera des Pixel 6a ist alt – sehr alt

Bei der Hauptkamera geht Google zwei Schritte zurück. Statt dem Gerät die Hardware der größeren Vorbilder zu spendieren, bekommt das Pixel 6a als Weitwinkelkamera lediglich ein älteres 12,2 Megapixel Modell aus vergangenen Tagen – was schade ist, denn die A-Serie bot in dieser Diszplin bisher die gleiche Hardware wie die teureren Varianten und war nicht zuletzt deshalb sehr beliebt.

Die Ultraweitwinkelkamera mit 12 Megapixeln stammt immerhin aus der aktuellen Baureihe. Gut: 4K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde sind möglich, das war früher bei der 12-Megapixel-Knipse nicht der Fall. Die Selfie-Kamera, die in Form einer kleinen Aussparung das Display ziert, knipst mit acht Megapixeln.

Es folgen ein paar Testaufnahmen, die zeigen, was das Pixel 6a kann – und woran es hakt. Zugegeben: Der Vergleich zwischen Pixel 6a und iPhone 13 Pro Max ist nicht ganz fair, aber die Kameras der größeren Pixel-Modelle können locker mithalten – warum also nicht ausprobieren?

Bildervergleich zwischen Google Pixel 6a und iPhone 13 Pro Max
Königsdisziplin Gegenlicht: Das Pixel 6a fängt den Sonnenuntergang nicht so hübsch ein, wie es das iPhone tut.
© stern / Christian Hensen
Bildervergleich zwischen Google Pixel 6a und iPhone 13 Pro Max
Schwächen beim Zoom: Während das iPhone 13 Pro Max Motive bis zu 15-fach vergrößert, stoppt das Pixel 6a bei 7-fachem Zoom. Das Ergebnis, wenn man beide Aufnahmen auf ungefähr gleiche Größe bringt: Die Aufnahmen des Pixels sind deutlich gröber, Details fehlen.
© stern / Christian Hensen
Bildervergleich zwischen Google Pixel 6a und iPhone 13 Pro Max
Die Tageslicht-Aufnahmen des Google Pixel 6a sind absolut in Ordnung – auch wenn das (wesentlich teurere) iPhone etwas mehr Details zu bieten hat.
© stern / Christian Hensen
Ein Vergleich zweier Selfie-Aufnahmen zwischen Pixel 6a und iPhone 13 Pro Max
Nein, das Licht hat sich nicht binnen weniger Sekunden so sehr verändert: Die Selfies des Pixel 6a sind leider insgesamt etwas zu dunkel.
© stern / Christian Hensen

Haptik überzeugt, insgesamt solide Mittelklasse

Die Leistungen der Hardware – auch die der Kamera – deuten auf eine gute Alltagstauglichkeit hin. Wie sieht es bei dem Gerät selbst aus? Das Google Pixel 6a ist mit seinen 6,1 Zoll sehr handlich und durch das geringe Gewicht von 178 Gramm sehr leicht. Dennoch hätte sich Google getrost am Pixel 4a mit 5,8 Zoll orientieren können – auch um das Gerät reizvoller für Liebhaber:innen kleinerer Smartphones zu machen.

Die Qualität ist durchweg gut, einzig Fingerabdrücke landen sehr schnell auf dem Gerät. Das könnte, so ist es der Vergleichstabelle bei Google zu entnehmen, an der offenbar fehlenden Beschichtung liegen. 

Apropos Fingerabdrücke: Der Sensor zum Entsperren liegt beim Pixel 6a unter dem Display. Im Test versagte das System besonders im Freien gleich mehrfach, richtig zuverlässig erscheint der Sensor also nicht. 

Gut ist hingegen die Leistung der Batterie, die dank ihrer 4410 Milliamperestunden den ganzen Tag durchhält – welches Smartphone tut das nicht. Aber auch hier müssen Käufer:innnen des Pixel 6a Abstriche machen. Erstens haben sowohl Pixel 6 als auch 6 Pro teils deutlich mehr Akkukapazität an Bord, zweitens fehlt dem 6a die Möglichkeit, kabellos geladen zu werden. Eigentlich gibt es dafür 2022 kaum noch eine Entschuldigung.

Etwas störend fielen im Test die Bedienelemente des Pixels auf, denn dadurch, dass die Standby-Taste zusammen mit den Tasten für die Lautstärke auf einer Seite sind, geschah es häufig, dass statt dem Ausschalten des Displays lediglich die Toneinstellung geändert wurde – das nervt, ist aber bei Pixel-Geräten immer so.

Google Pixel 6a Knöpfe
Einfach blöd: Die Knöpfe des Google Pixel 6a befinden sich alle auf der gleichen Seite. Statt den Bildschirm auszuschalten, wird dauernd an der Lautstärke gefummelt.
© stern / Christian Hensen

Was die Software betrifft, ist auch das Pixel 6a in der privilegierten Situation, stets auf die aktuellste Android-Software  zurückgreifen zu dürfen. Schließlich kommt das Gerät direkt von den Entwicklern des Betriebssystems. Das bringt in der Regel auch eine längere Versorgung mit Aktualisierungen mit sich, sodass man in diesem Punkt auf der sicheren Seite ist.

Google Pixel 6a im Test-Fazit: Es fehlen gute Argumente

Kommen wir zum Fazit: Das Pixel 6a ist ein solides Gerät für die Mittelklasse, dem aber in gewisser Weise die Existenzberechtigung fehlt. Das hat verschiedene Gründe: Es ist nicht deutlich kleiner als das Pixel 6, bietet also kein handfestes Alleinstellungsmerkmal. Die Hardware ist in fast allen Belangen etwas schlechter als beim 0,3 Zoll größeren Bruder. Die Hauptkamera ist alt.

Das Hauptargument gegen das Pixel 6a ist aber sein Preis. Google verkauft das Smartphone ab sofort für 459 Euro. Das Pixel 6 liegt offiziell bei 649 Euro, das Pixel 6 Pro bei 899 Euro. Aber: Das sind die Preise, die Google im Direktvertrieb aufruft. Schaut man auf Preisvergleich-Portalen, rücken die Modelle sehr nah aneinander. Das Pixel 6 liegt bei rund 515 Euro, das Pro bei 708 Euro.

Insbesondere im Vergleich mit dem Pixel 6 wird es also dermaßen eng, dass einem entweder die 0,3 Zoll kleinere Bildschirmdiagonale, oder aber die Ersparnis in Höhe von 46 Euro sehr wichtig sein muss. Sonst gibt es kaum einen sinnvollen Grund, nicht das in fast allen Belangen bessere Pixel 6 zu bevorzugen.

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