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Moto X Style im Test Pimp my Smartphone


Holz oder Leder? Schwarz oder doch lieber Gold? Das neue Moto X Style lässt sich wie kein aktuelles Smartphone an den eigenen Geschmack anpassen. Was es sonst so taugt, haben wir ausprobiert.

 Bei Motorola denken die meisten Menschen wohl an das ikonische Motorola Razr. Das für damalige Verhältnisse rasiermesserdünne Klapphandy war eines der schönsten Mobiltelefone vor der Smartphone-Ära. Beim Moto X Style hofft Motorola nun vermutlich auf ein ähnlich einflussreiches Smartphone. Wir haben es etwas genauer unter die Lupe genommen.

Wie der Namenszusatz "Style" schon verrät, soll Motorolas neues Top-Smartphone vor allem mit seinem Äußeren punkten. Weil Design immer auch Geschmackssache ist, kann sich jeder Käufer sein Moto X Style ausführlich anpassen.  Im sogenannten "Moto Maker" lässt sich jedes Gerät pimpen bis zum Umfallen. Von der Farbe des Metallrahmens, über die metallenen Akzente bis hin zur Rückseite. Sogar eine Begrüßungsnachricht auf dem Ladebildschirm nach Hochfahren des Moto X Style ist dabei.

Rotes Leder, Giftgrünes Metall

Das lässt wirklich gewagte Kreationen zu. Mit edlen Holz- oder Lederrückseiten in mehreren Farben wirkt das Moto eher schick, die zum Teil quietschbunten Gummirückseiten machen es zum poppigen Accessoire. Dazu gibt es bei den Akzenten vorne in den Lautsprechern und den Metallsteg auf der Rückseite einen ganz eigenen Look. Giftgrüne Akzente auf schwarzem Holz? Kein Problem, muss man aber wollen. Nur die Holz- und Lederrückseiten kosten 20 Euro mehr, alle anderen Optionen ändern den Kaufpreis nicht.

Anders als beim günstigeren Moto X Play lassen sich die Rückseiten nicht austauschen. Wer sich an der pinken Rückseite mit grellgelben Akzenten schon nach einigen Monaten satt gesehen hat, kann daran leider nichts mehr ändern. Immerhin: Hat man sich das Smartphone bei der Bestellung anders vorgestellt, als es dann bei Lieferung im Karton liegt, hat man eine Gnadenfrist. Innerhalb von zwei Wochen kann man die so geschaffenen Design-Monster wieder zurückschicken. Oder es sich eben schon bei der Kreation überlegen, ob es nicht doch etwas schlichter geht.

Eigentlich zu schlicht

So schick die vielen Materialien und Farben auch sind, das übrige Design des Moto X Style fällt beinahe enttäuschend einfach aus. Die rundliche Front ist bereits seit zwei Jahren Markenzeichen der Motorola-Smartphones - und war damals schon nicht besonders aufregend. Bei einem Gerät das "Style" getauft wurde, hätte man ruhig etwas mehr wagen können. Beim weißen Modell stören zudem eine ganze Reihe von Sensoren um den oberen Lautsprecher. Die haben alle eine unterschiedliche Größe und Form. Und wirken dadurch alles andere als durchgestylet. Bei der schwarzen Front sind sie glücklicherweise nicht ganz so deutlich zu sehen.

Technisch gibt es wenig zu meckern. Das mit 5,7 Zoll sehr große Display ist hell, kontrastreich und hat eine tolle Farbdarstellung. Der flotte Prozessor sorgt dafür, dass sich das Moto immer flüssig nutzen lässt. Der Speicher ist mit 32 GB ausreichend groß, die doppelte Menge kostet nur 45 Euro mehr. Außerdem lässt sich der Platz mit Speicherkarten erweitern. Das ist mittlerweile leider nicht mehr selbstverständlich. Auch der Akku hält den ganzen Tag durch, am zweiten Tag sollte man aber besser in der Nähe einer Steckdose bleiben..

Kamera-Roulette

Ein Manko ist die unzuverlässige Kamera. Die macht unter guten Bedingungen zwar prima Fotos, darauf ist bei der Standard-App aber leider kein Verlass. So sind manchmal Bildteile hervorgehoben, die überhaupt nicht wichtig sind - sondern nur im Vordergrund standen. Denn der schnelle Autofokus funktioniert zwar meistens korrekt. Will man aber mal selbst bestimmen, welcher Teil des Bilds scharf sein soll, geht das nur über ein umständliches Tool. Während man bei anderen Kameras dafür einfach auf einen Bildbereich tippt, löst das beim Moto X Style nur den Auslöser aus. Das verdirbt schnell den Spaß. Dabei sind die Bilder sonst recht ordentlich, wenn sie auch nicht an die des Samsung Galaxy S6 oder LG G4 herankommen.

Als Betriebssystem ist das aktuelle Android 5.1.1 installiert. Die Moto-X-Geräte sind eine der wenigen Smartphone-Serien, die stets das neueste Android erhalten - während die Geräte anderer Hersteller lange darauf warten müssen, dass etwa Sicherheitslücken geschlossen werden. Das neue Android 6 wird also mit hoher Sicherheit auch auf das Moto X kommen. Ein echter Vorteil also.

Fazit: Solides Smartphone für Styling-Fans

Mit dem Moto X Style dürften vor allem Fans von Customizing voll auf ihre Kosten kommen. Mehr Möglichkeiten zur Anpassung bietet kein anderes aktuelles Smartphone. Technisch ist das Moto X Style zwar gut ausgestattet, herausragend ist es aber nicht. Die Geschwindigkeit ist immer ausreichend, aber nicht überragend. Dazu gibt's ein schnell aktualisiertes Android. Als Schattenseite ist vor allem die Kamera zu nennen. Das ist vor allem deswegen schade, weil sie eigentlich gar nicht so schlecht ist. Durch den unzuverlässigen Autofokus werden gelungene Bilder aber zum Glücksspiel - und die Kamera zur Spaßbremse.

Eines muss man noch zum Preis sagen: In den USA verkauft Motorola das Moto X Style für 399 US-Dollar. Damit ist das Gerät für die gebotene Leistung dort ein echtes Schnäppchen. Hierzulande langt der Konzern dagegen ordentlich zu: Los geht’s ab 500 Euro. Das ist eigentlich zu teuer, denn das technisch deutlich überlegene und ebenfalls sehr hübsche Galaxy S6 liegt in der gleichen Preisregion. Und ist damit viel attraktiver.


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