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Tinkerbots: Und das soll das Lego der Zukunft sein?

Tinkerbots sind selbstgebastelte Roboter - und sollen mal Lego-Steine beerben. Wir verraten, wie gut das funktioniert - und wie Kindern die Bots gefallen.

Tinkerbots

Der selbstgebastelte Hase brachte durchaus Spaß. Nur als Roboter taugt er nicht.

Lego, das steht wie kaum ein anderes Spielzeug für glänzende Augen bei kleinen und großen Kindern. Die Klötzchen begeistern nun schon die dritte Generation. Und diese Fans will nun ein kleines Start-up Lego streitig machen. Tinkerbots heißen die kleinen Roboter zum Selberbasteln, die sich anschicken wollen, Lego den Rang abzulaufen. Doch haben sie wirklich das Zeug dazu? Und wie finden Kinder die Bastel-Roboter? Wir haben es getestet.

Als Erwachsener sollte man ein Spielzeug nicht alleine auf Herz und Nieren prüfen. Gut also, wenn der siebenjährige Sohn als begeisterte Unterstützung zur Seite steht. Der kann schon auf fünf Jahre als Lego-Baumeister zurückblicken, von Duplo bis zum selbstgestalteten Riesenraumschiff. Jetzt also Tinkerbots. "Damit kann man wirklich Roboter bauen?" Das wollen wir herausfinden. Die Spannung ist groß.

Was sagen Kinder zu den Bots?

Wir haben zum Testen das "Advanced Builder Set" bekommen, das mittlere der drei bisher erhältlichen Sets. Neben vielen Bausteinen zum Zusammenstecken sind auch vier Räder enthalten - und natürlich das, was die Tinkerbots so besonders macht: der Steuerkern und drei Motoren, die aus den leblosen Bausteinen kleine Roboter werden lassen. Wie vom Konkurrenten Lego gewohnt, ist natürlich auch eine Bauanleitung dabei. Die erklärt nicht nur eine, sondern gleich fünf mögliche Bauformen, von einfachen Rennwagen bis zum merkwürdigen Insekten-Roboter. Und natürlich kann man sonst bauen, was man will.

Mit dem "Racer" genannten Rennwagen wählen wir erst einmal mit etwas Einfaches aus. Denken wir zumindest. Denn den Überblick zu bekommen, fällt selbst mit jahrzehntelanger Lego- (und Ikea-) Erfahrung schwer. Die Bauelemente sehen sich teilweise viel zu ähnlich. Ist doch bei Lego auch so, mag da einer denken. Ja, durchaus. Aber während man die dänischen Klötzchen in aller Regel nur auf zwei Seiten mit anderen verbinden kann, sieht das bei den Tinkerbots ganz anders aus.

Tinkerbots

Die beiden Bauvorschläge "Racer" und "Donnergugi" lassen sich mit der App steuern.

Wenig Bauspaß

Auf allen Seiten sind Schlitze oder Steckelemente. Mal hat ein Teil nur ein Steckelement, mal gibt es ein beinahe identisches mit zweien. Oder die Löcher sind bei einem Stein rund statt kreuzförmig. Außerdem sind viele Teile dreieckig und unterscheiden sich nur im Winkel voneinander. Farben gibt es in unserem Set mit Blau und Gelb auch nur zwei. Da das richtige Teil zu finden, ist schwerer, als man zunächst glaubt.

Überhaupt, die Bauteile. Bis auf die Motorenteile, die robust und wertig wirken, fühlen sich die Bauelemente nicht in Ansätzen so gut an wie Lego-Steine. Das Plastik ist dünner, die Kanten schärfer. Das ist vor allem deswegen ärgerlich, weil man die Teile zwar gut zusammenstecken, aber schlecht wieder voneinander trennen kann. Ohne Hilfe oder Werkzeuge ist das für Kinder kaum zu schaffen. Und auch für Papa ist es eher unangenehm.

Tinkerbots

Sechs verschiedene Steine bietet Tinkerbots. Und dann sehen die sich auch noch unglaublich ähnlich.

Per App durch die Wohnung rasen

Solange man nicht ständig etwas falsch macht, stört dass beim ersten Zusammenbauen aber noch nicht so stark. Da ist man ja auch noch gespannt, was dann gleich kommt. Denn als der Racer fertig ist, wird er erstmal mit der Smartphone-App (gibt es für iPhone und Android) gekoppelt - und lässt sich dann tatsächlich durch die Wohnung fahren. Das funktioniert erfreulich gut, der Kleine hat sichtlich Spaß dabei.

Weil wir ja testen müssen, währt die Freude allerdings nur kurz. Denn das Auseinandernehmen macht, wie oben erwähnt, deutlich weniger Freude. Der Käfer "Donnergugi" ist wegen der vielen Dreiecks-Teile auch noch etwas nerviger zusammenzubasteln. Welches Teil war das noch gleich? Am Ende humpelt der Insekten-Roboter mit der App ein wenig über den Tisch. "Das Auto war cooler, Papa." Stimmt. Was gibt's denn noch? Einen Hund, der dem Käfer sehr ähnlich ist. Ein noch einfacheres Auto und einen "Android", der nur aus fünf Teilen besteht. Dann doch lieber selbst etwas kreieren.

Grobmotorischer Hase

Mit großer Begeisterung bastelt der kleine Legomeister sich einen Hasen zusammen. Der soll sich bitte auch so cool bewegen. Tut er aber nicht. Denn die App kann nur die fünf Bauvorschläge steuern. Sonst nichts. Jede Eigenkreation muss mühsam einprogrammiert werden. Dazu hat der Steuerblock einen Aufnahme-Modus. In dem muss man die Motoren genauso bewegen, wie sie es im Abspielmodus tun sollen. Das ist nervig und klappt auch eher mäßig. Doof ist etwa, dass unsichere Drehungen und versehentliche Tempowechsel auch mitaufgenommen werden - und man die rucklige Bewegung immer wieder zu sehen bekommt. Alleine werden Kinder einen Bewegungslauf in der Regel nicht hinbekommen.

Nix für Kinder

Überhaupt: Dafür, dass sich die Tinkerbots an Kinder richten sollen, sind sie für genau die erschreckend schlecht geeignet. Als ich mal den Tisch verlasse, um etwas in der Küche zu erledigen, dauert es nicht lange, bis nach Hilfe gerufen wird. Und das von einem Jungen, der sich auch mal eine Stunde zum Legobauen in sein Zimmer zurückzieht und höchstens Eltern dazu holt, um ihnen das fertige Werk zu zeigen. Die Tinkerbots frustrierten dagegen zu schnell. Die anfängliche Freude war bald verflogen.

Für erwachsene Bastler sind die Tinkerbots aber auch zu eingeschränkt. Das reine Abspielen vorher festgelegter - und eher einfacher - Bewegungen, lässt für Robotik-Fans zu wenig Freiheit. Auch die Bauteile lassen wenig Kreativität zu. Während es bei Lego eine Unmenge an unterschiedlich großen und langen Teilen

gibt, sind es bei den Tinkerbots gerade einmal sechs. Und die sind sich zudem noch sehr ähnlich.

Für die größte Abschreckung dürfte bei den meisten potenziellen Kunden allerdings der Preis sorgen: Mit 250 Euro ist das "Advanced Set" unglaublich teuer. Da hilft auch nicht, dass man selbst für das Einsteiger-Set "Wheeler" 170 Euro bezahlt - obwohl es nur Räder, Motoren und exakt vier Bausteine enthält. Wer richtig einsteigen will, kann für das größte Set sogar 470 Euro auf den Tisch legen. Dafür kann man seinen Kindern oder sich selbst eine Menge Lego kaufen.

Fazit: Lego muss sich keine Sorgen machen

Tinkerbots sind eine spannende Idee, die in der Praxis bislang nicht überzeugen kann. Die Steine fühlen sich nicht gut genug an, für Kinder sind sie zu schwer auseinanderzubauen. Die App-Steuerung ist zwar wirklich cool, funktioniert aber nur bei den wenigen Bauvorschlägen. Sonst muss die unbequeme und langweilige Bewegungs-Aufnahme ran.

Das sorgt für ein Dilemma: Für kreative Bastler ist nur die Bewegungssteuerung wirklich interessant, sonst könnten sie auch bei Lego bleiben. Und genau hier versagen die Bots. Für Kinder wiederum wäre das Basteln vielleicht auch ohne die Motoren interessant. Dafür bekommen sie die Steine aber nicht gut genug auseinander.

Und dann ist da noch der Preis. Selbst, wenn die Tinkerbots so gut und einfach funktionierten wie Lego, wären die Preise zu hoch gegriffen. So sind sie schlicht lächerlich teuer.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.