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Lego Dimensions Legos neuer Taschengeld-Killer


Das neue Lego Dimensions vereint Videospiele und klassisches Spielzeug. Das macht richtig Spaß - und geht ordentlich ins Geld.

Ob Star Wars, Indiana Jones, Herr der Ringe oder zuletzt Jurassic Park: Die Lego-Videospiele erfreuen sich sich seit Jahren großer Beliebtheit. Die knuffige Mischung aus Hüpf-, Kampf- und Rätseleinlagen, dem liebenswerten Humor und dem Charme der bunten Steinchen funktioniert immer wieder. Nun hat Lego seine Spiele-Reihe um ein neues Element angereichert. In Lego Dimensions verbindet der Konzern ein Konsolenspiel mit echten Legosteinen. Wir haben es ausprobiert.

Dass es sich bei Lego Dimensions nicht um ein gewöhnliches Videospiel handelt, bemerkt man schon beim Auspacken. In der Verpackung befinden sich nicht nur die Spiele-Bluray und die Anleitung, sondern auch drei Beutel mit Legosteinen. Denn bei Lego Dimensions wird nicht nur auf dem, sondern auch vor dem Bildschirm gebaut. Aus den enthaltenen Steinen wird zunächst das so genannte Portal zusammengepuzzelt. Man schließt es an die Spielkonsole an, dann platziert man dann eine der Figuren auf der dafür vorgesehenen Fläche. Die landet dann sofort im Spiel - und kann dort gesteuert werden.

Aus dem Wohnzimmer in den Fernseher

Wer schon mal eines der Lego-Spiele gespielt hat, kennt das, was dann kommt, bereits. In der Spielwelt lassen sich Umwelt und die Gegner zu einzelnen Lego-Steinen zerhauen, aus denen baut man wiederum Gegenstände, um im Level weiterzukommen. Jede der Figuren bringt dazu eigene Fähigkeiten mit, sie können abwechselnd gespielt werden. Ein zweiter Spieler kann jederzeit einsteigen und die Geschichte gemeinsam erleben. Das einfache Spielprinzip macht gerade gemeinsam mit den Kindern richtig Spaß.
Durch das Portal kommt neben der gewohnten Controller-Steuerung ein weiteres Element hinzu. Um Rätsel zu lösen oder bestimmten Attacken auszuweichen, müssen die Figuren auf andere Felder auf dem Portal gestellt werden. Außerdem gibt es ab und an Stellen, an denen man ein wenig bauen muss. Dann erscheint eine Anleitung auf dem Bildschirm. Oft kommt das aber nicht vor. Am Anfang baut man so das Portal auf, später darf nur noch das Batmobil auf- und umgebaut werden. Schade, hier hätte das Spiel mehr Potenzial.

Wilde Mischung

Im Starterpaket sind Gandalf aus dem Herrn der Ringe, Batman und Wyldstyle aus dem Lego-Film enthalten. Sie erleben zusammen auf dem Fernseher ein wildes Abenteuer, in dessen Verlauf sie durch das eben zusammengebaute Portal von einer Dimension in die andere stolpern, um letztlich wieder nach Hause zu finden. Auf dem Weg dahin landen sie bei den Simpsons, im Wilden Westen aus "Zurück in die Zukunft", besuchen Scooby Doo und Dr. Who.

Natürlich gibt es außer Batman und Co. noch viele Figuren mehr. Während man die in älteren Lego-Spielen freispielen konnte, geht es diesmal zur Kasse: Jede der Zusatz-Figuren muss einzeln oder in Sammelpacks erworben werden. Dazu kommen noch sogenannte Level-Pakete, die neben einer Figur und Fahrzeugen auch noch neue Level zum Spielen freischalten. Und davon gibt es jede Menge. Aktuell etwa zu den Simpsons, Zurück in die Zukunft und der Spiele-Serie Portal. Später kommen noch andere wie Doctor Who und die Ghostbusters dazu.

Gelddrucklizenz

Das Spielprinzip ist nicht neu. Bereits seit einigen Jahren gibt es die Skylanders-Serie, zuletzt boten Disney und Nintendo eigene Figuren-Serien an. Auch Lego-Videospiele gibt es seit Längerem. Kein Wunder also, dass bei dem Unternehmen die Idee entstand, Steinchen und Controller zusammen zu bringen. Dazu konnte man eine beeindruckende Menge von Film- und Spiellizenzen ergattern - um damit nun richtig Geld zu verdienen.

Denn nicht nur das Basis-Paket ist mit einem Preis ab 99 Euro teurer als andere Videospiele. Lego lässt sich die Figuren- und Level-Pakete richtig teuer bezahlen. Die Level-Pakete kosten um die 30 Euro, sie bieten durch die zusätzlichen Level aber tatsächlich etwas fürs Geld. Die Preise für die so genannten "Fun Packs" fallen dagegen happig aus: 15 Euro will sich Lego für eine neue Spielfigur und ein Fahrzeug bezahlen lassen. Für Team-Pakete mit zwei Figuren und Fahrzeugen verlangt das Unternehmen 25 Euro. Bedenkt man, dass man letztlich nur eine andere Figur steuern darf, ist das ganz schön viel Geld. Klar, Lego muss dafür eine Figur herstellen und verdient nicht soviel wie andere Entwickler, die nur virtuelle Figuren verkaufen. Beim nicht gerade für seine billigen Preise bekannten, "normalen" Lego erhält man für einen solchen Preis aber schon ein kleines Raumschiff - inklusive Figuren. 

Fazit: Teures Vergnügen

Lego Dimensions macht, ebenso wie die älteren Legospiele, richtig Spaß. Wenn auch das Bauen mit den echten Legosteinen deutlich zu kurz kommt. Trotzdem: Gerade der unkomplizierte Mehrspielermodus am selben Bildschirm bringt viel Freude.

Die vergeht aber schnell, wenn die Kinder Nachschub fordern oder eine ihrer Lieblingsfiguren spielen wollen, die nicht im Starterpaket enthalten ist. Dann wird es schnell teuer. Denn so charmant die Idee klingt, Legobauen und ein Videospiel miteinander zu verbinden: Letztlich dient sie aktuell vor allem dazu, Figuren zu verkaufen. Das ist aus Sicht des Unternehmens zwar durchaus nachvollziehbar, für den Kunden aber in erster Linie teuer.


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