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Beiträge gelöscht Chinesische App WeChat sperrt Profile von LGBTQ-Gruppen

Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem Bildschirm sieht man die App WeChat im App-Store
Die App WeChat ist besonders in China beliebt
© Drew Angerer/Getty Image
Der Social Media- und Messengerdienst WeChat hat eine Reihe von aktivistischen Gruppen von der App ausgeschlossen. Die Profile hatten sich für LGBTQ-Rechte eingesetzt. Diese Art der Zensur ist in der Volksrepublik nicht neu. 

Die in China beliebte App WeChat hat die Profile zahlreicher LGBTQ-Aktivismusgruppen blockiert und von der weiteren Nutzung ausgeschlossen. Davon betroffen sind offenbar vor allem Gruppen von Studierenden, etwa die Accounts der "Gay Pride" der Technischen Universität von Huazong oder "ColorsWorld" der Universität von Peking. Auch die feministische Gruppierung "Zhihe Society" der Fudan-Universität in Shanghai berichtete von einem gesperrten Konto, das in absehbarer Zeit nicht “wiederbelebt" werden könne. 

Auf den Konten der gesperrten Profile waren demnach bereits am Mittwoch alle Beiträge verschwunden und durch einen Hinweis ersetzt worden. "Alle Inhalte wurden blockiert und die Nutzung des Kontos wurde gestoppt", hatte es dort nun geheißen. Die Gruppen sollen gegen Nutzungsbedingungen verstoßen haben, WeChat habe entsprechende Beschwerden erhalten. Worum es dabei genau ging, stand allerdings nicht in der Erklärung. 

WeChat wurde 2011 gegründet und ist besonders in China populär. Die App kombiniert Chat- und Social Media-Funktionen, Nutzer und Nutzerinnen können damit sowohl videotelefonieren als auch bezahlen. Gleichzeitig sollen die App-Betreibenden der chinesischen Regierung alle Daten zur Verfügung stellen – und auch in der Vergangenheit war Zensur auf der Plattform schon mehrmals ein Problem.

Nicht nur WeChat: LGBTQ-Inhalte in China häufig zensiert

Besonders LGBTQ-Inhalte fallen den Löschungen in chinesischen Netzwerken und Medien häufig zum Opfer. Homosexualität ist in China zwar seit mehr als zwanzig Jahren entkriminalisiert; in der Gesellschaft und bei den Behörden gelten LGBTQ-bezogene Themen aber nach wie vor als heikel. Entsprechenden restriktiv werden sie behandelt: 2018 etwa hatte das soziale Netzwerk Sina Weibo angekündigt, in einer “Säuberungskampagne" unter anderem mit Homosexualität in Verbindung stehende Inhalte zu löschen. Nach Kritik an dem Vorhaben waren die Inhabenden zurückgerudert.

Beiträge gelöscht : Chinesische App WeChat sperrt Profile von LGBTQ-Gruppen

Auch im Zuge der Account-Löschungen auf WeChat kam es in den vergangenen Tagen zu virtuellen Protestaufrufen und -aktionen. Ob sie fruchten ist allerdings fraglich: Teile der Aufrufe sind bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung von der Plattform gelöscht worden. 

reb / mit afp

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