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Ausbildung: Immer mehr Bafög-Empfänger

Immer mehr Schüler und Studenten werden finanziell vom Staat unterstützt. Dennoch haben junge Menschen aus sozial schwächeren Familien weiterhin deutlich weniger Chancen auf eine Hochschulausbildung.

Dies ergab eine am 16. Juni in Berlin veröffentlichte umfassende Erhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studenten in Deutschland im Auftrag des Deutschen Studentenwerks (DSW). Demnach erhalten rund eine halbe Million Schüler und Studenten eine Bafög-Förderung, über 200.000 junge Mensche mehr als noch vor sechs Jahren.

Die Ausgaben dafür wurden von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 1998 auf 2,03 Milliarden Euro in 2003 erhöht. Der durchschnittliche Förderbetrag liegt bei 352 Euro pro Monat, ergab die Studie.

Die Studienquote liegt bei über 35 Prozent eines Altersjahrgangs

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sprach sich erneut gegen Studiengebühren aus, wie sie die Hochschulrektoren befürworten. Sie forderte stattdessen die Bundesländer auf, mehr in die Hochschulausbildung zu investieren. Der Bund könne Kürzungen der Länder im Hochschulbereich nicht kompensieren. "Die Länder müssen auch noch mehr Schülerinnen und Schüler fit fürs Abitur und damit für das Studium machen", sagte sie.

Mit über zwei Millionen Studierenden liegt die Studienquote in Deutschland inzwischen bei 36,5 Prozent eines Altersjahrgangs. Laut Bulmahn ist es mit der Reform und Erhöhung des Bafög in den vergangenen drei Jahren gelungen, mehr junge Menschen zum Studium zu motivieren als zuvor. 70 Prozent der Bafög-Empfänger geben an, dass sie ohne staatliche Hilfe nicht studieren könnten.

"Absacken der Mitte"

Der Anteil der Studenten, die aus sozial sehr schwachen Familien kommen und damit den vollen Bafög-Satz erhalten stieg von 34 auf 47 Prozent an. Kinder aus sozial schwächeren Gruppen haben immer noch eine vier Mal geringere Chance auf eine Zugangsberechtigung als Kinder aus sozial besser gestellten Familien.

DSW-Präsident Hans-Dieter Rinkens sprach unter Hinweis auf einen deutlich Rückgang von Studierenden aus der sozialen Mittelschicht von einem "Absacken der Mitte". Das betreffe vermutlich Familien, die nicht mehr Bafög-berechtigt sind, aber auch nicht über ausreichend Mittel für die Finanzierung eines Studiums verfügen.

Sorge bereitet Bulmahn auch die steigende Zahl von Studenten, die ihr Studium abbrechen. Seit 1997 hat sich die Quote von 11 auf 15 Prozent erhöht.

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