HOME

Bindungsangst: Liebe in Zeiten unendlicher Freiheit

Der oder die Richtige ist gefunden, der Sex toll, die Zweisamkeit macht glücklich. Eine gemeinsame Zukunft könnte beginnen, da passiert's: einer kneift. Warum sich heute viele nicht mehr festlegen.

Manchen Singles genügen Bettgeschichten und manchmal leidet einer in einer Beziehung, weil der andere widersprüchliche Signale sendet: Bindungsangst zeigt sich in verschiedenen Facetten

Manchen Singles genügen Bettgeschichten und manchmal leidet einer in einer Beziehung, weil der andere widersprüchliche Signale sendet: Bindungsangst zeigt sich in verschiedenen Facetten

Früher gab es Menschen, die lernten sich mit 15 kennen, heirateten mit 25 und hatten mit 30 mindestens zwei Kinder. Das war Alltag, das war normal. Manchmal waren die Paare etwas jünger, machmal folgte auch auf die erste Liebe noch einer zweite oder dritte, doch spätestens dann stand der Fahrplan fest. Doch das war früher, denn heute gibt es das Internet.

Nach einer Studie der Agentur Elitepartner wird kein Thema auf der Website häufiger angeklickt als "Bindungsangst". Die Berichte zu diesem Thema, die von den hauseigenen Psychologen online gestellt werden, lesen jeden Monat rund 3000 Leute. Dieses Verhalten entspricht den Zahlen, für die über 25.000 erwachsene deutsche Internetnutzer (keine Elitepartner-Mitglieder) befragt wurden: 13 Prozent der deutschen Männer und 14 Prozent der deutschen Frauen haben Zweifel, ob ihr Partner der Richtige für sie ist. 15 Prozent der unverheirateten Liierten werden öfter von Zweifeln geplagt, ob ihr Partner wirklich zu ihnen passt. Nach der Eheschließung sinken die Zweifel: Von den Verheirateten stellen nur noch zwölf Prozent ihre Beziehung infrage. Doch bis zur Ehe ist es ein weiter Weg.

Im neuen stern, der die Bindungsprobleme von Paaren in seiner neuen Ausgabe zum Titelthema macht, sprach Redakteurin Nina Poelchau mit Menschen, die es erst gar nicht zu einer Ehe kommen lassen können. Schon bei dem Gedanken, dass der andere zusammenziehen möchte, nehmen sie Reißaus. Und das Frappierende daran ist: Sie sind darüber selbst nicht glücklich. Sie verstehen nicht, welcher Reflex bei ihnen greift, durch den ihre Beziehungen jedes Mal wieder in die Brüche gehen, wenn der Partner mehr Nähe sucht.

Obwohl 18 Prozent der Singles davon überzeugt sind, dass man heute nur einige Jahre lang mit ein und demselben Partner glücklich sein kann, ergab die Studie auch, dass 69 Prozent der befragten Singles an die ewige Liebe glauben. Die Suche danach scheint allerdings schwieriger geworden zu sein. "In der Liebe haben wir so viele Freiheiten wie nie zuvor. Das ist einerseits wundervoll, andererseits kann die große Freiheit verunsichern", erklärt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von Elitepartner. Manchmal hilft das Gespräch mit einem Therapeuten, um im eigenen Verhalten Bindungsangst erkennen und bewältigen zu können.

Lesen Sie mehr zum Thema im neuen stern

Der neue stern ab jetzt am Kiosk

bal
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity