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J. Peirano: Der geheime Code der Liebe: Ich verliebe mich zu schnell - und bin dann immer bedürftig

Eigentlich ist Hanna eine erwachsene, interessante Frau. Doch kaum lernt sie einen Mann besser kennen, wird sie zum verliebten Teenager, der auf jede Nachricht des Angebeteten hinfiebert - und entsprechend oft enttäuscht wird. Wie kann sie endlich mehr Lockerheit in ihre Gefühle bringen?

Verliebt sein ist schön - aber für Hanna geht es manchmal einfach zu schnell (Symbolbild)

Verliebt sein ist schön - aber für Hanna geht es manchmal einfach zu schnell (Symbolbild)

Getty Images

Liebe Frau Peirano,

Ich schreibe Ihnen, weil ich bei der Partnersuche ein Problem habe: Ich verliebe mich anscheinend viel zu schnell und bin dann immer enttäuscht und verletzt, wenn der Mann meine Gefühle nicht erwidert.

In den letzten Beziehungen ist eigentlich immer das Gleiche passiert. Ich habe einen Mann kennengelernt, entweder online oder in der Realität. Wir haben gechattet, ich hatte das Gefühl, dass er mir den Hof macht und sich bemüht. Dann gab es das erste Treffen, und wenn es gut lief, hatte ich danach das Gefühl, nur noch an diesen Mann denken zu können.

Dabei habe ich ein interessantes Leben: Ich bin 33, Ärztin, habe viele Freunde, singe in einer Band und treibe intensiv Sport.

Dann fing ich an zu warten, bis der Mann sich meldete. Ich hatte meistens mein Handy zur Hand und war dann unterschwellig enttäuscht, wenn er nicht geschrieben hatte. Natürlich habe ich die Regeln beachtet und so getan, als wenn ich voll ausgefüllt und schwer beschäftigt bin, damit ich nicht bedürftig wirke. Aber die Wahrheit können Sie sich vorstellen. Ich habe auf das nächste Treffen hingefiebert, Unmengen für Unterwäsche und Kosmetik ausgegeben und mir überlegt, was ich ihm als nächstes schreiben könnte.

Ich weiß selbst, wie absurd das ist. Ich fühle mich wie ein Teenager und bin eigentlich eine erwachsene, interessante Frau.

Als nächstes kam das zweite Treffen, vielleicht das dritte, und spätestens dann wurden wir intim. Ich wollte wissen, wie es weiter geht, aber natürlich habe ich die Regeln beachtet und das Thema nicht angeschnitten. Ich will ja nicht drängeln.

Aber nach einiger Zeit wurde sein Interesse dann weniger, er hat sich unregelmäßiger gemeldet und nur selten Treffen vorgeschlagen. Ich habe gelitten, mich abgelenkt, Frustkäufe gemacht oder bin häufig zum Yoga gegangen. Aber es blieb immer ein bitteres Gefühl. Wie weggeworfen.

In meinem Freundeskreis passiert das übrigens ganz häufig. Die Männer sind eine Weile interessiert, aber dann verschwinden sie allmählich aus dem Leben und erklären auch nicht, was los ist.  Sie kommen und gehen, wie sie wollen. Einige Freundinnen haken nach, aber das bringt nur Stress.

Ich wünsche mir einfach, dass ich mich nicht mehr so schnell verliebe. Die Männer schaffen es ja auch irgendwie, das alles locker zu nehmen und anscheinend keine so starken Gefühle aufkommen zu lassen. Und wir Frauen sind so schnell verliebt und würden sofort alles geben, wenn jemand uns nah kommt.

Was kann ich machen, um etwas gelassener zu werden?

Viele Grüße,

Hanna G.


Liebe Hanna G.,

Sie haben es selbst beobachtet, was in Ihnen bei der Partnersuche passiert. Sie verlieben sich recht schnell. Ich würde gerne mit Ihnen ins Detail gehen und genau untersuchen, wie Sie sich eigentlich verlieben. Denn obwohl es einem häufig so vorkommt, als würde die Verliebtheit einen treffen wie Amors Pfeil, sind wir selbst doch ganz schön aktiv dabei, diese Gefühle zu erzeugen.

Gefühle und körperliche Symptome sind schwer direkt zu erzeugen. Ich kann nicht auf Knopfdruck traurig werden oder - noch schwieriger - mir vornehmen, glücklich zu sein, wenn mich eigentlich etwas belastet. Aber ich kann meine Gefühle durch Gedanken und durch bestimmte Verhaltensweisen beeinflussen. (Das dauert zwar oft etwas, klappt dann aber)

Ein Beispiel, wie ich Gefühle durch Gedanken beeinflussen kann: Ich habe Angst vor einem ärztlichen Eingriff und male mir aus, was alles schlimmes schief gehen kann. Die Folge sind Anspannung, Angst, Herzklopfen und Nervosität. Ich kann mir aber auch sagen: Es ist ein Routineeingriff, für Ärzte eine kleine Sache, und in zwei Wochen stehen ich wieder auf dem Tennisplatz. Dann gehe ich entspannter in die Klinik.

Auch Verhalten kann Gefühle verändern. Wenn man etwas verstimmt und trübsinnig ist und sich aufrafft, schwimmen oder laufen zu gehen, sieht danach die Welt viel positiver aus. Oder wenn ich hektisch bin und die Übersicht verliere, kann ich ganz bewusst eine banale Routinetätigkeit (z.B. bügeln, eine Schublade aufräumen) machen, um mir zu signalisieren: Es ist alles ok. Du hast sogar Zeit zum Bügeln. Entspannungsübungen wirken auch Wunder, und sie beeinflussen sogar die Gedanken positiv.

Deshalb können Sie einmal Ihre Gedanken untersuchen, wenn Sie einen Mann kennen lernen.

Welche Mythen und Märchen erzählen Sie sich selbst über Partnerschaften? Was nehmen Sie gesellschaftlich wahr?

Beispiele: "Das Erfüllendste im Leben ist eine glückliche Partnerschaft." Oder: "Ohne einen Mann fehlt mir etwas" oder "Ich bin nicht vollständig, wenn ich Single bin."

Schreiben Sie diese Sätze doch einmal auf und achten Sie darauf, wie viele Filme, Opern, Lieder, Musicals und Romane sich um die romantische Liebe drehen. Und wie ist es in Ihrem Umfeld: Wie viele glückliche Paare kennen Sie? Was berichten die Menschen, die in einer Beziehung sind: Ist für sie das Leben ein einziges Paradies? Betrachten Sie doch einmal die Schattenseiten von Beziehungen: Rücksichtnahme, (faule) Kompromisse, Streit, Eifersucht, Langeweile zu zweit, Enttäuschungen, Verletzungen…

Es wäre sicher hilfreich, sich auch ohne Partner eine glückliche und erfüllte Zukunft vorzustellen. Wie könnte Ihr Leben aussehen, wenn Sie Single bleiben? Welche Vorteile könnte dieses Lebensmodell haben?

Wie sind Ihre Gedanken zur Partnersuche? Haben Sie das Gefühl, dass es für Sie viele potenzielle Partner gibt oder dass ein guter Partner so selten ist wie die Nadel im Heuhaufen? Wie beeinflussen diese Gedanken Ihre Partnerwahl? Haben Sie zum Beispiel schnell das Gefühl, einen guten Mann festhalten zu müssen, weil gute Männer so selten sind? Oder haben Sie das Gefühl, es gibt viele und wenn es nicht dieser ist, steht an der nächsten Ecke schon ein anderer? Letzteres würde Sie sicher lässiger machen. Gut ist auch der Gedanke: "Wenn der Mann der Richtige ist, wird alles sich mühelos anfühlen. Denn er wird am Ball bleiben und merken, was ich ihm bedeute."

Welche Hürde muss ein Mann bei Ihnen nehmen, damit Sie das Gefühl haben: "Der ist was für mich?" Reicht es, wenn er Sie ein paarmal trifft und Interesse an Ihnen zeigt? Oder sollte es eine besondere Verbindung zwischen Ihnen geben? Wie würden Sie spüren, wenn es diese Verbindung gibt? Malen Sie sich intensiv und voller Details eine gemeinsame Zukunft aus, obwohl nichts dergleichen geplant ist? Vorsicht mit solchen Phantasien, sie wirken wie emotionaler Klebstoff. Oft ist es schwer zu unterscheiden, was eigentlich wirklich passiert ist (mitunter wenig Atemberaubendes) und was man sich alles vorgestellt hat (Aufregend! Intensiv!).

Ist es Ihnen wichtig, dass ein Mann zuverlässig und beständig ist und zu seinem Wort steht? Sie könnten sich vorstellen, dass Sie den 'Kandidaten' erst einmal in Ruhe kennenlernen wollen und sehen möchten, ob er Ihnen gut tut. Das hieße, dass er sich regelmäßig meldet und am Ball bleibt, Sie also nicht zappeln lässt. In dem Lied "Tangled up" von Caro Emerald heißt es:

"Treating girls like a yo-yo is a no no of monumental kind" (Es ist ein riesiger Fehler, Mädchen wie ein Jo-Jo zu behandeln"

Wie wäre es, wenn Sie sich ganz bewusst den Anfang einer Beziehung vorstellen, in dem Sie ruhig, gelassen und sicher bleiben können? Und sich vorstellen, sofort zwei Schritte zurück zu gehen, wenn ein Mann Sie respektlos oder unklar behandelt? Was denken Sie, wenn ein Mann sich unklar oder achtlos verhält - entschuldigen Sie sein Verhalten innerlich? Oder denken Sie, dass er wahrscheinlich nicht ernsthaft an einer Beziehung interessiert ist oder Schwierigkeiten hat, sich einzulassen?

Zum Verhalten: Achten Sie genau darauf, wie oft Sie Ihr Telefon in die Hand nehmen oder nach Nachrichten Ausschau halten. Es gibt Apps, die den Medienkonsum nach Ihren Vorstellungen regeln, z.B. "RealizD" oder "Moment". Jede Stunde, die Sie absichtlich Pause machen und nicht erreichbar sind, macht Sie innerlich unabhängiger. Versuchen Sie, diese Zeit bewusst als Pause von dem innerlichen Beziehungsstress wahrzunehmen, den Sie sich erschaffen.

Unternehmen Sie viele Dinge, bei denen Sie sich zufrieden und vollständig fühlen. Versuchen Sie, dabei möglichst, im Moment zu bleiben und sich nicht in Phantasien zu verlieren, wann und wie das nächste Treffen mit dem betreffenden Mann verläuft. Planen Sie Unternehmungen, die Ihnen besonders viel Freude bereiten (z.B. Tanzen gehen).

Reservieren Sie Zeit für sich (z.B. zum Sport) und sagen Sie sich immer wieder: "Ich habe gerade Spaß. Ein Mann würde meine Routine jetzt durcheinander bringen."

Seien Sie sehr vorsichtig mit Ihren körperlichen Grenzen. Gibt es bestimmte Intimitätsgrenzen, bei denen Sie sich sehr öffnen und starke Gefühle entwickeln? Wenn Sie z.B. beim Küssen oder beim Sex anfangen, sich an den Mann zu binden, könnten Sie ihm ruhig sagen, dass Sie das erst möchten, wenn Sie sich sicher fühlen. Das setzt ein klares Signal. Viele Männer lassen sich nämlich auch nicht auf eine Frau ein, wenn sie spüren, dass die Frau nicht genug Gefühle zeigt. Und da Sie sich sehr zurück halten, keine Fragen nach der Perspektive stellen und nicht klammern, ist es denkbar, dass den Männern nicht bewusst ist, wie stark Ihre Gefühle sind.

Ich hoffe, ich konnte Sie dazu anregen, sich damit zu beschäftigen, wie genau Sie sich verlieben - und was Sie tun können, um ein angenehmes innerliches Gegenwicht zu schaffen. Dann werden Sie sich hoffentlich in Zukunft nicht so ausgeliefert fühlen.

Herzliche Grüße,

Julia Peirano

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(