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Objektophilie: Carol liebt einen Bahnhof – und heiratete ihn

Seit sie neun Jahre alt ist, liebt Carol eine Bahnstation. Nun hat sie sie endlich geheiratet. "Es war der schönste Tag unseres Lebens", sagt sie. Der Bahnhof hat sich noch nicht geäußert.

Carol steht vor dem Bahnhof, den sie liebt

Carol Santa Fe, 45, und ihr Objekt der Begierde: die Bahnhofsstation Santa Fe in San Diego, Kalifornien

Wo die Liebe hinfällt, lässt sich nicht steuern. Es muss einfach funken, möglichst bei beiden Partnern. In den meisten Fällen verlieben sich Menschen in eine Frau oder einen Mann – doch manchmal eben nicht. Und so kann es durchaus geschehen, dass sich mal jemand in ein Haus verliebt. Oder in ein ganz besonderes Haus, so, wie es vor 36 Jahren im kalifornischen San Diego passierte. Carol war damals neun Jahre alt, als sie sich in einen Bahnhof verliebte.

Das stattliche Santa Fe Depot ist kein junger Hüpfer mehr, der Bau begann 1887, die Eröffnung fand 1915 statt. Mit seinen mehr als 100 Jahren wurde es nun vielleicht auch Zeit, dass "sie" unter die Haube kam – denn für Carol ist die station weiblich. "Daidra" nennt sie das Objekt ihrer Begierde. Und vor anderthalb Jahren, Weihnachten 2015, machte sie ihre Liebe "offiziell". Nicht ganz offiziell, denn staatlich anerkannt ist die Ehe der beiden nicht.

"Happily ever since"

"Als wir geheiratet haben, stand ich dort und sagte ihr, dass ich sie zu meiner Partnerin nehme", wird Carol Santa Fe, wie sie seither heißt, von der "Daily Mail" zitiert. "Es war der glücklichste Tag unseres Lebens." Das Zusammenleben bleibt natürlich allein an Carols Eifer hängen: Die ehrenamtliche Betreuerin nimmt dafür tägliche eine 45-minütige Busfahrt auf sich. "Wenn ich ankomme, sage ich ihr Hallo, laufe um den Block, um sie zu umrunden und bemühe mich, dass niemand sieht, wie ich währenddessen mit ihr rede. Es gibt ein abgelegene Stelle, wo zwei Mauern aufeinandertreffen, dort berühre ich sie. Ich lehne mich an, behalte aber meine Kleidung an."

Die Bahnhofsliebe erfüllt Carol mit Glücksgefühlen: "Wenn ich sie anfasse, fühle ich mich umarmt und geküsst. Körperlichen Sex haben wir in der Öffentlichkeit nicht, so viel Respekt muss sein, das würde ich mit einem menschlichen Partner ja auch nicht machen. Ich habe in Gedanken Sex, wenn ich dort stehe. Und wenn die Züge dann ihre Maschinen hochfahren, turnt mich das besonders an."

Die Wissenschaft hat festgestellt ...

Dass sich Menschen in Dinge verlieben können, sie gar heiraten, wurde zum ersten Mal über Eija-Riitta Eklöf-Berliner-Mauer berichtet, die 1979 die Berliner Mauer ehelichte. Die gebürtige Schwedin betrachtete sich nach dem Mauerfall konsequent als Witwe. Erika Eiffel, die 2007 den Eiffelturm geheiratet hat, sorgte für Aufmerksamkeit bei den Sexualwissenschaftlern, die von da an zum ersten Mal nicht mehr nur von einem Fetisch, sondern von einer sexuellen Orientierung sprachen.

Auch wenn große Gebäude oder Verkehrsmittel von objektophil veranlagten Menschen meist bevorzugt werden, Atomkraftwerke, Flugzeuge, Dampfloks – den meisten reicht es eine Nummer kleiner. Aber das ist ganz etwas Anderes ...



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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.