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Demo in Berlin Hebammen unzufrieden mit neuer Versicherung


Die Geburtshelferinnen setzen ihren Protest fort: Eine neue Haftpflichtversicherung für Hebammen trifft wegen der hohen Kosten auf mehr Kritik als Zuspruch.

Auch nach dem neuen Angebot einer Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen ist eine Dauerlösung nicht in Sicht. Mehrere tausend Menschen machten deshalb am Samstag in Berlin auf die Existenz-Angst der freiberuflichen Hebammen aufmerksam. Dankesbriefe von Eltern an die Geburtshelferinnen hingen vor dem Kanzleramt. Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 4000 Menschen zur Demonstration, die Polizei sprach von etwa 2000.

Wegen der hohen Schadensersatz-Summen im Fall von Fehlern der Hebammen hatten sich die Versicherungen zunächst geweigert, weiterhin Absicherungen anzubieten. Nun legt eine Gruppe von Assekuranzen eine auf ein Jahr befristete Versicherung mit einer Steigerung der Prämien um 20 Prozent auf. Eine in der Geburtshilfe tätige freiberufliche Hebamme müsste damit allerdings eine Versicherungssumme von über 6000 Euro pro Jahr bezahlen. Die Geburtshelferinnen fürchten deshalb um ihre Existenz.

Die SPD-Politikerin Elke Ferner, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, sagte: "Eine Lösung, die bezahlbare Haftpflichtprämien nur bis 2016 sicherstellt, kann nur ein allererster Schritt sein." Die Grünen-Gesundheitsexpertin Elisabeth Scharfenberg forderte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf, schnellstens Maßnahmen zu ergreifen, die die Haftpflichtprämien senken.

awö/DPA DPA

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