HOME

DEMONSTRATION: Rote Karte für Ulla Schmidt

Mit bundesweiten Aktionen unter dem Motto »Dr. theoreticus« wollen Studenten am 16. Januar gegen die von Ulla Schmidt geplante Reform des Medizinstudiums protestieren.

Mit bundesweiten Aktionen unter dem Motto »Dr. theoreticus« wollen Studenten am 16. Januar gegen die von Ulla Schmidt geplante Reform des Medizinstudiums protestieren. Von allen Veranstaltungsorten sollen rote Postkarten an das Bundesgesundheitsministerium und den Bundeskanzler verschickt werden. Die Aufschrift: »Rote Karte – gegen eine Verschlechterung der Ärztlichen Ausbildung«.

Der Hauptvorwurf der Studenten richtet sich gegen die Absicht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die drei bisherigen Staatsexamina zu einem »Hammerexamen« zusammenzufassen. Dieses soll am Ende des Studiums, das heißt erst nach dem Praktischen Jahr (PJ), stattfinden. Die Nachteile liegen aus Sicht der Studenten darin, dass sie sich während des PJ nicht ausreichend auf diese Großprüfung vorbereiten können. Die Folge: Das ohnehin schon lange Studium, in der Regel 13 Semester, wird sich um mindestens ein Semester verlängern. Ein weiterer Kritikpunkt der Studenten: Wenn es keine Prüfung mehr vor dem Praktischen Jahr gibt, werden die angehenden Ärzte ohne Überprüfung ihrer Qualifikation auf die Patienten losgelassen.

Nach Vorstellung der Studenten sollte es stattdessen eine Aufteilung des Examens in einen fallbezogen-theoretischen Teil vor und einen praktischen Teil nach dem Praktischen Jahr geben. So wäre gewährleistet, dass die Studierenden ihre praktische Ausbildung theoretisch umfassend vorbereitet anträten und von dieser direkt in das Berufsleben übertreten könnten.

Der jetzt vorgelegte Gesetzesentwurf der neuen Approbationsordnung für Humanmediziner verfehle außerdem das Ziel, das Studium praxisnäher zu machen, kritisieren die Studenten. Die Bestimmungen über Verbesserungen wie »problemorientierten Unterricht in Kleingruppen« seien unverbindlich und dürften auch in Zukunft wegen des Personalmangels und der Finanznot nicht umgesetzt werden können.

Zudem bemängeln die Studenten, dass im neuen Entwurf weiterhin vom AiP (Arzt im Praktikum) die Rede sei, obwohl Ulla Schmidt diesen Abschnitt der ärztlichen Ausbildung abschaffen wollte.

Wissenscommunity