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Deutschland: Weniger Baugenehmigungen

In Deutschland sind im ersten Halbjahr deutlich weniger Baugenehmigungen erteilt worden als im Vorjahr. Möglicher Grund ist die andauernde Debatte um die Abschaffung der Eigenheimzulage.

Die Zahl der genehmigten Wohnbauten sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um vier Prozent auf rund 152.000. Mit knapp sechs Prozent fiel der Rückgang bei Einfamilienhäusern überdurchschnittlich stark aus. Anfang 2003 hatten die Baugenehmigungen um mehr als ein Drittel zugenommen, da sich die Bauherren noch die Eigenheimzulage sichern wollten. Inzwischen liefen diese so genannten Vorzieheffekte allmählich aus, hieß es beim Statistikamt. Nach den Plänen der Bundesregierung gilt die Förderung von Eigenheimen nur noch bis Ende des Jahres.

Deutlich weniger private Bauvorhaben

An bestehenden Gebäuden wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres gut 16.000 Bauvorhaben genehmigt - gut drei Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich der Nichtwohngebäude ging die Anzahl der Baugenehmigungen auf gut 76.000 und damit um 14,5 Prozent zurück. Dabei genehmigten die Behörden fast 25 Prozent weniger neue Büro- und Verwaltungsgebäude. Die Genehmigungen für den Bau von Fabriken und Werkstätten sanken um gut 13 Prozent. Dagegen wurden fast 18 Prozent mehr Hotel- oder Gaststättenbauten genehmigt. Die Zahl der Genehmigungen an private Bauherren nahm um 15,5 Prozent ab und sank damit mehr als doppelt so stark wie die Genehmigungen für öffentliche Bauten.

Die erteilten Baugenehmigungen sind ein Indikator für die weitere Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft, die seit dem Ende des Wiedervereinigungsbooms Mitte der 90er Jahre unter beständig schwindender Nachfrage leidet. (Reuters)

DPA
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