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Fußball-WM: Shoppen ohne Ende

Zehn von 16 Bundesländern wollen während der Fußball-WM die Landenöffnungszeiten lockern - und was dem ausländischen Fan Recht ist, kann dem deutschen Verbraucher nur billig sein.

Die gesetzlichen Ladenschlusszeiten stehen in den meisten Bundesländern endgültig vor dem Aus. Gleich zehn Bundesländer wollen die Öffnungszeiten an allen Werktagen freigeben, wie eine Umfrage bei den verschiedenen Landesregierungen ergab. Der willkommene Anlass: Die Fußball-WM. Dabei setzen einige Länder darauf, im Zuge der Föderalismusreform noch vor dem Beginn der WM am 9. Juni die Zuständigkeit für den Ladenschluss vom Bund zu erhalten.
Das gültige Ladenschlussgesetz erlaubt derzeit werktags eine Öffnung von 6 bis 20 Uhr. Anlässlich von Märkten, Messen und ähnlichen Veranstaltungen sind außerdem bis zu vier verkaufsoffene Sonn- und Feiertage pro Jahr möglich.

Keine geeinte Front

Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen wollen den Kommunen die Entscheidung über erweiterte Öffnungszeiten überlassen. Das Saarland, in dem sich kein WM-Stadion befindet, bleibt bei der bisherigen Regelung. In Bremen und Schleswig-Holstein steht eine Entscheidung noch aus. Für die Zeit nach der Weltmeisterschaft, die am 9. Juli endet, streben die meisten Länder flexiblere Öffnungszeiten an. Umstritten ist dabei, ob häufiger als bisher ein Verkauf an Sonntagen erlaubt werden soll.

Würden Sie eine Freigabe der Ladenöffnungszeiten begrüßen?

In Berlin sind während der Fußball-WM Sonderbestimmungen in Kraft. Die Läden in der Hauptstadt dürfen werktags von 6 bis 24 Uhr öffnen und sonntags von 14 bis 20 Uhr. In Hessen sollen die Geschäfte von Montag bis Samstag sogar rund um die Uhr ihre Waren verkaufen dürfen. Die großen Shops in der Frankfurter Innenstadt werden die Kunden bis 22 Uhr begrüßen.

Glückliches NRW

Die Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sollen an Werktagen rund um die Uhr öffnen dürfen. Eine entsprechende Verfügung der Landesregierung wird in Kürze an die Bezirksregierungen gehen. An Sonn- und Feiertagen, an denen WM-Spiele angesetzt sind, können die Läden außerdem von 14 bis 20 Uhr ihre Produkte anbieten, teilte das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium am Montag mit.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt laut Wirtschaftsministerium von Februar bis Ende November die Bäderregelung. Sie erlaubt, dass Geschäfte in mehr als 100 Kur- und Erholungsorten längere Öffnungszeiten haben und am Sonntag öffnen dürfen. "Wir werden uns bemühen, die Ladenöffnungszeiten so flexibel wie möglich zu gestalten", sagte Wirtschaftsminister Otto Ebnet am Montag.

Auch Brandenburg will mitziehen

In Brandenburg hatte sich der Landtag Mitte Dezember für erweiterte Öffnungszeiten während der WM ausgesprochen. "In den nächsten Wochen werden sich alle Partner - Land, Kreise, Gewerkschaften, Handel, Kirchen - an einen Tisch setzen, um die praktische Umsetzung zu diskutieren", sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums in Potsdam.

DPA / DPA

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