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hamburg: Studentenwohnheim im Wasserturm?

Uni und Bucerius Law School sind von dem Nutzungsvorschlag des leer

Uni und Bucerius Law School sind von dem Nutzungsvorschlag des leer

40 Jahre - so lange steht der 59 Meter hohe Koloss im Sternschanzenpark nun schon leer. Vorschläge zur Nutzung des Wasserturms gab es reichlich. Doch die Pläne zur Einrichtung mehrerer Hotels, eines Imax-Kinos oder gar eines Naturkundemuseums scheiterten allesamt. Nun scheint vielleicht eine geeignete Verwendung für die Immobilie gefunden worden zu sein.

Die Lösung: ein internationales Studentenwohnheim. Insgesamt 216 Zimmer mit Kochnische und Duschbad sollen Studierenden an den Hamburger Hochschulen zur Verfügung stehen. Es wäre eine Bereicherung des Universitätsstandortes Hamburg, sagte der Präsident der Universität Hamburg Jürgen Lüthje gegenüber dem »Hamburger Abendblatt«. Interesse bekundete auch Jürgen Büring, Geschäftsführer der Bucerius Law School. Die Hälfte des Wohnheimes könne die Law School mit deutschen Studierenden aus anderen Bundesländern und mit ausländischen Studenten belegen, die so schulnah leben könnten. Auch die Uni Hamburg könnte 100 der Zimmer benötigen, um in ihnen Studenten unterzubringen, die im »International Center for advanced Studies« an postgraduierten Studienprogrammen teilnehmen. Die Nettokaltmiete für ein Zimmer im Wasserturm würde zwischen 600 und 630 Mark betragen.

Mit dem Bau des inzwischen denkmalgeschützten Turmes wurde 1907 auf dem Gelände einer sternförmigen Verteidigungsanlage im Sternschanzenpark begonnen. Da Hamburgs Häuser immer höher wurden, mussten auch die Wasserbehälter erhöht werden, um einen größeren Wasserdruck in den Haushaltsleitungen zu erreichen. Auf Grund des Mangels an Druckpumpen musste das Wasser in die Hochbehälter gefüllt und dann in Schussfahrt in die Rohre der Häuser geleitet werden. 1956 wurde der Turm schließlich von den Hamburger Wasserwerken stillgelegt. Seitdem standen immer wieder Debatten über die Nutzung des Turmes auf der Tagesordnung der Bezirksversammlung des Viertels.

Die Realisierung der Umwandlung in ein Studentenheim wäre gesichert: Ein seriöser, noch anonymer Investor möchte das Projekt finanzieren. Laut Kay Hinnerk Rahn, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger B&O Consulting Systems Projektentwicklung, die den Wasserturm exklusiv vermarktet, soll es sich um ein Tochterunternehmen eines deutschen Bankkonzerns handeln.

Geplant ist, die Immobilie dem langjährigen Besitzer, dem Münchener Architekten Ernest Joachim Storr, der 1990 den Zuschlag für den Wasserturm bekam, mit einem für ihn siebenstelligen Gewinn abzukaufen. Seit über einem halben Jahr liegt Storr das Angebot vor - sollte er jedoch noch all zu lange zögern, besteht die Gefahr, dass die Geldgeber vom behäbig anrollenden Zuge wieder abspringen. (cp)

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