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Love from Hell: Die neue Sex-Flaute: Werden unsere Körper bald überflüssig?

Menschen in festen Beziehungen haben kaum noch Lust aufeinander, sagen Forscher. Auch Körperkontakt soll in Zukunft nicht mehr nötig sei, um ein Kind zu zeugen. In China kam das erste "Designerbaby" zur Welt. Können wir unsere Körper bald abschaffen?

Kein Sex - kein Körper - sieht so das schöne neue Leben aus?

Kein Sex - kein Körper - sieht so das schöne neue Leben aus?

Getty Images

Diese Woche ist die Nasa-Sonde "InSight" auf dem Mars gelandet. Vielleicht wandere ich demnächst dahin aus und gründe eine Kommune, in der noch die gute alte "freie Liebe" zelebriert wird. Die ist heuer nämlich vom Aussterben bedroht! Noch nie hatte die Menschheit so wenig Sex wie in 2018. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen mit Anfang 20 heute abstinent sind, ist mehr als doppelt so hoch im Vergleich zur Generation X (1961 bis 1981) damals in diesem Alter", schreibt die Journalistin Kate Julia in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht "Der Sex-Rückgang". Aktuell würden in den USA etwa 60 Prozent der Erwachsenen unter 35 ohne Partner leben. In Japan ist derzeit jeder zweite Einwohner Single und jedem zweiten Single macht das angeblich absolut nichts aus.

Hach, man. Wie konnte es bloß soweit kommen, dass die einst offiziell "schönste Nebensache der Welt" zur totalen Nebensache verkommen ist?

Vielleicht eine unterbewusste Reaktion auf neueste Fortschritte in der Wissenschaft: Babys können laut Experten angeblich bald easy im Labor gezeugt werden. Ja, richtig gehört, Leute. Für euer Wunschkind werden demnächst nicht mal mehr Spermien und Eizellen benötigt! Das behauptet zumindest der Bioethiker und Jurist Hank Greely von der Universität Stanford in Kalifornien. Ein Besuch beim Hausarzt würde in Zukunft genügen. Der könne einem dann einfach eine Hautprobe entnehmen und diese in eine Reproduktionsklinik senden, wo sie dann zu Stammzellen umprogrammiert würde. Der "fertige" Embryo könne dann sogar wahlweise einer Leihmutter implantiert oder in einem künstlichen Uterus ausgetragen werden.

Fauler geht’s echt nicht. Wozu brauchen wir unsere Körper in Zukunft dann überhaupt noch? Wahrscheinlich erfinden irgendwelche Forscher demnächst auch noch eine App, die es uns abnimmt zu essen oder auf die Toilette zu gehen. Dann enden wir alle wie die prominenten Köpfe in "Futurama" – in Einmachgläsern auf irgendwelchen Regalen. Ohne Beine, Arme, Torsos.

Aber zurück zu den Fakten: In "Der Sex-Rückgang" schreibt Kate Julian weiter, dass "junge Menschen viel später ein richtiges Sexleben entwickeln" würden und "weniger häufig Sex" hätten, "als Mitglieder früherer Generationen".

Forscher glauben, dass vor allem die Eltern der jüngeren Generationen Schuld an dieser neuen Flaute sind. In unserer heutigen Leistungsgesellschaft würden viele ihren Nachwuchs schon in jungen Jahren dazu drängen, sich auf ihre Bildung anstatt auf romantische Beziehungen zu konzentrieren.

Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Problem: Immer mehr junge Menschen seien heute mit ihrem Körper unzufrieden, was zu großen Teilen an dem das verzerrten Schönheitsideal liegt, das ihnen tagtäglich in der Werbung und in den sozialen Medien vorgelebt wird. Viele würden außerdem zu viel kostbare Zeit mit oberflächlichen Dating-Apps vergeuden, wo sich nur selten ernsthafte Beziehungen ergeben würden, in denen man sich sexuell fallenlassen könne. Und wenn doch, dann spielt die Zeit gegen sie. Eine aktuelle Umfrage ergab gerade, dass (mal wieder) die meisten Menschen in festen Beziehungen nach anderthalb bis vier Jahren unzufrieden mit ihrem Sexleben werden und vor allem bei Frauen immer weniger Lust auf ihren eigenen Partner (nicht aber auf Sex im Allgemeinen!) haben. Verheiratete Paare hätten eigenen Angaben zufolge im Schnitt nur noch einmal im Monat Geschlechtsverkehr. Beziehungen ohne Sex seien dafür im Kommen.

Tja, und nun? Ich persönlich werde mich in Kürze mal lieber mit den Leuten von der Nasa in Verbindung setzten. Auf der nächsten befrauten Mission zum Mars bin ich dabei. Dort werde ich dann eine neue Gemeinschaft gründen, in der Internet- und Handy-Verbot herrschen, ein bedingungsloses Grundeinkommen den allgemeinen (Job-)Stress und Leistungsdruck minimiert und Babys noch auf die gute alte Weise gezeugt werden. Oder ist das eine unrealistische Utopie?! Naja, zumindest die Landung auf dem roten Planeten werde ich schon irgendwie hinbekommen …

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