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H. Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Warum Trash-TV unsere Libido killt

Laut einer neuen US-Studie, verlieren amerikanische Twens zunehmend das Interesse an Sex. Die Schuld haben pornöse Promis wie Kim Kardashian und es ist zu befürchten, dass auch hierzulande bald Sex-Flaute herrscht.

Ariana Grande und Nicki Minaj mit geballter Krampf-Erotik bei den MTV Video Music Awards.

Ariana Grande und Nicki Minaj mit geballter Krampf-Erotik bei den MTV Video Music Awards.

Wenn Sie aufgrund der letzten VMAs, dem Instagramkanal von Kim Kardashian oder Serien wie "Californication" dachten, die USA wären das reinste Sodom und Gomorra, dann kann ich Sie beruhigen: Laut einer neuen Studie der Florida Atlantic University haben junge Amerikaner zwischen 20 und 24 so wenig Lust auf Sex wie noch nie. Nur Gleichaltrige während der Wirtschaftskrise in den 1920ern waren noch seltener sexuell aktiv als sie. Und das, obwohl es nie einfacher war, potentielle Sexpartner (z.B. über Dating-Apps) kennenzulernen. Ja, nicht einmal vorehelicher Geschlechtsverkehr ist im prüden Amerika noch ein großes Thema. Einer herrlich unbeschwerten sexuellen Selbstfindungs- und Experimentierphase (ich meine, wozu sind die Zwanziger sonst da?!) stände also theoretisch nichts im Wege. Trotzdem denken offenbar immer mehr Twens: "Sex? Och, nö, bloß nicht!"

Krampfhafter Promi-Porn

Und, hey, je länger ich darüber nachdenke, desto besser kann ich es verstehen. verstehen. Denkt doch nur einmal an die gruseligen MTV Video Music Awards, die gerade erst in New York stattgefunden haben – u.a. mit der halbnackten "Popmutti" Britney Spears in knallgelben Dominastiefeln, die live on stage den Schritt ihres Duettpartners abtastete, sowie den beiden möchtegernlasziven Hupfdohlen Nicki Minaj und Ariana Grande, die während ihrer, äh, "Gesangsdarbietung" so taten, als würden sie Oralsex von ihren Tänzern empfangen. Boah, war das ungeil.

Und auf und Co. geht der Wahnsinn weiter: Ein paar Klicks genügen und du kannst dir dort die nackten Körperteile von allen möglichen Schauspielerinnen, Sängerinnen und Models anschauen. Oh, ja! Was früher allein Pin-Up-Girls, Stripperinnen und Playboy-Hasen vorbehalten war, gehört heute zum Showbiz mit dazu. Bloß wirkt hier das, was eigentlich sexy sein soll, also Schmollmünder und heiße Kurven, i.d.R. nur noch gequält, eitel und krampfhaft zu recht gefiltert, nach Likes lechzend.  

Richter Gnadenlos nackt am Strand

Soviel gekünstelte Erotik muss man erst mal aushalten. Will man vielleicht gar nicht. Kann man gar nicht. Vor allem vergeht so manch einem da gar die Lust auf echte Sinnlichkeit. Mittlerweile ist es doch fast anregender, die Klamotten einfach mal anzulassen und damit Raum für Fantasie zu schaffen, oder?

Nö, zumindest nicht, wenn es nach den privaten Fernsehanstalten hierzulande geht, die uns in dieser Hinsicht ja gerade den Rest geben – mit  "Promi Big Brother " inklusive exhibitionistischer  "Supertranse ". Noch schlimmer wird’s ab Oktober, wenn für das RTL-Format  "Adam sucht Eva " eine Horde von vornherein schon komplett hüllenloser (!) D-Promis zwecks angeblicher Partnervermittlung auf einer einsamen Südseeinsel aussetzt.

Weg mit dem Live-TV

Mal ehrlich, Leute: Welche Drogen muss man a) konsumieren, um sich so etwas Grauenvolles auszudenken und b) welchem Zuständigen einflößen, um dafür auch noch einen Sendeplatz zu bekommen?! Ich meine – die sind nackt. So jemand wie Ronald Schill wird (schon wieder!) NACKT im Fernsehen zu sehen sein. Das sind Bilder, die sich für immer in unsere Langzeitgedächtnisse einbrennen und neben schweren Traumata wohl letztlich auch dafür sorgen werden, dass keiner, der das (versehentlich) guckt, jemals wieder Sex haben möchte. Vermutlich wird die Menschheit eines Tages sogar wegen solcher Formate aussterben! 

Damit es nicht soweit kommt, rate ich euch: Abonniert einen Streamingdienst (statt TV), deinstalliert Instagram und den ganzen Quatsch und schaut euch endlich wieder gegenseitig in die Augen. Das, meine Lieben, ist nämlich echte Erotik.  

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