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Iberia: Streik gefährdet Sommerurlaub

Ein Pilotenstreik bei Spaniens größter Fluglinie Iberia hat mitten in der Hauptreisezeit die Pläne tausender Passagiere durcheinander gebracht. Wegen des Streiks musste das Unternehmen rund 240 Flüge streichen.

Iberia hatte in Zeitungsanzeigen schon vergangene Woche vor dem Streik gewarnt und über Ausfälle informiert. Die Beschwerden an den Flughafenschaltern hielten sich daher in Grenzen. Sollte der Arbeitskampf wie geplant bis Sonntag dauern, müssten nach Angaben von Iberia fast 1700 Flüge gestrichen werden. Dies würde mehr als 200 000 Passagiere treffen.

Von den 17 Spanien-Flügen von Deutschland aus fielen am Montag nach Angaben einer Iberia-Sprecherin sechs Flüge aus. Passagiere aus Deutschland, die in Spanien umsteigen, könnten auch von stornierten Inlandverbindungen betroffen sein. Von Stornierungen betroffene Passagiere würden informiert und umgebucht. Auch wenn ihr Flug in diesem Zeitraum vom Streik nicht betroffen sein sollte, biete Iberia ihnen an, ihn zu verschieben oder kostenlos rückgängig zu machen. Flüge können bis Ende Juli umgebucht werden, die umgelegten Flüge müssen noch in diesem Jahr angetreten werden.

Iberia macht Zugeständnisse

Mit dem Streik protestieren die rund 1800 Iberia-Piloten gegen die geplante Beteiligung des Unternehmens an der Billigfluglinie Catair, die im Herbst den Betrieb aufnehmen soll. Die Flugkapitäne befürchten, dass dies zu Stellenstreichungen beim Mutterkonzern führen wird und verlangen deshalb eine Arbeitsplatzgarantie. Iberia wies die Ängste als unbegründet zurück. Es gäbe keine Überschneidungen zwischen Catair- und Iberia-Flugrouten.

Zugleich erklärte sich die Fluggesellschaft zu Zugeständnissen bereit. Bei einem Treffen heute Abend wird Iberia die geforderte schriftliche Arbeitsplatzgarantie an die Pilotengewerkschaft Sepla übergeben. "Wir hoffen, dass der Streik damit in ein paar Stunden vorbei sein wird", sagte ein Pressesprecher der Iberia. Der Streik bedeutet für das Unternehmen Einbußen von täglich fünf Millionen Euro.

Das Verkehrsministerium legte für die Piloten Mindestdienste fest. Danach gibt es auf den Routen zu den Kanaren und den Balearen keine Streichungen. Auch die meisten Langstreckenflüge, darunter alle Flüge nach Afrika und in den Nahen Osten, sowie die Hälfte der Europa-Verbindungen seien garantiert, hieß es. Verbraucherverbände warfen Sepla vor, die Passagiere als Geiseln zu nehmen.

DPA/son / DPA

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