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Lotto: Deutsche sparen sogar beim Glück

"Jeder ist seines Glückes Schmied", sagt der Volksmund. Doch angesichts der Krise mögen die Deutschen nicht an ihrem Glück schmieden. Sie sparen lieber den Einsatz für Lotto oder andere Glücksspiele. Geld, das dann karikativen Projekten fehlt, die mit Lottomitteln finanziert werden.

Die Wirtschaftskrise schlägt auch auf die staatlichen Lotterien durch: Die Deutschen sparen bei Glücksspielen der staatlichen Lotterien. Die Spieleinsätze seien von Januar bis Anfang Dezember im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwölf Prozent auf rund 6,04 Milliarden Euro gesunken, teilte der Deutsche Lotto- und Totoblock am Freitag in Stuttgart mit. Damit beschleunigte sich die Talfahrt der Einnahmen bei den staatlichen Lotterien Sechs aus 49, Spiel 77 und Super Sechs, Glücksspirale, Keno, Oddset und Toto. 2007 waren die Einsätze bereits um zwei Prozent auf 7,46 Milliarden Euro geschrumpft.

Hauptgrund für die geringere Glücksspiellaune sei die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher. "Die Finanz- und Wirtschaftskrise geht auch am Glücksspiel nicht spurlos vorbei", sagte Friedhelm Repnik, Geschäftsführer der derzeit federführenden Toto-Lotto-Gesellschaft Baden-Württemberg.

Kaum gut gefüllte Jackpots

Auch die Jackpot-Entwicklung sei in diesem Jahr ungünstig, teilte der Lotto- und Totoblock mit. 2008 habe es bislang keinen Lotto-Jackpot mit einer Gewinnsumme von mehr als 20 Millionen Euro gegeben. Zudem seien den staatlichen Lotterien durch Spielangebote im Internet Spieleinsätze verlorengegangen. Dieses Loch werde gestopft, da von Januar an Glücksspiele im Internet verboten seien.

In Deutschland hat der Staat ein Monopol auf alle Glücksspiele. Aus den Glückspieleinsätzen und der Lotteriesteuer wurden in diesem Jahr bislang mehr als zwei Milliarden Euro für karitative Zwecke wie Sport, Kunst und Kultur, soziale Projekte sowie Umwelt- und Denkmalschutz ausgeschüttet. 2007 kamen rund drei Milliarden Euro zusammen.

Reuters / Reuters

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