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Ministerin Bulmahn: Deutsche Studenten ins Ausland

Mindestens jeder fünfte deutsche Student sollte wenigstens einen Teil seines Studiums künftig im Ausland verbringen, sagte die Ministerin. Derzeit machen nur 14 Prozent der deutschen Studierenden von solchen Angeboten Gebrauch.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn will die Zahl deutscher Gaststudenten im Ausland deutlich ausweiten. Mindestens jeder fünfte deutsche Student sollte wenigstens einen Teil seines Studiums künftig im Ausland verbringen, sagte die Ministerin auf einer gemeinsamen Hochschultagung der SPD-Bundestagsfraktion und der Juso-Hochschulgruppen im Berliner Reichstagsgebäude. Derzeit machen nur 14 Prozent der deutschen Studierenden von solchen Angeboten Gebrauch.

Förderung mit Bafög

Bulmahn wies darauf hin, dass inzwischen ein Auslandsaufenthalt ab dem 3. Semester auch mit Bafög gefördert wird - bei Interesse sogar bis zum Studienabschluss im Ausland. Die Ministerin wie auch andere Experten klagten allerdings darüber, dass sich deutsche Hochschulen mit der Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen oft noch zu schwer tun. Ein "Europäisches Credit-Point-System", bei dem die Teilnahme an standardisierten Studienabschnitten bescheinigt wird, könnte dies erleichtern.

Hochschulraum Europa

Auch die Einführung der international anerkannten und aufeinander aufbauenden Bachelor- und Masterabschlüsse an deutschen wie auch an anderen europäischen Hochschulen könne die studentische Mobilität in einem "Hochschulraum Europa" fördern, sagte Bulmahn. Die EU-Bildungsminister sind übereingekommen, bis 2010 etwa jeden fünften Studiengang so zu organisieren. In Deutschland gibt es nach Bulmahns Angaben inzwischen 1600 solcher Studiengänge. Davon sind allerdings erst 15 Prozent überprüft und anerkannt. Nur drei Prozent der deutschen Studierenden sind in diesen Studiengängen eingeschrieben. Bulmahn: "Das wird sich ändern müssen".

Garantie eines gebührenfreien Studiums

Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes (DSW), Dieter Schäferbarthold, mahnte, bei der Gestaltung eines europäischen Hochschulraumes soziale Kriterien nicht zu vergessen. Zu der Garantie eines gebührenfreien Studiums in allen EU-Partnerländern müsse auch eine entsprechende Förderung hinzukommen, um Auslandsaufenthalte nicht nur Vermögenden zu ermöglichen. Eine Überarbeitung der EU-Austauschprogramme Sokrates und Erasmus sei "mehr als überfällig".

Die Tagung am Pfingstwochenende fand aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Juso-Hochschulgruppen statt. Der damalige SPD- Vorsitzende Willy Brandt hatte 1973 ihre Gründung inszeniert, um ein Gegengewicht gegen den stärker dogmatisch ausgerichteten Sozialistischen Hochschulbund (SHB) zu schaffen.

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