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Qualifikation Akademiker schlecht auf Praxis vorbereitet

Die Ausbildung an deutschen Hochschulen orientiert sich nicht an der beruflichen Praxis. Soziale Kompetenz und Soft Skills fehlen im Lehrplan und müssen oft in den Unternehmen "nachgeschult" werden.

Akademikern fehlt es an sozialer Kompetenz und entscheidenden Schlüsselqualifikationen. Denn die Ausbildung an den deutschen Universitäten und Fachhochschulen orientiert sich nicht an der beruflichen Praxis. Fehlende soziale Kompetenz, Schlüsselqualifikationen oder Soft Skills fehlen im Lehrplan und müssen häufig in den Unternehmen kostspielig "nachgeschult" werden. Zu diesem Ergebnis kommt die CoachAcademy aus Stuttgart.

In den meisten Stellenausschreibungen und Anforderungsprofilen werden Schlüsselqualifikationen neben den fachlichen Kenntnissen ganz selbstverständlich verlangt. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gibt an, dass etwa 51 Prozent der Qualifikationen eines idealen Hochschulabsolventen aus fachlichen Kenntnissen bestehen sollten und etwa 49 Prozent aus Schlüsselqualifikationen.

Es wird also erwartet, dass Schlüsselqualifikationen studienbegleitend erworben werden - sei es im Studium selbst oder im Nebenjob. Doch was verbirgt sich genau hinter den Schlüsselqualifikationen? Warum sind diese so wichtig oder wozu sind sie der Schlüssel?

Immer wieder neue Fähigkeiten erschließen

Mit Hilfe von Schlüsselqualifikationen soll es jeder Person gelingen, sich immer wieder neue Fähigkeiten zu erschließen, um dadurch in möglichst vielen Bereichen lebenslang handlungsfähig zu bleiben. Unter diesen "allgemeinen Fähigkeiten" finden sich neben sozialer Sensibilität und sachlicher Kooperationsfähigkeit auch problemlösendes Denken, kulturelle Aufgeschlossenheit und die Fähigkeit zur Selbstverantwortung.

Sind Schlüsselqualifikationen dasselbe wie Schlüsselkompetenzen? Adolf Brock von der Akademie für Arbeit und Politik an der Universität Bremen unterscheidet zwischen den Begriffen Schlüsselqualifikation und Schlüsselkompetenz. Erstere stellen seiner Ansicht nach eine pragmatische Grundlage dar, um sich verändernden Arbeitsbedingungen anpassen zu können. Im Gegensatz dazu beziehen sich Schlüsselkompetenzen auf den gesamten Lebenszusammenhang und darüber hinaus auf den gesellschaftspolitischen Kontext.

Welche Schlüsselkompetenzen spielen eine wesentliche Rolle?

Unabhängig davon, ob sie Schlüsselqualifikationen oder Schlüsselkompetenzen genannt werden - viel wichtiger ist, dass man sie besitzt! Am häufigsten nachgefragt sind die kommunikativen Kompetenzen. Zu ihnen zählen neben Präsentationstechniken, Diskussionsfähigkeit und gute schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit.

Auch die sozialen Kompetenzen sind im Anforderungsprofil an einen Bewerber erwähnt. Dazu gehören Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Einfühlungsvermögen, kundenorientiertes Verhalten, Führungsqualitäten und Kritik- und Konfliktfähigkeit.

Kognitive Kompetenzen werden oftmals auch methodische Kompetenzen genannt und umfassen konzeptuelles Denken, Problemlösungsfähigkeit, logisches und abstraktes Denken und das Denken in Zusammenhängen.

Die folgenden Persönlichkeitsmerkmale - auch personale Kompetenz genannt - gehören ebenfalls zu den Soft Skills und damit in den Katalog der Schlüsselqualifikationen: Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft, Ausdauer, geistige Offenheit, Mobilität, Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft, Kreativität und selbstständiges Arbeiten.

Wo werden Schlüsselqualifikationen benötigt?

Jedes Unternehmen benötigt entsprechende Schlüsselqualifikationen für die Aufgaben, die zu erledigen sind. Neben Branche, Firmengröße und –kultur richten sich Schlüsselkompetenzen auch nach der Firmengröße beziehungsweise Anzahl der Mitarbeiter.

Viele Personalverantwortliche raten potenziellen Bewerbern, sich bereits während des Studiums die entsprechenden "weichen" Fähigkeiten anzueignen. Sei es innerhalb der Arbeitsgruppe im Fachbereich, im Nebenjob oder als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Verein, Denn immer dann, wenn mehrere Menschen an einem Prozess mitwirken, spielen Schlüsselqualifikationen - wenn auch unbemerkt - eine Rolle.


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