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Schleswig-Holstein: Neue Ausbildungsordnung für Juristen

Jurastudenten verfolgen sie seit Jahren: die Debatte um den wahren Weg. Weder im Studium noch im Referendariat werden wirklich Anwälte ausgebildet, heißt es. Schleswig-Holstein will das ändern.

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat am Dienstag den Gesetzentwurf für ein neues Juristenausbildungsgesetz (JAG) verabschiedet. Die Juristenausbildung werde damit praxisnäher gestaltet, sagte Justizministerin Anne Lütkes (Grüne). Danach bleibe es zwar bei der schon bisher geltenden zweistufigen Ausbildung (Jurastudium und juristischer Vorbereitungsdienst). Allerdings werde sich die Ausbildung künftig stärker an den anwaltlichen Tätigkeiten orientieren.

Die meisten Absolventen wählten im Anschluss an ihre Ausbildung den Anwaltsberuf, meinte Lütkes. Vorgesehen sei beispielsweise eine mindestens neunmonatige Ausbildungsstation während des Vorbereitungsdienstes. Bereits im Studium sei künftig der Erwerb von Qualifikationen wie Verhandlungsmanagement, Gesprächsführung, Rhetorik, Streitschlichtung und Vernehmungslehre vorgeschrieben.

"Nur so haben die fertig ausgebildeten jungen Leute eine Chance auf dem Arbeitsmarkt", sagte die Ministerin. Außerdem werde es den Studierenden und den Rechtsreferendaren ermöglicht, schon frühzeitig Schwerpunkte in ihrer Ausbildung im Hinblick auf die spätere Berufswahl zu setzen und Fremdsprachenkenntnisse zu erwerben.

Die Umsetzung des neuen Rechts stellt nach Angaben von Lütkes große Herausforderungen an die Praxis, allen voran an die Universitäten. Mit dem neuen Gesetz werde der Einfluss der Universitäten auf die Studienabschlussprüfung erheblich erweitert.

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