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Studentenfernsehen: Start frei für Campus-TV

Bayerns erster Studenten-Fernsehsender geht auf Sendung. Und ausgerechnet die jüngsten Studentenproteste zwingen die Redaktion, die seit langem vorbereitete erste Sendung noch einmal auf den Kopf zu stellen.

Bayerns erster Studenten-Fernsehsender, Campus-TV, geht heute erstmals auf Sendung. Jeweils am ersten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr wird eine rund 15-minütige Sendung auf TV Oberfranken ausgestrahlt, die von 35 Studenten der Universitäten Bamberg und Bayreuth sowie der Fachhochschulen Coburg und Hof gemeinsam produziert wird, erläutert Christian Limpert, Chefredakteur von Campus TV. Damit ist Campus TV der erste studentische Fernsehsender, dessen Produktion bei einem kommerziellen TV-Anbieter gesendet wird.

Die erste Sendung, obwohl seit langem bis ins letzte Detail vorgeplant, wurde letztlich doch mit ganz heißer Nadel gestrickt. Ausgerechnet die jüngsten Studentenproteste zwingen Limpert, die seit langem vorbereitete erste Sendung noch einmal auf den Kopf zu stellen. "An den Studentenprotesten kommen wir einfach nicht vorbei", berichtet der 23 Jahre alte Chefredakteur von Campus TV.

"Campus TV - endlich fernsehen", unter diesem Motto wirbt der Sender um Zuschauer. "Studenten produzieren Fernsehen für Studenten", erklärt Limpert das Credo des neuen Senders. Die Sendung wird in Bayreuth in einem mobilen Studio aufgenommen. Darüber hinaus stehen auch in Bamberg, Coburg und Hof jeweils Redaktionen mit vier bis fünf Personen zur Verfügung.

Vielfältiger Themenmix

"Die Jungs sind vor einem Jahr auf uns zugekommen und haben gefragt, ob sie bei TV Oberfranken eine Studentensendung ausstrahlen können", erinnert sich Daniela Vesper, die Koordinatorin des Projektes bei TV Oberfranken. Das Konzept sei damals recht überzeugend gewesen. «Und für uns ist das eine Erweiterung der Zielgruppe.» TV Oberfranken wird auch die Werbezeit für Campus TV vermarkten. Der Sender ist auch presserechtlich für die Ausstrahlung verantwortlich. Unterstützung erhält Campus TV auch vom Bayreuther Medienwissenschaftler Jürgen E. Müller, der sich um die Finanzen des Senders kümmert.

Die Macher bemühen sich nach eigenen Angaben um einen vielfältigen Themenmix. «Wir wollen Beiträge aus dem Hochschulbereich ebenso senden wie bunte Themen», verrät Limpert. Dazu gehören beispielsweise eine Flirt-Line, aber auch der Partyreport. Eine weitere Rubrik lautet "der, die, das". "Ähnlich wie in der 'Sendung mit der Maus', wollen wir hier beispielsweise zeigen, wie in der Mensa täglich mehrere tausend Essen hergestellt werden."

Mit einer monatlichen Sendung gut ausgelastet

Gespannt warten die Verantwortlichen auf das Echo der ersten Sendung. Schließlich stecke die Planung und Arbeit von einem ganzen Jahr dahinter. Künftig bleibt dem 35-köpfigen Team um Christian Limpert nicht mehr so viel Zeit für die Gestaltung einer Sendung. Zehn Tage vor der Ausstrahlung solle jeweils nach Möglichkeit die Abnahme durch TV Oberfranken erfolgen. Allerdings könne man bei aktuellen Themen wie den Studentenprotesten einen Beitrag notfalls auch noch kurzfristig nachschieben.

Bis auf wenige Ausnahmen wird die ganze Sendung komplett von Studenten produziert. Das bedeutet, dass Studenten in ihrer Freizeit nicht nur auf Termine gehen, um zu drehen, sondern auch die Beiträge schneiden und die Sendung moderieren. "In Zukunft werden wir wohl mit einer monatlichen Sendung ganz gut ausgelastet sein", meint Limpert.

Christoph Gahlau, dpa

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