Tamiflu-Vorräte Krankenkassen verweigern Kostenübernahme


Der bayerische Verbraucherminister hat die Krankenkassen aufgefordert, die Kosten für medizinische Vorräte zum Schutz gegen die Vogelgrippe zu übernehmen. Doch die weigern sich - die Vorsorge müsse der Staat tragen.

Die Krankenkassen wollen die Kosten für Vorräte von antiviralen Mitteln gegen die Vogelgrippe nicht übernehmen. "Die Vorsorge vor einer Pandemie ist eine typische Staatsaufgabe", erklärte der Chef des BKK-Bundesverbands, Wolfgang Schmeinck. "Es wäre ungerecht, wenn die Kosten dafür nur von den Beitragszahlern der Krankenkassen getragen werden müssten."

Bundesländer sollen Medikamente einlagern

Der bayerische Verbraucherminister Werner Schnappauf hatte verlangt, die gesetzlichen und privaten Krankenkassen sollten die Kosten für die Tamiflu-Vorräte tragen. Am Donnerstag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in Berlin die Vorbereitungen auf eine mögliche Pandemie beraten. Diese könnte ausbrechen, wenn das Virus sich so verändert, dass es von Mensch zu Mensch überspringt. Bis ein Impfstoff entwickelt ist, würden dann nur antivirale Mittel helfen.

Das Robert-Koch-Institut hatte empfohlen, dass die Bundesländer mindestens für 20 Prozent der jeweiligen Bevölkerung solche Arzneien einlagern. Dies ist aber bisher nach Erkenntnissen des Bundesinstituts bei weitem nicht erreicht. Demnach werden in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern nur für sechs bis acht Prozent der Bevölkerung antivirale Medikamente gelagert. In Bayern seien es 15 Prozent, in Nordrhein-Westfalen 30 Prozent.

AP AP

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