VG-Wort Pixel

Überpopulation Grauhörnchen: Großbritannien erwägt Verhütungsmittel im Futter und genetische Sterilisation

Ein Grauhörnchen hält eine Erdnuss in den Pfötchen
Ein Grauhörnchen hält eine Erdnuss in den Pfötchen
© suefeldberg / Getty Images
Sie sind eine Bedrohung für die heimische Artenvielfalt und den Baumbestand: Grauhörnchen, die im 19. Jahrhundert in Europa angesiedelt wurden und sich rasant vermehren. Großbritannien will nun gegen sie vorgehen.

Die Zeit, in der es in der Alten Welt ausschließlich Eichhörnchen mit rotbraunem Fell gab, ist lange vorbei. Das aus Nordamerika stammende sogenannte Grauhörnchen beginnt sich in Europa zu etablieren und auf Kosten des Eurasischen Eichhörnchens auszubreiten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es in Großbritannien, Irland und Italien eingeführt, wobei es vor allem in Großbritannien die dort ursprünglich heimischen Eichhörnchen nahezu verdrängt hat. Dagegen erwägen die Briten nun vorzugehen. Die etwas größeren Nager rücken nämlich nicht allein ihren rötlichen Kollegen auf die Pelle, sondern schaden auch dem Baumbestand, da sie die Stämme entrinden.

Nun berichtete der britische Umweltminister, dass Anstrengungen unternommen würden, die Ausbreitung der Grauhörnchen durch ein spezielles Verhütungsmittel zu verringern. Forscher suchten zudem nach einer Möglichkeit, Unfruchtbarkeit bei weiblichen Tieren heranzuzüchten, um auf humane Weise die Population zu reduzieren, erklärte Lord Goldsmith, britischer Politiker der Konservativen Partei, wie die "Metro" berichtet. Er sagte, das Grauhörnchen und andere nicht heimische Arten kosteten die britische Wirtschaft jährlich mehr als zwei Milliarden Pfund. Er fasste zusammen, dass er aufgrund der Schädlinge gezwungen sei, 30.000 Hektar neuer Wälder bis 2025 anzupflanzen, um die von der Regierung verordneten Klimaziele zu erreichen, die den Klimawandel aufhalten sollen.

Wofür Bäume pflanzen, wenn dann die Grauhörnchen kommen?

Lord Astor of Hever, britischer Geschäftsmann, Politiker und Eigentümer von Waldgrundstücken, erklärte ebenfalls Interesse an der Eindämmung des Grauhörnchen-Bestand. "Welchen wirksamen Rat kann uns die Regierung geben, um sicherzustellen, das diese Bäume nicht anschließend von Grauhörnchen wieder zerstört werden?", zitiert die "Metro" seine Anfrage. Goldsmith bestärkte ihn: "Invasive nicht heimische Arten wie Grauhörnchen oder etwa Muntjak-Hirsche gefährden unsere heimische Artenvielfalt. [...] Die Forstkommission berät in der Frage der Erhaltung von Lebensraum für Eichhörnchen und im Umgang mit Grauhörnchen." Ihr dürfte die Forschung dabei zur Seite stehen.

Quelle:"Metro"

bal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker