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Nuss-Nougat-Creme Aldi ändert die Rezeptur von Nusskati - und sorgt dadurch für richtig Ärger

Aldi verändert die Nusskati-Rezeptur
© picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa;Screenshot: aldi-nord.de
Unter Palmöl-Gegnern galt die Nuss-Nougat-Creme von Aldi als Geheimtipp, denn für Nusskati wurde kein Palmöl verwendet. Doch nun hat der Discounter die Rezeptur verändert. 

Nuss-Nougat-Creme ist beliebt - doch die meisten Hersteller setzen auf Palmöl. Das Fett ist bei Lebensmittelherstellern beliebt: Palmöl wird für seinen Geschmack und die Konsistenz geschätzt. Allerdings wird für den Anbau des Öls auch in Asien Regenwald gerodet. Gefährdete Arten wie der Sumatra-Tiger oder Orang-Utans müssen den neuen Landwirtschaftsflächen weichen. 

Daher sind viele Verbraucher auf der Suche nach Alternativen - und im Falle der Nuss-Nougat-Creme wurden sie beim Discounter Aldi fündig. Der Billigheimer setzte für seine Nusskati auf Sheafett - eher eine Seltenheit, da tatsächlich ein Gros der Hersteller Palmöl nutzen. 

Aldi verändert Nusskati-Rezeptur

Doch nun scheint auch Aldi an der Rezeptur geschraubt zu haben. Ein aufmerksamer Facebook-Nutzer war die geänderte Zusammensetzung aufgefallen und hatte bei Aldi Süd (Aldi Nord hat keinen Facebook-Auftritt) einen Post hinterlassen, der aber inzwischen wieder gelöscht wurde. "Seit einem Bericht über das Abholzen von Wäldern und der damit verbundenen Vertreibung von Affen haben meine Kinder allen Produkten mit Palmöl entsagt [...] und nur noch Euer Nudossi gegessen. Aber was ist da los? Warum ist die Rezeptur plötzlich eine andere?", zitiert "eKitchen" den Post. Die Sheafett wurde von dem Nusskati-Hersteller, den Paderborner Stute-Nahrungsmittelwerken, komplett durch Palmöl ersetzt. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt: Palmöl ist die zweitwichtigste Zutat nach Zucker und noch vor Haselnüssen mit einem Anteil von 13 Prozent. 

Das sagt Aldi dazu

Aldi verteidigt den Schritt auf Nachfrage. "Die Rezeptur wurde aus geschmacklichen Gründen vor einigen Wochen angepasst", teilte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber "Merkur.de" mit. Auch andere Zutaten seien gewechselt worden, so die Argumentation weiter. Dass dieser Schritt Kritik mit sich bringt, scheint den Verantwortlichen bewusst gewesen zu sein. "Natürlich sind wir uns aber der Auswirkungen vom Palmöl-Anbau bewusst", so das Unternehmen weiter. Auch wenn nun Palmöl zum Einsatz käme, achte man darauf, nur "RSPO" zertifiziertes Palmöl zu verwenden.

Hinter "RSPO" versteckt sich kein Öko- oder Bio-Siegel, sondern um eine Initiative von Aktivisten, Regierungen und Unternehmen, um sich auf Mindeststandards für den Anbau von Palmöl zu verständigen. Die Zertifizierung stand immer wieder in der Kritik, weil vielen Anforderungen an die Palmölproduktion nicht hoch genug sind.

Bei "Utopia.de" finden Palmöl-Kritiker fünf Alternativen, um auch weiterhin auf das umstrittene Fett verzichten zu können. 

kg

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