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Guide Michelin 2019: Spitzenkoch gibt freiwillig seine drei Sterne ab - und bekommt sie gegen seinen Willen zurück

Er gilt als Küchenrebell: Sébastien Bras hat im vergangenen Jahr spektakulär auf seine drei Sterne verzichtet und war nicht mehr im Michelin-Guide zu finden. Jetzt aber bekommt er zwei davon ungewollt zurück.

Guide Michelin Sébastien Bras

Starkoch Sébastien Bras wollte keine Sterne mehr haben, jetzt hat er zwei zurückbekommen

DPA

Eigentlich ist ein Michelin-Stern für einen Küchenchef die Krönung seines Schaffens und auf jeden Fall ein Grund zu feiern. Manche Köche arbeiten ihr ganzes Leben auf die begehrte Auszeichnung hin. Nicht so der Franzose Sébastien Bras. Der war mit drei Michelin-Sternen hochdotiert und gab sie vor einem Jahr zurück.

Im September 2017 kündigte Bras an, die drei Sterne seines Gourmetrestaurants "Le Suquet" in Laguiole in der Auvergne abgeben zu wollen. In der Branche sorgte dieser Schritt für Aufsehen. Er begründete sein Vorhaben damals mit dem "Druck", den die höchsten Küchenweihen bedeuten.

Seit 1999 war das "Le Suquet" mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet und wurde daraufhin in der Ausgabe 2018 des Guide Michelin nicht mehr aufgeführt. Umso verwunderlicher ist es, dass das Restaurant jetzt in der am Montag vorgestellten Ausgabe wieder Platz findet. Bras' Restaurant ist erneut ausgezeichnet. Diesmal nur mit zwei Sternen. Der Küchenchef selber habe das "mit Erstaunen" zur Kenntnis genommen. Die "widersprüchliche Entscheidung" des Guide Michelin mache ihn "skeptisch". Die Sterne und die "Strategien" des Gastronomieführers würden ihn aber ohnehin nicht interessieren. 

Spitzenköche enttäuscht, Frauen kaum vertreten

Aus ganz anderen Gründen waren zwei Spitzenköche enttäuscht. Das berühmte Restaurant "L'Auberge de l'Ill" von Marc Haeberlin im Elsass, das 51 Jahre lang die höchste Michelin-Auszeichnung getragen hatte, wurde von drei auf zwei Sterne zurückgestuft. Das gleiche Schicksal erlitt der bekannte Spitzenkoch Marc Veyrat mit seinem Restaurant "La Maison des Bois". Für Veyrat besonders bitter: Er hatte den dritten Stern erst im vergangenen Jahr erhalten.

Dafür haben zwei neue Restaurants drei Sterne bekommen. Die Spitzennote erhielten der aus Argentinien stammende Starkoch Mauro Colagreco ("Mirazur" in Menton) und Laurent Petit ("Clos des Sens" in Annecy).

In der Vergangenheit hat es immer wieder Kritik gegeben, dass der traditionsreiche "Guide rouge" vor allem Männer in der Küche auszeichnet. Die einzige Frau, die mit ihrem Restaurant in Frankreich drei Sterne trägt, ist Anne-Sophie Pic aus Valence im Süden des Landes. 

  

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dsw mit DPA und AFP