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Vorreiter McDonald's: Dieses neue Bestell-System könnte die ganze Fastfood-Branche umkrempeln

Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit dem Smartphone Ihr Frühstück vorbestellen und bezahlen – und es auf dem Weg zur Arbeit abholen. McDonald's hat dieses Bestellsystem bereits etabliert. Warum es die Fastfood-Branche revolutionieren könnte. 

McDonald's

Schnell und bequem per App: Fastfood to go

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In 980 Filialen von McDonald's können Kunden ihr Essen per App vorbestellen und dann in der Filiale ihrer Wahl abholen. Dieser neue Service könnte ein radikaler Wandel in der Gastronomie-Branche werden.

Was interessant ist: Die Bestellung wird erst aktiviert, wenn sich der Kunde innerhalb eines Radius von 200 Metern zur gewünschten Abholfiliale befindet. Gewissermaßen Fastfood to go - ohne Schlangestehen. Das Konzept nennt sich "Mobile Order & Pay" und könnte Burger-Ketten nachhaltig verändern - vergleichbar mit dem mobilen Check-in an Flughäfen: "Das ist das, was der Gast will und was für ihn zunehmend zur Gewohnheit wird", sagt Michael Lidl, geschäftsführender Partner des Gastronomie-Beraters Treugast Solutions dem "Business Insider". "Und Anbieter brauchen ihr eigenes Personal nicht mehr für administrative Dinge einzuspannen."

In den USA hat sich das Konzept längt zu einem florierenden Geschäft entwickelt. Laut einer Analyse von Goldman Sachs erzielen amerikanische Fastfood-Ketten deutlich höhere Umsatz bei digitalen Vorbestellungen als beim Abverkauf am Tresen. Wie der "Business Insider" berichtet hat die mexikanische Kette Chipotle ihren Gewinn durch Online-Bestellungen verdoppelt. In Deutschland setzt McDonald's nun auf Digitalisierung, um Vorreiter mit dem neuen Bestell-System zu werden. 

Mehr Umsatz mit Online-Bestellungen

Die wirtschaftlichen Prognosen seien gut, und die Fastfood-Ketten stehen damit in direkter Konkurrenz mit Bäckereien. Die hatten vor allem in der morgendlichen Rushhour deutliche Vorteile in der Abwicklung von Bestellungen. Bislang war das hektische Frühstücksgeschäft für Fastfood-Restaurants nicht relevant. Die Kunden hätten einfach nicht die Zeit, auf die Zubereitung des Essens zu warten. Mit dem "Mobile Order & Pay"-Konzept tun sich da ganz neue Möglichkeiten auf. 

Auch Starbucks macht mehr Umsatz mit dem neuen Bestellsystem. Aber nur in den USA, in Deutschland gäbe es dafür keine Pläne. Was verwunderlich ist, denn die Kaffee-Kette erzielt in den USA mittlerweile 40 Prozent des Umsatzes mit Online-Bestellungen. Auf Nachfrage von "Business Insider" hat auch Burger King keine Ambitionen, Online-Bestellungen einzuführen. Bleibt die Frage, wie lang sie dem Innovationsdruck noch standhalten können. Der große Unterschied zur amerikanischen Kundschaft: Die Deutschen seien weniger digitalaffin. Die Entwicklung wird sich noch einige Jahre hinziehen. Aber fest steht: Am Ende wird nur ein System existieren können - und alles deutet auf eine breitere Digitalisierung hin.

Quelle: "Business Insider"