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Verzehr unbedenklich Guten Appetit: EU gibt grünes Licht für Mehlwürmer als Lebensmittel

Könnten bald ihren Weg auf Teller in der EU finden, so man sie denn essen will: Mehlwürmer
Könnten bald ihren Weg auf Teller in der EU finden, so man sie denn essen will: Mehlwürmer
© Federico Gambarini / DPA
Die EU hält es für gesundheitlich unbedenklich, gelbe Mehlwürmer zu essen. Die europaweite Zulassung als Nahrungsmittel rückt damit näher. Aber wollen Europäer überhaupt Insekten essen?

Der gelbe Mehlwurm könnte bald europaweit seinen Weg auf die Teller finden. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat ihn in einem Gutachten für den Verzehr "als ganzes getrocknetes Insekt sowie in Pulverform" als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Der Mehlwurm könnte damit das erste in der EU offiziell als Nahrungsmittel zugelassene Insekt werden. 

Vor etwas mehr als zwei Jahren war in der EU eine neue Verordnung für "Novel Foods" in Kraft getreten. Seitdem hatte es zahlreiche Prüfanträge für solche neuartigen Lebensmittel gegeben, darunter auch 15 für insektenbasierte. Der gelbe Mehlwurm ist nun das erste Insekt, für das eine solche Prüfung von der EU-Behörde abgeschlossen wurde. Zehn weitere solcher Prüfungen seien aktuell am Laufen. Es sei in diesem Zusammenhang auch wichtig, so das Gutachten, womit die Würmer gefüttert werden, bevor man sie zu Menschennahrung verarbeitet. Allergiker müssten zudem besonders vorsichtig sein.

Mehlwurm ist eigentlich gar kein Wurm

Der gelbe Mehlwurm trägt übrigens einen leicht irreführenden Namen. Eigentlich ist er gar kein Wurm sondern lediglich die Larve des Mehlkäfers. Nach dem Schlüpfen aus dem Ei verbleiben die Tiere aber je nach Temperatur zwischen sechs Monaten und einem Jahr in diesem Larvenstatus und leben damit deutlich länger als der spätere Käfer, der nach wenigen Monaten das Zeitliche segnet.

Mehlwürmer bestehen hauptsächlich aus Eiweiß, Fett und Chitin, was sie grundsätzlich zu einem geeigneten Lebensmittel macht. Zum einen wird er als getrocknetes ganzes Tier, als proteinreicher Knuspersnack verkauft. Zum anderen kann man aus den zermahlenen Würmern Nudeln oder auch Fleischersatz herstellen. 

Insekten sind als besonders proteinreiches Nahrungsmittel weltweit verbreitet. Im europäischen Raum haben sie sich trotz einzelner Ausnahmegenehmigungen, etwa für Burger-Bratlinge aus Insektenmehl, noch nicht durchgesetzt. Giovanni Sogari forscht an Konsumgewohnheiten an der Universität in Parma, wo auch die EFSA ihren Sitz hat. "Es gibt kognitive Gründe bedingt durch unsere sozialen und kulturellen Erfahrungen, den sogenannten Ekelfaktor, der uns vor dem Gedanken Insekten zu essen zurückweichen lässt", zitiert Sky News Sogari. Mit der Zeit aber könne man sich an solche Neuheiten gewöhnen.

Quellen:  Lebensmittelbehörde der EU (EFSA) 1 / Lebensmittelbehörde der EU (EFSA) 2 / ÖkolandbauSky News

fin

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