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Zulasten der Verbraucher: Gepanschte Zutaten, saftige Preise - so tricksen Supermärkte und Hersteller mit Käse

Ob als Beilage zum Abendbrot oder zum Überbacken von Gratins: Käse ist beliebt. Doch die Verbrauchersendung "NDR Markt" rät: Augen auf beim Käsekauf. Auf diese Maschen sollten Sie im Supermarkt achten.

Käse liegt in einer Frischetheke

Lecker, aber leider oft auch teuer: Käse aus der Frischetheke

Getty Images

Supermärkte greifen oft tief in die Trickkiste, um ihre Waren besonders appetitlich wirken zu lassen. Fleischtheken wird ein rötliches Licht verpasst, das lässt Steaks und Salami viel frischer erscheinen. Fischtheken dagegen erstrahlen oft in Blautönen. Auch das suggeriert Qualität und Frische: Der Fisch kommt praktisch fangfrisch aus dem Wasser. 

Die Optik ist nicht der einzige Punkt, bei dem Supermarktbetreiber gerne mal etwas nachhelfen. Auch beim Thema Preisgestaltung werden einige Supermarkt-Betreiber kreativ. Es kann vorkommen, dass für ein Stück Käse ein- und derselben Marke in einem Markt drei verschiedene Preise aufgerufen werden. Wie das geht? Indem man den Käse in verschiedene Auslagen packt und mal mehr, mal weniger ansprechend präsentiert.

Die Verbrauchersendung "NDR Markt" hat enttarnt, wie Supermärkte und Hersteller beim Thema Käse tricksen. Das Ziel dabei ist klar: maximaler Umsatz und eine größere Gewinnspanne. Damit das nicht zu Lasten des eigene Geldbeutels geht, warnt die Verbrauchersendung vor den häufigsten Maschen:

Masche 1: Der Frischetheken-Trick

In vielen großen Supermärkten gibt es Frischetheken, wo Verbraucher Käse kaufen können, der direkt vom Laib geschnitten wird. Daneben gibt es ein Kühlregal, das industriell vorgeschnittenen und verpackten Käse enthält. Einige Supermärkte betreiben sogar noch ein drittes Kühlregal, in dem der Käse aussieht, als sei er von Hand vorgeschnitten und im Anschluss in Fischhaltefolie eingeschlagen worden.

Das Besondere an diesem System: Alle Theken und Kühlregale enthalten denselben Käse in derselben Qualität. Die Preisspannen zwischen den einzelnen Käse sind jedoch "teilweise beträchtlich", erklärt "NDR Markt". Bei einem Testkauf bezahlte Markt für einen Blauschimmelkäse aus der Frischetheke 1,89 Euro pro 100 Gramm. Im Kühlregal kostete dieselbe Menge nur 1,32 Euro. Eine Preisdifferenz von immerhin 57 Cent. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei Leerdamer.

Die Tester raten daher, die Preise immer gut zu vergleichen und auf die Grammangaben zu achten. Außerdem kann es sinnvoll sein, seinen Käse auf Wochenmärkten zu kaufen. Der Vorteil: Verpackungsmaterial wird dort eher sparsam eingesetzt.

Masche 2: Käse, der kein Käse ist

Ein Sonderfall ist Schmelzkäse, der auch unter dem Namen Scheiblettenkäse bekannt ist. Die in Folie verpackten Scheiben sind streng genommen kein Käse, sondern eine Käsezubereitung. Darin enthalten: Wasser, Milch, aber auch verschiedene andere Stoffe, unter anderem Phosphate. 

Phosphate sollen den Wassergehalt erhöhen und so für eine cremige Konsistenz sorgen. Der Inhaltsstoff ist jedoch bedenklich, warnt "NDR Markt". Phosphate  seien in höherer Dosis gesundheitsschädlich, können zu Arterienverkalkung führen und so das Risiko eines Herzinfarkts erhöhen. Auch für die Nieren scheinen Phosphate schädlich zu sein.

"NDR Markt" kritisiert, dass Verpackungen oft keine Angaben zu den zugesetzten Phosphatmengen machen - also ob viel oder eher wenig Phosphat zugesetzt wurde. Gerade beim Thema Schmelzkäse raten sie daher zu Zurückhaltung.

Vorsicht Falle: Wie Supermärkte mit Psycho-Tricks zum Einkaufen verführen
Wenn viele Produkte in einem Supermarkt aufgestapelt werden, suggeriert uns das einen günstigen Einkaufspreis - also muss der Artikel auch für den Kunden ein Schnäppchen sein. Und schon greifen wir zu. Umschiffen Sie mit ihrem Wagen besser die aufgetürmte Aktionsware, wenn Sie sie nicht wirklich brauchen.

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Masche 3: Frischkäse ein gesundes Image verpassen

Fettreduzierte Light-Produkte sind vor allem im Frischkäse-Segment weit verbreitet. Die Produkte haben ein gutes Image, versprechen gesunden Genuss ohne Reue. Doch beim Abnehmen helfen diese Produkte kaum.

Der Grund: Fett ist ein Sattmacher und wird langsam verdaut. Wer sich fettarm ernährt, greift womöglich häufiger zu ungesunden Zwischenmahlzeiten und riskiert langfristig Extrapfunde.

Außerdem enthalten die fettreduzierten Varianten oft Zusatzstoffe wie Gelatine oder das pflanzliche Verdickungsmittel Carrageen. "NDR Markt" rät daher: Lieber Finger weg davon und zu naturbelassenen Käsesorten greifen.

Den vollständigen Beitrag können Sie hier noch einmal nachlesen.

Fragen. Verstehen: Ist (zu) salziges Essen wirklich schädlich?
ikr
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