HOME

Warentest: Viel Fett, wenig Gemüse – was wirklich in den Veggie-Aufstrichen steckt

Vegetarische Brotaufstriche gelten als gesund. Aber hält die pflanzliche Alternative zu Wurst und Käse, was sie verspricht? "Stiftung Warentest" hat sich die Produkte angesehen.

Tomaten-Brotaufstrich

Aufstriche mit der Geschmacksrichtung Tomate gehören zu den beliebtesten. 

Getty Images

Ob im Bio-Laden oder dem Discounter - Veggie-Aufstriche sind beliebt und nehmen immer mehr Raum in den Regalen ein. Deutschlandweit werden inzwischen Hunderte der Aufstriche angeboten - und gekauft. 

Allein in den vergangenen drei Jahren hat sich der Umsatz der vegetarischen Produkte verdoppelt. Die beliebtesten Geschmacksrichtungen: Tomaten, Paprika, Linsen und Pilze. "Stiftung Warentest" hat sich 25 Produkte genauer angesehen und geprüft, ob die Aufstriche halten, was sie versprechen.

Alles Gemüse?

Es steht Gemüse drauf, aber was ist eigentlich drin? Der Test zeigt, dass oftmals gar nicht Paprika, Tomaten und Co die Hauptbestandteile der Aufstriche sind, obwohl die Verpackungen eben dies weismachen wollen. Neben pflanzlichen Eiweißen wie beispielsweise von Sonnenblumenkernen, sind in vielen Produkten Zutaten wie Wasser, Tofu aber auch Palmfett in größeren Mengen enthalten als Gemüse.

So zum Beispiel auch in der Champignon-Pastete von Dennree, in der auch Palmfett steckt. Durch das Palmfett gelangen außerdem Schadstoffe ins Produkt, die zwar noch tolerierbar seien, dennoch wertet "Stiftung Warentest" den Gebrauch als "nachteilig". Zu viel davon erhöht das Risiko von Herzkrankheiten. 

Fette Sache

Wer glaubt, die Veggie-Aufstriche seien gut für die Linie, liegt falsch. Ein Blick aufs Etikett lohnt. Vor allem wer sich gern die pflanzlichen Aldi-Produkte aufs Brot schmiert, bekommt sein Fett weg. Der Aufstrich mit dem meisten Kalorien- und Fettgehalt ist die "Paprika-Chili"-Streichcrème von Aldi Nord.

Die ernährungsphysiologische Qualität ist insgesamt ausreichend. Mehr als ein "befriedigend" ist für die beiden Veggie-Produkte des Discounters nicht drin. Die Aldi-Produkte sind nicht die einzigen, wenn auch die größten Kalorienbomben im Test. Anders die Linsen-Aufstriche, die sind kalorien- und fettarmer als fast alle anderen Produkte. 

Lieber nur in Maßen

Positiv: Die getesteten Veggie-Aufstriche kommen ohne extra zugefügte Aromen aus und auch sonstige Zusatzstoffe finden sich kaum. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Blei und Nickel sind die andere. Eben diese Schadstoffe haben die Tester in drei von 25 Aufstrichen gefunden - und zwar in ordentlichen Mengen. Betroffen sind mitnichten nur zwei günstige Eigenmarken, auch der teure Pilz-Aufstrich von Allos "Hof-Gemüse Carinas Champignon Zwiebel Brotaufstrich" überzeugt aufgrund des hohen Bleigehalts nicht, Note: 3,8. 

Wer gerade diese Produkte gern isst, sollte sich beim Verzehr zurückhalten - denn sie sollten nicht täglich und auch nicht in größeren Mengen gegessen werden, so das Urteil. Unterm Strich bleibt die Note "ausreichend". 

Vegan kochen: Das Einmaleins des Einkaufens

Linsen sind top, Pilze ein Flop

Testsieger aller Geschmacksrichtungen ist der Aufstrich "Linsen Liebe" von Tartex (Note 1,6). Mit 1,85 Euro pro 100 Gramm gehört das Produkt aber zu den teuersten. Auch die anderen Linsen-Aufstriche - günstige wie teure - müssen sich im Test nicht verstecken. Drei von vier Produkten schneiden mit einem "sehr gut" ab, eines mit "gut". 

Platz zwei im Test holt sich mit der Note 1,8  "Susis Scharfe Tomate" von Allos, also die Marke, die gleichzeitig auch mit ihrem Pilz-Aufstrich das am schlechtesten bewertete Produkt im Test stellt. Die Pilz-Produkte schneiden insgesamt im Vergleich am schlechtesten ab. Die besten schaffen mit der Wertung 2,5 gerade noch ein "gut". 

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr auf test.de