Kohle-Tagebau Garzweiler Das letzte Schützenfest. Der letzte Karneval. Der letzte Protest. Wie der Kohle-Abbau Menschen die Heimat raubt

Blick auf den Tagebau Garzweiler
Blick auf den Tagebau Garzweiler: Auf insgesamt 110 Quadratkilometern wird allein hier Braunkohle abgebaut. Sechs Bagger arbeiten pausenlos
© Matthias Jung
Fotograf Matthias Jung hat im rheinischen Braunkohlerevier dokumentiert, wie Dörfer für den Tagebau verschwinden. Langsam geht dies, ein Prozess über Jahrzehnte. Seine Bilder zeigen, wie Menschen die Heimat genommen wird. Immer wieder.
Aufgezeichnet von Nico Schnurr

Vor 17 Jahren bin ich aus Köln weggezogen, raus ins Umland, nach Erftstadt. Vom Fenster meines neuen Arbeitszimmers blickte ich nun auf einen großen Hügel, die Sophienhöhe, Abraumhalde des Tagebaus Hambach. Das rheinische Braunkohlerevier ist nur einige Autominuten entfernt. 

Als ich zum ersten Mal durch die Dörfer ging, die für den Kohleabbau des Konzerns RWE weichen müssen, hat mich die Atmosphäre sofort eingenommen. Verriegelte Fenster, an den Fassaden bröckelte der Putz. Über die Stille auf den maroden Straßen hatte sich aus der Ferne ein Kratzen gelegt, das entsteht, wenn sich Bagger durch festen Boden wühlen.


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