Die Reise zum Europa-League-Finale heißt für Freiburgs Kapitän Christian Günter für die Zeit des Trips nach Istanbul auch Abschied zu nehmen von seinen beiden Töchtern. Eine Tochter gab dem Papa einen klaren Auftrag mit. "Meine Tochter hat mir im Kindergarten noch kurz hinterhergerufen: "Schieß ein Tor!"", erzählte Günter (33) vor dem Endspiel am Mittwochabend gegen den Premier-League-Favoriten Aston Villa.
Für seine Kinder spiele es keine große Rolle, ob sie ihren Vater vor einem Bundesliga- oder ein Europa-League-Spiel umarmen und ziehen lassen. Aber seine Tochter wisse, dass der SC Freiburg einen Pokal gewinnen könne. "Das hat sie auch noch mal explizit gesagt, dass wir das auf jeden Fall tun sollen. Und ich hoffe, wir nehmen sie alle beim Wort", sagte Günter, dessen Frau das Spiel im Stadion anschauen wird.
Auch SC-Trainer Julian Schuster erzählte vor dem größten Spiel der Vereinsgeschichte von seiner Familie, die vor der Mannschaft abgeflogen sei. Deswegen habe er seine Frau und Kinder in Richtung Türkei verabschiedet.
Emotionale Momente im Hause Schuster
"Natürlich spielt in unserem Hause Fußball eine große Rolle und in den letzten Wochen ist es natürlich auch alles sehr emotional gewesen, auch für die Kinder", erzählte Schuster, der vier Kinder hat. "Umso schöner ist es, dass sie jetzt auch hier sein können. Das ist das, was mir wirklich auch so viel bedeutet, wenn ich dann die Fotos, die Videos sehe, wie es im Flieger schon abgeht."
Zum ersten Mal in der Vereinshistorie geht der SC Freiburg in ein Europa-League-Finale und hat als Außenseiter die Chance auf den Triumph. "Jetzt liegt es eben auch an uns, morgen Abend dafür zu sorgen, diesen letzten Schritt zu gehen", meinte Schuster. Sonst wäre der Auftrag von Günters Tochter auch nicht erfüllt.