Mehr als drei Jahre nach einem Millionendiebstahl bei einer Geldtransporterfirma in Stuttgart muss einer der Diebe in Haft. Das Landgericht Stuttgart habe den 32 Jahre alten Angeklagten wegen Diebstahls zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt, sagte ein Gerichtssprecher. Der Verteidiger des Mannes kündigte an, Revision gegen das Urteil einzulegen.
Der Mann war im vergangenen Jahr in Griechenland festgenommen und nach Deutschland gebracht worden. Das Gericht geht davon aus, dass er im Oktober 2022 gemeinsam mit einer Komplizin Bargeld im Wert von rund 1,25 Millionen Euro bei der Firma gestohlen hat.
Die Frau, die bei dem Geldtransportunternehmen arbeitete, habe das Geld in der Mittagspause aus der Firma gebracht, der nun Verurteilte habe in einem Auto vor dem Gebäude gewartet und sei mit der Frau erst nach Österreich und später nach Serbien geflohen.
Andere Täterin hat Strafe schon abgesessen
Die Frau war bereits im Juli 2023 zu drei Jahren Haft wegen Diebstahls verurteilt worden. Sie hatte sich zuvor den Behörden gestellt und die Tat gestanden. Sie habe zwei Drittel ihrer Strafe abgesessen und sei inzwischen wieder auf freiem Fuß, so der Gerichtssprecher. Auch ein weiterer Komplize war bereits verurteilt worden.
Wo die Beute des Millionendiebstahls geblieben ist, bleibt derweil unklar. Was nach der Flucht nach Serbien passiert sei, insbesondere wo das Geld sei, habe die Kammer nicht feststellen können, so der Gerichtssprecher. Das Gericht ordnete dem Sprecher zufolge aber an, dass die Erträge der Tat bei dem 32-Jährigen eingezogen werden. Komme der Mann also irgendwann zu Geld, müsse er das abgeben, so der Gerichtssprecher.